Immer weniger Nachfolger in den eigenen Reihen

Wie Unternehmer mit einer frühzeitigen Planung bei der Nachfolge aktiv spätere Verluste vermeiden können

Wiesbaden, 25. November 2015

A_9783658078195.jpg © SpringerAktuelle Studien prognostizieren bis 2018 etwa 27.000 Nachfolgen in deutschen Familienunternehmen pro Jahr. Gleichzeitig finden Unternehmer immer seltener einen Nachfolger in den eigenen Reihen. Eine wesentliche Ursache ist der demografische Wandel, erklärt Andreas Wiesehahn im Interview mit dem Wissensportal Springer für Professionals: „Die Alterung der Bevölkerung führt dazu, dass immer mehr Unternehmer das Ruhestandsalter erreichen – zudem wird die Altersgruppe, aus der die potenziellen Nachfolger stammen, immer kleiner.“ Unternehmer müssen also auch andere Nachfolgeformen aktiv prüfen und in den Nachfolgeprozess integrieren. Mit dem bei Springer Gabler erschienenen Band Unternehmensnachfolge stellt Wiesehahn gemeinsam mit Jürgen Wegmann ein Praxishandbuch vor, das Familienunternehmen bei der Herausforderung Unternehmensnachfolge unterstützt. Die Fachbeiträge werden dabei durch Ergebnisse einer empirischen Befragung unter mittelständischen Unternehmern sowie ausgewählten Einzelinterviews ergänzt.

Wenn der Generationenwechsel angegangen wird, steht bei der überwiegenden Zahl der Unternehmer der Wunsch im Vordergrund, das Unternehmen durch eine familieninterne Nachfolge weiterzugeben. „Dieser Wunsch wird sich aber – wie Hochrechnungen zeigen – nur in etwa 50 Prozent der Fälle erfüllen“, schreiben Jürgen Wegmann und Andreas Wiesehahn im Vorwort des Buches. Der demografische Wandel als ursächlicher Faktor reduziere dabei nämlich nicht nur quantitativ die Gruppe potentieller Nachfolger. Hinzu kommt nach Meinung von Wiesehahn, dass sich für die jüngere Generation der Sinn des eigenen Handelns nicht mehr nur auf das reine Geldverdienen beschränkt: „Individuelle Lebensplanungen stehen heute viel stärker im Vordergrund als noch vor zwanzig Jahren – ein Angestelltenverhältnis ist im Vergleich zur Selbständigkeit in der Regel recht risikolos und lässt Zeit für Hobbies.“ Darüber hinaus seien die Anforderungen an Unternehmer in den letzten Jahrzenten gestiegen: „Wie die Beispiele des Dübelherstellers Fischer und des Hotelimperiums Marriott zeigen, sind Sohn oder Tochter sein keine ausreichenden Kompetenzen, um ein Unternehmen erfolgreich zu führen.“

„Eine ungeregelte Nachfolge ist ein unternehmerisches Risiko“, warnt Wiesehahn. Häufig seien Familienunternehmen sehr durch die Person des Unternehmers geprägt. Wenn dann der Unternehmer nicht bereit sei, seine Nachfolge zu planen oder durch eine unerwartete Katastrophe der Nachfolgefall eintrete und dafür keine Pläne gemacht wurden, würden oft von heute auf morgen wichtige Kompetenzen und Kontakte wegfallen. So könne das Unternehmen in eine existenzbedrohende Schieflage geraten. Was aber kann ein Unternehmer aktiv tun, um seine Nachfolge zu regeln und sicherzustellen? Die vielen Gespräche, Befragungen und Interviews mit Unternehmern haben gezeigt, dass die frühzeitige, aktive Planung, Steuerung und Kommunikation der Nachfolge wesentliche Faktoren für eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge sind, so Wiesehahn weiter: „Unsere Befragung von rund 1.500 Unternehmern zeigt, dass über 60 Prozent der beteiligten Unternehmer es für ideal halten, sich ab etwa 50 Jahren aktiv mit dem Nachfolgecontrolling auseinanderzusetzen.“ Darüber hinaus sollte ein erfahrener, externer Berater in die Planungen einbezogen werden, der mit Sachkenntnis und neutralem Blick helfen kann, aus den verschiedenen Nachfolgeoptionen die richtige auszuwählen: „Dies planen übrigens auch fast 80 Prozent der an unserer Befragung beteiligten Unternehmer.“

Das Buch unterstützt Unternehmer bei der Herausforderung Nachfolge in allen wichtigen betriebswirtschaftlichen, rechtlichen, organisatorischen, steuerlichen und psychologischen Fragen und bei der Umsetzung einer individuellen Nachfolgestrategie. Die verschiedenen Formen der Unternehmensnachfolge – etwa familien-interne Lösungen, Verkauf oder die Gründung einer Stiftung – werden praxisnah dargestellt. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Finanzierung der Unternehmensnachfolge, wobei sowohl traditionelle Finanzierungswege als auch alternative Lösungen wie Private Equity-Beteiligungen vorgestellt werden.

Dr. Jürgen Wegmann ist Nachfolge- und M&A-Berater sowie Lehrbeauftragter an der Technischen Hochschule Mittelhessen.

Professor Dr. Andreas Wiesehahn lehrt Controlling an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg und forscht in den Bereichen Nachfolgecontrolling und Nachhaltigkeit & Unternehmenssteuerung.

Jürgen Wegmann | Andreas Wiesehahn (Hrsg.)
Unternehmensnachfolge
Praxishandbuch für Familienunternehmen
2015, 380 S.
Softcover € 44,99 (D) | € 46,26 (A) | sFr 47.50 (CH)
ISBN 978-3-658-07819-5
Auch als eBook verfügbar

Bild: Coverabbildung des Buchs Unternehmensnachfolge von Springer Gabler | © Springer

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Springer für Professionals: Interview mit Andreas Wiesehahn (Management)

Springer für Professionals: Interview mit Andreas Wiesehahn (Finance & Controlling)

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