Unternehmen als Abenteuerland

Die Position eines Chief New Officer birgt Potenzial zur Innovationskraft

Wiesbaden, 24. März 2015

A_9783658076399_153 © Springer GablerEs ist riskant. Es ist unbequem. Es stört. Das Neue ist in Unternehmen nicht gern gesehen, bedauert Andreas Schutkin im Interview mit dem Wissensportal Springer für Professionals: „Das Neue ist für viele Firmen wie die Pubertät: Es stört die Ruhe, es ist anstrengend und lässt sich schwer steuern.“ Statt Neues anzustreben, investierten daher die meisten Unternehmen ihre Energie und ihr Geld lieber in die Verteidigung oder Verbesserung des Status Quo oder in Zukäufe. Kurzfristiger Erfolg dabei ist nach Meinung des Experten gefährlich, denn viele Firmen sonnten sich in vergangenen Erfolgen und verpassten so die großen Innovationssprünge. Um dies zu vermeiden und echte Neuerungen für den langfristigen Erfolg hervorzubringen, bräuchten Unternehmen mehr „Abenteurer“ unter ihren Mitarbeitern. Wie Firmen die dafür nötigen Freiräume schaffen können und somit das kreative Potenzial ihrer Mitarbeiter nicht in Routinen und Kennzahlen ersticken, beschreibt Schutkin in seinem bei Springer Gabler erschienenen Buch Das Geheimnis des Neuen: Wie Innovationen entstehen, in dem er die Einführung eines Chief New Officers empfiehlt.

„Innovationen ja klar, aber bitte nur mit Vollkaskoversicherung“, bringt Andreas Schutkin das Problem auf den Punkt. Oft stehe die Unternehmenskultur einem fruchtbaren Nährboden für Innovationen entgegen. Klare Hierarchien mit abgegrenzten Aufgaben erleichterten zwar die tägliche Arbeit, es fehle aber die Freiheit, Dinge zu hinterfragen, unkonventionell zu denken und andere Wege auszuprobieren: „Das Neue muss sich gegen interne Widerstände und lähmende Routinen behaupten und ist für Entscheider meist schwer greifbar – weshalb wirklich mutige und erfolgversprechende Ideen oft verworfen oder entschärft werden und dann als zahnloser Tiger daherkommen.“ Diese Kultur des Absicherns aber ist nach Ansicht des Autors hinderlich für das Hervorbringen von Innovationen: „Versuch und Irrtum zulassen, der Mut, Risiken einzugehen und Scheitern als Chance zu verstehen – das ist wichtig, um Neues zu schaffen.“ Für Schutkin ist das keine Stärke der deutschen Wirtschaftskultur: „Unter den 30 erfolgreichsten Startups der Welt befinden sich derzeit gerade mal zwei deutsche Gründungen.“

Doch Unternehmen könnten diesen „Dornröschenschlaf in manchen Wellnessoasen“ beenden, wenn sie ein paar Dinge beachten, so Schutkin. Erstens sollten Routineaufgaben von den Aufgaben für Neues getrennt werden. Helfen könne dabei die Einführung eines Chief New Officer (CNO): „Die Routinen des Tagesgeschäftes obliegen der Führung des COO, für Neues ist der CNO zuständig.“ Letzterer sichere Budgets und schaffe im Unternehmen eine positive Veränderungskultur und Verständnis für die Arbeitsweisen von Entdeckern, Entwicklern und Kreativen: „‚Abenteurer‘ im Unternehmen müssen von Kennzahlen und Prozessen befreit werden, damit sie sich entfalten und so neue Ideen hervorbringen können.“ Zweitens sollten Firmen ihre Innovationsvorhaben in zwei Bereiche trennen: Solche, die Verbesserung zum Ziel haben, und solche, die radikale Veränderungen darstellen. Bei Letzteren müssten Prozesse auf das Nötigste beschränkt und hohe Freiheitsgrade sowie Schutz für die daran arbeitenden Mitarbeiter geschaffen werden. Drittens sei Mut zum Risiko und zu einer Fehlerkultur unerlässlich, ermuntert der Autor Unternehmen in seinem Fazit: „Trennen Sie sich von dem Gedanken, dass etwas wirklich Neues sofort in einem Businessplan erfassbar ist – schaffen Sie Rahmenbedingungen, wählen Sie die besten Leute aus, und vertrauen Sie ihnen.“

Andreas Schutkin promovierte in Wirtschaftswissenschaften und arbeitete in verschiedenen Führungspositionen in der Industrie. Heute ist er Berater für Vertriebs- und Marketingthemen bei Mittelstandsunternehmen sowie Konzernen und hält Vorträge über Innovation und Neues. Zudem ist er Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule für Ökonomie und Management in München, wo er in den Fächern Vertriebsmanagement, Marketing und Kommunikation lehrt.

Andreas Schutkin
Das Geheimnis des Neuen: Wie Innovationen entstehen
Ein Plädoyer für mehr Abenteuer im Unternehmen
2015, 144 S., 15 Abb.
Softcover € 34,99 (D) | € 35,97 (A) | sFr 44.00 (CH)
ISBN 978-3-658-07639-9
Auch als eBook verfügbar

Bild: Coverabbildung des Buchs Das Geheimnis des Neuen: Wie Innovationen entstehen von Springer Gabler | © Springer

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Springer für Professionals: Interview mit Andreas Schutkin

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