Persönliche Gründergeschichten rund um den Globus

Welche Faktoren für den Erfolg eines Start-ups wichtig sind und wie Probleme vermieden werden können | Spannende Einblicke in die Höhen und Tiefen der Biographien von Gründern

Wiesbaden, 08. Dezember 2015

A_9783658100810.jpg © Springer„Die Volkshelden heißen Mark Zuckerberg, Steve Jobs oder Larry Page. Sie sind die Sterne am Firmament von Nordkalifornien und jeder will der Nächste sein, der dort oben funkelt“, beschreibt Fabian Heilemann im Vorwort des Springer Gabler-Buchs Start-ups international: Gründergeschichten rund um den Globus die US-amerikanische Start-up-Mentalität. Dieser kulturelle Unterschied ist nach Meinung des Gründers und CEOs der Sky and Sand GmbH der Grund, warum sich Deutschland in Sachen Unternehmensgründungen im globalen Standortwettbewerb bisher noch nicht hinreichend behaupten kann. „In Deutschland fehlt eine Entrepreneurs-Bildung“, bestätigt Anabel Ternès im Interview mit dem Wissensportal Springer für Professionals. Welche Faktoren für den Erfolg eines Start-ups wichtig sind und wie Probleme vermieden werden können, beschreibt das Buch, das Ternès gemeinsam mit Matthias Schäfer herausgegeben hat. Start-up-Gründer aus der ganzen Welt wurden für dieses Buch zu Kindheit, Unternehmensgeschichte und zu ihrer Motivation, Krisen und Erfolgsgeheimnissen interviewt. Herausgekommen sind spannende Geschichten über die Höhen und Tiefen von Entrepreneuren. Kurz: ganz persönliche Einblicke in die internationale Welt der Start-ups.

Matthias Schäfer, Anabel Ternès und ihr Projektteam haben mit jedem Gründer ein mehrstündiges Gespräch auf der Basis eines Leitfadens mit zentralen Fragen geführt. Ergänzend zu den persönlichen Geschichten wurden alle Interviews wissenschaftlich ausgewertet, um einen Überblick über die internationale Start-up-Welt zu schaffen. Und wie wird man zum Gründer? „Da steckt ein bisschen Spieldrang dahinter, Risikofreudigkeit, aber auch Innovationsdrang und Leidenschaft“, sagt Ternès. Es gebe zwar unterschiedliche Beweggründe, aber allen voran stehe eine Idee – ein Engagement, etwas mitzuteilen, zu realisieren, umzusetzen, zu bewegen, voranzutreiben, letztlich auch, etwas zu verändern. Und was macht erfolgreiches Gründen dann in der Umsetzung aus? Erfolgsfaktoren gebe es viele, so die Herausgeberin: „Sozial steht oft an erster Stelle: das Team sollte miteinander funktionieren, sich ergänzen und auch in Krisenzeiten zueinander halten.“ Dann spiele auch das nähere Umfeld eine wichtige Rolle: Wird der Gründer von seiner Familie in seinem Vorhaben unterstützt? Sind seine Freunde aus dem Gründerumfeld beziehungsweise selbst Gründer? Natürlich seien auch die Ressourcen wichtig: Wie viel Zeit, Geld und Energie kann ein Gründer in seine Idee hineingeben? Und auch das wirtschaftliche Umfeld könne ausschlaggebend sein: Ist der Gründer mit seinem Start-up an der richtigen Stelle zur richtigen Zeit?

Häufigste Probleme seien eine falsche Zusammensetzung des Teams und ein zu kurzer Atem. Denn Durchhalten und Wiederaufstehen nach negativen Erfahrungen, Rückschlägen und Scheitern gehöre dazu, was hierzulande oft problematisch sei: „Die ‚German Angst‘ ist immer noch eine Problematik, sodass man sich fürchtet zu scheitern und dann ein schlechtes Image zu haben.“ Manchmal würde aber auch nicht umfassend genug recherchiert, und die Geschäftsidee habe geringe Chancen, sich am Markt zu etablieren. Nicht zuletzt könne auch ein schnelles Wachstum zum Scheitern führen, wenn die Strukturen nicht mitwachsen oder der familiäre Zusammenhalt und Antrieb plötzlich verloren geht.

Und was kann man tun, um das Gründungsklima in Deutschland positiv zu beeinflussen? „Wie immer ist es nicht damit getan, eine Initiative an einer Stelle zu setzen – die Thematik ist vielfältig und genauso vielfältig sollten auch die Maßnahmen sein“, fordert Anabel Ternès. Zum einen seien die Bildungsträger gefragt. Denn typische Eigenschaften des Gründertyps wie Selbstbewusstsein, Kreativität, Durchhaltewillen und Intuition könne man schon früh fördern – im Kindergarten, in der Schule. Darüber hinaus stecke Gründerelan an – das mache Tandem- und Mentoringprogramme ebenso sinnvoll wie Netzwerkveranstaltungen, bei denen Gleichgesinnte zusammenkommen, voneinander lernen sowie sich und die Community aufbauen.

Dr. Anabel Ternès ist Leiterin des Instituts für Nachhaltiges Management in Berlin und beschäftigt sich in Bezug auf Start-ups mit den Erfolgsfaktoren langfristig erfolgreicher Gründungen. Sie hat bereits mehrere Start-ups gegründet und ist aktuell Co-Gründerin von zwei neuen Start-ups. Anabel Ternès ist zudem Studiengangsleiterin und Professorin für Internationales Kommunikationsmanagement, E-Business & Social Media.

Matthias Schäfer ist Leiter des Team Wirtschaftspolitik in der Konrad-Adenauer-Stiftung. Er beschäftigt sich mit den politischen Rahmenbedingungen für Gründungen und der grundlegenden Bedeutung des Unternehmertums für eine funktionierende Soziale Marktwirtschaft. Zuvor arbeitete er in Beratungsunternehmen und in Landesverwaltungen.

Matthias Schäfer | Anabel Ternès (Hrsg.)
Start-ups international: Gründergeschichten rund um den Globus
Erfolgsfaktoren, Motivationen und persönliche Hintergründe
2016, 362 S.
Softcover € 34,99 (D) | € 35,97 (A) | sFr 37.00 (CH)
ISBN 978-3-658-10081-0
Auch als eBook verfügbar

Bild: Coverabbildung des Buchs Start-ups international: Gründergeschichten rund um den Globus von Springer Gabler | © Springer

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Springer für Professionals: Interview mit Anabel Ternès

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Vorwort Fabian Heilemann

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