Führen im Team: Die Zeit der einsamen Helden ist vorbei

Warum sich in einer zunehmend komplexeren Wirtschaftswelt Führungsteams besser bewähren, erklärt Springer Gabler-Autor Olaf Hinz

Wiesbaden, 28. Oktober 2014

© Springer„Die Zeit der einsamen Helden an der Spitze von Unternehmen, Geschäftsbereichen und Abteilungen ist vorbei“, ist sich Olaf Hinz sicher. Die Themen seien zu vielfältig, die Fragestellungen zu komplex und die zu treffenden Managemententscheidungen zu zahlreich. Im Interview mit dem Wissensportal Springer für Professionals erklärt der Experte, warum kooperative Unternehmensführung im Team heute erfolgversprechender ist, statt allein auf Charisma an der Spitze zu setzen. Nötig sei ein Team aus Führungskräften, die bewusst ihre Unterschiede nutzen, Bereichsgrenzen überwinden und eine neue Fehlerkultur entwickeln. Worauf es bei der Führung im Team ankommt, zeigt Olaf Hinz in seinem gerade bei Springer Gabler erschienenen Fachbuch Das Führungsteam. Der Autor gibt darin Denkanstöße sowie konkrete Anregungen aus der Praxis und behandelt auch die Themen Macht, Einfluss, Unternehmenspolitik und Eitelkeiten.

„Führungsteams sind auf dem Vormarsch – und sie sind nicht nur erfolgreicher, sondern auch gelassener und persönlich zufriedener“, behauptet Olaf Hinz. Wie aber können Manager ein wirksames Team bilden und ihre Unterschiedlichkeit bewusst nutzen, ohne ihren individuellen Erfolg zu vernachlässigen? Zunächst einmal hätten sich Teams an der Spitze klar für Führung entschieden und sich von der Managementrunde verabschiedet, die sich mit operativen Themen beschäftigt, so der Autor: „Führungsteams entfalten ihre volle Wirksamkeit nur, wenn sie auf der Brücke bleiben, ihre Energie klar auf die Strategie- und Strukturebene fokussieren und nur selten in den Maschinenraum der Instrumentenebene hinabsteigen.“ Darüber hinaus müssten Führungsteams ihre individuellen Gemeinsamkeiten und Unterschiede gleichermaßen thematisieren. Oft nämlich gebe es Pseudokooperationen, bei denen das Darstellen der Zusammenarbeit wichtiger als die eigentliche, gemeinsame Sacharbeit sei. Auf dieser Grundlage entstehende Initiativen, Kick-offs und Grundsatzpapiere seien meist nutzlos. Die Lösung sieht der Autor in der Fähigkeit zur Ambiguitätstoleranz: „Widersprüchlichkeiten und Ungewissheiten müssen wahrgenommen und nicht gleich negativ bewertet, sondern aktiv für die Entscheidungsfindung genutzt werden.“ So könnten sich Führungsteams vor vorschnellem Konsens schützen und ihren Blick für innovative Lösungsalternativen weiten.

Wichtig sei zudem eine neue Fehlerkultur und Art der Kommunikation, so Hinz weiter: „Wirksame Führungsteams begrüßen Fehler als Informationsquelle, statt sie als ungeliebte Begleiterscheinung menschlichen Handelns wegzuschieben.“ Allzu oft aber würden unerwartete Ereignisse mit dem Satz abgetan, dass Menschen eben Fehler machen. Ein Führungsteam aber werde sich nur dann positiv entwickeln, wenn es Feedback sucht, konkrete Informationen austauscht, um Hilfe bittet und sein bisheriges Handeln laufend auf den Prüfstand stellt. Manager sollten daher sich und ihr Umfeld dazu motivieren, Fehler zu melden. Neben diesem offenen Umgang mit Fehlern fordert der Autor eine neue Kommunikationspolitik: „Führungsteams inszenieren bewusst eine kraftvolle Botschaft, die zum Dialog einlädt. Das unterscheidet sie von Managementrunden, die nur seichte Informationswellen oder Informations-Overload anbieten.“ Dieses klassische Muster von Starallüren trete immer dann auf, wenn sich Führungskräfte darauf konzentrieren, wie sie persönlich „ankommen“. Kommunikationsformate wie Szenario-Technik, Sounding Board, World Café und Open Space aber könnten die Vielfalt und Dynamik der Gruppe viel besser nutzen, so Hinz‘ Fazit: „Diese modernen Formate sind Vier-Augen-Gesprächen und moderierten Feedback-Workshops überlegen.“

Olaf Hinz berät und coacht seit 2000 erfahrene Führungskräfte und Projektleiter. Vor seiner Selbständigkeit war er unter anderem als Büroleiter von Peer Steinbrück, damals Wirtschaftsminister in Schleswig-Holstein, sowie Personalmanager und Projektfinanzierer der Landesbank Kiel tätig. Über zentrale Aspekte der Führung publiziert er regelmäßig und ist als Speaker ein gefragter Impulsgeber.

Olaf Hinz
Das Führungsteam
Wie wirksame Kooperation an der Spitze gelingt

2014, 163 S., 16 Abb.
Hardcover € 34,99 (D) | € 35,97 (A) | sFr 44,00 (CH)
ISBN 978-3-658-03890-8
Auch als eBook verfügbar

Bild: Coverabbildung des neuen Fachbuchs Das Führungsteam von Springer Gabler | © Springer

Weitere Informationen

Springer für Professionals: Interview mit Olaf Hinz

Informationen zum Buch

Downloads

Coverabbildung

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Probeseiten

Logo Springer Gabler

Service für Journalisten

Journalisten erhalten auf Anfrage ein Rezensionsexemplar des Buchs Das Führungsteam von uns zugesandt. Darüber hinaus gibt es aber auch die Option, unsere Titel als eBook sofort über einen Online-Zugriff zu nutzen. Dazu müssen Sie sich lediglich einmalig registrieren.

Unser SpringerAlert für Buchrezensenten gibt Ihnen die Möglichkeit, regelmäßig zu unseren Neuerscheinungen informiert zu werden. Auch dafür müssen Sie sich einmalig anmelden und Ihr Interessensprofil eingeben.

Kontakt

Karen Ehrhardt | Springer | Corporate Communications

tel +49 611 7878 394 | karen.ehrhardt@springer.com

Google+