Die Eurokrise – Erfahrungsbericht eines Insiders

Der frühere Chef der Euro-Gruppe Jeroen Dijsselbloem gewährt spannende Einblicke in die Ereignisse hinter den Kulissen der Eurokrise und entwirft eine Zukunftsperspektive für die europäische Währungsunion | Buchpräsentation und Interview mit Spiegel-Korrespondent Peter Müller auf der Frankfurter Buchmesse am 17. Oktober 2019

Frankfurt | Wiesbaden, 07. Oktober 2019

© Springer

Während die Eurozone sich mit immer höheren Schulden, wirtschaftlichen Einbrüchen, teuren Bankenrettungen, dem beschrienen Aus für den Euro, dem drohenden Grexit, gegenseitigen Schuldzuweisungen und Meinungsverschiedenheiten angesichts der unterschiedlichen Lösungsbestrebungen herumschlug, war Jeroen Dijsselbloem als Präsident der Euro-Gruppe bei allen Debatten und Meetings dabei und verbrachte so manche Nacht mit der Suche nach Lösungen. Authentisch und aufrichtig berichtet er in seinem gerade bei Springer erschienenen Sachbuch Die Eurokrise vom Geschehen im Hintergrund, gewährt einen spannenden Einblick in die verborgenen Ereignisse und Drahtseilakte hinter den Kulissen und entwirft schließlich eine Zukunftsperspektive für die europäische Währungsunion. Am 17. Oktober 2019 stellt Dijsselbloem das Buch der Öffentlichkeit vor. In der EDU Stage (Halle 4.2 C94) auf der Frankfurter Buchmesse steht der Autor ab 11:30 Uhr dem Brüsseler Spiegel-Korrespondenten Peter Müller im Interview Rede und Antwort.

Jeroen Dijsselbloem erzählt in seinem Buch aus seiner persönlichen Insider-Perspektive als damaliger Präsident der Euro-Gruppe, wie der europäische Wirtschaftskontinent gerade noch der Katastrophe entkam und anschließend auf ein nachhaltig tragfähiges Fundament gestellt wurde. Er gewährt zunächst spannende Einblicke hinter die Verhandlungskulissen der Banken- und Schuldenkrise vor dem Hintergrund des drohenden Grexits und berichtet danach authentisch über fünf intensive Jahre als Präsident der Euro-Gruppe mit erfolgreichen Durchbrüchen, schmerzlichen Niederlagen und nervenzehrenden Drahtseilakten. Das Buch Die Eurokrise ist ein Bericht, der mit dem Beginn der Finanzkrise im Jahr 2008 einsetzt und in die Schuldenkrise im Euroraum übergeht, die sich in den meisten Euroländern zu einer langanhaltenden Rezession entwickelte. „Es hat lange gedauert, bis man erkannte, dass die Schicksale der Euroländer untrennbar miteinander verbunden sind“, sagt Jeroen Dijsselbloem. In seinem Buch berichtet er auch über improvisiertes Krisenmanagement, auf das schließlich ein struktureller Lösungsansatz für die Probleme folgte – sowohl auf nationaler Ebene als auch im Euroraum, sowohl im Banken- wie im öffentlichen Sektor. Zudem schreibt er von zähen Verhandlungen, bei denen sich die Verhandlungspartner nicht selten am Rande des Abgrunds bewegten, während die politische Unzufriedenheit von Nord nach Süd kontinuierlich zunahm.

Jeroen Dijsselbloem beginnt sein Buch mit einer kurzen Einführung in die Euro-Gruppe. Wie setzt sie sich zusammen? Und was kann sie tun und bewirken? Die ersten beiden Kapitel beschreiben die Jahre vor seinem Amtsantritt bis Ende 2012: „Um die Probleme und die Suche nach ihren Lösungen zu verstehen, ist es wichtig, einerseits die Finanzkrise zu verstehen, die so viele europäische Banken zu Fall gebracht hat, und andererseits die Ursachen der Schuldenkrise im Euroraum zu kennen.“ Mit Kapitel vier beginnt Dijsselbloems persönliche Geschichte: die Wahl zum Präsidenten der Euro-Gruppe Anfang 2013, das Geschehen um Zypern, Griechenland, die Bankenunion: „Alles wird erzählt. Es geht um die Erfolge und die Misserfolge, von denen nur Erstere gleich mehrere Väter haben, um die Meinungsverschiedenheiten, Debatten und Durchbrüche sowie nächtliche und manchmal nervenaufreibende Verhandlungen.“ Dijsselbloem berichtet auch von der Arbeit, die in diesen fünf Jahren geleistet wurde, um den Euroraum aus der Krise zu führen: „Diese Ereignisse haben viel Aufmerksamkeit erregt – aber nie wurde die ganze Geschichte erzählt.“ Nach fünf Jahren anhaltender Krise sind nach Meinung des Autors fünf Jahre der Erholung eingetreten. Und jetzt, zehn Jahre später, gehört der Euroraum wieder zu den Motoren der Weltwirtschaft. Das Wirtschaftswachstum übertrifft alle Erwartungen, die Arbeitslosigkeit geht stark zurück. Aber die Unzufriedenheit in der europäischen Bevölkerung, die die Auswirkungen der Krise so stark zu spüren bekam, sei trotzdem noch sehr lebendig, so Dijsselbloem abschließend: „Unsere Arbeit ist also noch nicht getan“.

Das Buch ist die deutsche Übersetzung des 2018 bei Prometheus erschienenen niederländischen Titels De Eurocrisis.

Jeroen Dijsselbloem (1966) ist niederländischer Politiker und war von 2012 bis 2017 Finanzminister im holländischen Kabinett Rutte II. Im Januar 2013 wurde er zum Präsidenten der Euro-Gruppe gewählt. Er wurde 2015 wiedergewählt und führte den Vorsitz bis Januar 2018. Seit Mai 2019 ist er Vorsitzender des Niederländischen Sicherheitsrats.


Zu Die Eurokrise findet folgende Veranstaltung statt:

Interview mit Jeroen Dijsselbloem von Peter Müller (DER SPIEGEL, Redaktionsvertretung Brüssel)
Donnerstag, 17. Oktober 2019, 11:30-12:15 Uhr

auf der Frankfurter Buchmesse, Frankfurt EDU Stage: Halle 4.2 C94
Informationen und Anmeldung für JournalistInnen unter 
www.buchmesse.de/presse/akkreditierung 


Jeroen Dijsselbloem
Die Eurokrise
2019, 368 S.
Hardcover € 19,99 (D) | € 20,55 (A) | sFr 22.50 (CH)
ISBN 978-3-658-26463-5
Auch als eBook verfügbar

Bild: Coverabbildung des Buchs Die Eurokrise von Springer | © Springer

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