Haarige Kunst

Springer-Sachbuch geht der Frage nach, was einen guten Friseur ausmacht | Kulturhistorische Betrachtung zur Bedeutung der Haare | Einschätzung zur aktuellen Lage des Handwerks

Wiesbaden, 18. August 2020

© Springer

Wer kennt sie nicht, die dramatischen, teilweise sogar traumatischen Friseurbesuche. Plötzlich ist die geliebte Haarpracht weg oder die Farbe wirkt im Licht ganz anders. Wovon hängt es ab, dass die Kunden mal zufrieden, dann auch wieder höchst verstört in den Spiegel des Salons blicken? Die Arbeit von Friseuren beruht auf solidem technisch-handwerklichem Fachwissen und speziellen Fertigkeiten – aber auch auf der Interaktion mit den Menschen. Schließlich ist das Haar keineswegs nur ein lebloses Objekt. Es ist vielmehr höchst eigenwillig, eigensinnig und widerspenstig. Friseure benötigen ein ganz besonderes Gespür, um das Haar zu bändigen und mit ihm „zusammenzuarbeiten“. Im Mittelpunkt des gerade erschienenen Buchs Haarige Kunst steht neben dem menschlichen Haar auch die Frage, was einen guten Friseur ausmacht. Die Autoren Hans G. Bauer und Fritz Böhle beleuchten wenig bekannte und überraschende Seiten eines alten Berufs. 

„Wir richten die Aufmerksamkeit auf das Gegenüber: auf die Friseure und auf das Haar. Sie erscheinen uns als gewohnt und bekannt – aber vielleicht hat es gerade mit dieser Selbstverständlichkeit des Bekannten zu tun, dass uns vieles von dem verborgen bleibt, was dort stattfindet“, sagen die Autoren. Das Buch bietet eine kulturhistorische Betrachtung der Bedeutung der Haare. Sie spielen seit jeher in Mythen und Ritualen der gesamten Menschheitsgeschichte eine gewichtige Rolle. So bringen sie das Verhältnis des Menschen zu seinem Körper zum Vorschein: wie er ihn pflegt, zur Schau stellt, ausgrenzt oder diszipliniert. Am Haar hing und hängt vieles – das ist nicht nur eine Redensart. Haare waren und sind immer religiös, gesellschaftlich, sozial, politisch und individuell bedeutsam. Beispiele sind die elegante Wasserwelle der 1920er Jahre oder der provokante, farbige Irokesenschnitt der Punk-Mode. An mittelalterlichen Adelshöfen galten Perücken als das Statussymbol schlechthin. Heute stellen vor allem Starfußballer ihre ausgefallenen Frisurkreationen zur Schau. 

Außerdem enthält das Buch soziodemografische Daten und Einschätzungen zur aktuellen Lage des Handwerks. Betrachtet werden die unterschiedlichen Betriebstypen – vom kleinen Familienunternehmen bis zum großen Beauty-Salon. „Es macht deutlich, wie wichtig heutzutage sowohl  Fachwissen als auch ein besonderer Spürsinn für die Eigenart von Dingen und Menschen sind“, betonen die Autoren.

Hans G. Bauer, Soziologe, forscht und berät bei der GAB-München, Gesellschaft für Ausbildungsforschung und Berufsentwicklung eG.

Professor Fritz Böhle leitet die Forschungseinheit für Sozioökonomie der Arbeits- und Berufswelt an der Universität Augsburg und forscht am Institut für sozialwissenschaftliche Forschung (ISF) München.

Hans G. Bauer | Fritz Böhle
Haarige Kunst
2020, 174 S., 20 Abb. in Farbe
Hardcover + eBook  € 22,90 (D) | € 23,63 (A) | sFR 25.50 (CH)
ISBN 978-3-658-29086-3
Auch nur als eBook verfügbar

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