Wertschöpfung im digitalen Zeitalter: Agilität besiegt Größe

Unternehmen können mit starken Netzwerken und agilen Organisationsstrukturen ihren Innovationsgrad deutlich erhöhen

Wiesbaden, 14. Januar 2015

Open Innovation, Co-Creation, Crowdsourcing und Sharing-Economy: Unternehmen haben nach Meinung von Claudia Pelzer und Nora Burgard eine Vielzahl von Möglichkeiten, um beim hohen Innovationstempo in einer zunehmend digitalisierten und vernetzten Welt mitzuhalten. Dennoch schaue so mancher Konzern aus der Ferne zu und verliere den Anschluss, während kleine Technologie-Startups und Solo-Gründer die Erfolgsgeschichten von heute und morgen schreiben. „Agilität besiegt Größe“, begründen die beiden Autorinnen im Vorwort ihres gerade bei Springer Gabler erschienenen Fachbuchs Co-Economy: Wertschöpfung im digitalen Zeitalter diese Entwicklung. Wie auch große Unternehmen Agilität lernen und mit kollaborativen Prozessen und starken Netzwerken zu einer höheren Innovationsrate kommen können, erklären Pelzer und Burgard im Interview mit dem Wissensportal Springer für Professionals.

„Imitation ist einfach, Standardisierung auch, aber über den Tellerrand hinwegzudenken, und sich auf Neues einzulassen, das erfordert Mut und einen grundlegenden Strukturwandel“, sagt Claudia Pelzer. Die Digitalisierung habe mittlerweile in fast alle Beschäftigungsbereiche Einzug gehalten, und die Innovationszyklen würden immer kürzer. Zudem seien die Grenzen zwischen Produzenten, Distributoren und Konsumenten durch Online-Plattformen und -Tools heute fließend. Selbst die Art und Weise, wie Arbeit organisiert wird, habe sich verändert: „Wissensbasierte Tätigkeiten werden mobiler, können von überall aus umgesetzt werden – der berühmte 9-to-5-Job mit Anwesenheitspflicht wird mehr und mehr zum Relikt vergangener Tage.“ Um langfristig überlebensfähig zu sein, müssten Unternehmen sich selbst und ihre Struktur dieser zunehmend vernetzten Umgebung anpassen, fordert Pelzer: „Sie müssen ‚digital agil‘ werden – und zwar ohne dabei ihr Kerngeschäft zu vernachlässigen.“ Dies sei ein strategischer Balanceakt zwischen Kontinuität und Innovation.

Wie aber können Unternehmen die digitale Vernetzung für sich nutzen? Welchen Mehrwert bieten dabei Crowd-basierte Lösungen und kollaborative Innovationen? Zum Beispiel unterschätzen nach Meinung von Nora Burgard viele Unternehmen die Chancen, die ihnen soziale Netzwerke bieten: „Das ist schade, denn nie war es so leicht, ganz nah am Kunden zu sein und seine Bedürfnisse herauszufinden.“ Auch Open Innovation und Co-Creation seien erfolgsversprechende Methoden, um die Innovationskraft der Kunden zu nutzen: „Wenn jeder die Möglichkeit hat, etwas zum finalen Produkt beizutragen und Impulse sowohl von außen als auch von innen aus den Unternehmen selbst kommen können, entstehen Innovationen durch gemeinsames Brainstorming in der Crowd.“ In Deutschland ist Jovoto ein Beispiel für eine Plattform, die einen solchen Crowdstorm für Unternehmen anbietet, empfiehlt Burgard. Bei der Co-Creation hingegen entstehe statt einem offenen Forum eine kleinere Community, die ihre individuellen, aber speziellen Talente und Fähigkeiten in den Prozess einbringt.

Ob in Form von Crowdsourcing-Plattformen und -Kampagnen in der Share-Economy-Bewegung oder in offenen Innovations-Netzwerken, die Netzwerk-Ökonomie hat sich bereits viele Wege gesucht, und wird es weiter tun. Beim Blick in die Zukunft denken die Autorinnen an das „Internet der Dinge“, oder digitale Währungen, die analoges Geld überflüssig machen. Sie sind sich sicher: „Zahlreiche Beispiele zeigen, wie schnell Veränderungen, Branchen-Innovationen und -Disruptionen unterschätzt werden und wie wichtig Offenheit und Agilität für Unternehmen sind – heute mehr denn je.“

Claudia Pelzer ist Expertin für Digital Business Development, Crowdsourcing und Future-of-Work-Themen. Sie bloggt unter crowdsourcingblog.de, arbeitet als Beraterin, Autorin und Dozentin, organisiert Branchenevents und hat das UFA LAB in Köln mit aufgebaut, wo sie den Bereich Business Development verantwortet.

Nora Burgard arbeitet als freie Journalistin und Autorin in Hamburg. Sie schreibt unter anderem für Meedia und Spiegel Online, bloggt unter Crowdsourcingblog.de und ist Alumni des Vocer Innovation Medialab. Seit 2013 absolviert sie den berufsbegleitenden Studiengang Digital Journalism an der Hamburg Media School.

Claudia Pelzer | Nora Burgard
Co-Economy: Wertschöpfung im digitalen Zeitalter
Netzwerke und agile Organisationsstrukturen erfolgreich nutzen

2014, 112 S., 16 Abb.
Hardcover € 34,99 (D) | € 35,97 (A) | sFr 44.00 (CH)
ISBN 978-3-658-00954-0
Auch als eBook verfügbar

Bild: Coverabbildung des neuen Fachbuchs Co-Economy: Wertschöpfung im digitalen Zeitalter von Springer Gabler | © Springer

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Springer für Professionals: Interview mit Claudia Pelzer und Nora Burgard

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Geleitwort Alexander von Streich und Stephan Weichert

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Einleitung

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