Formel 1 + Management: Mit kalkulierter Flexibilität entscheiden

Flexibilität und schnelle Entscheidungen sind entscheidende wirtschaftliche Erfolgsfaktoren | Was Unternehmen von der Formel 1 lernen können und wie die Methode des Dynamic Decision Management (DDM) dabei helfen kann, erläutern Springer-Autoren in neuem Fachbuch

Heidelberg | Wiesbaden, 09. Oktober 2014

Das Management von Unternehmen hat mit dem Rennzirkus der Formel 1 einiges gemeinsam. Flexibilität und schnelle Entscheidungen sind nach Meinung von Jochen Gerber in beiden Bereichen zentrale Wettbewerbsfaktoren: „Den Erfolgreichen gelingt es, sich aus einer Vielzahl von Möglichkeiten optimal zu positionieren und vor allem, auf äußere Impulse aus dem Markt, der Technologie und dem gesetzlichen Rahmen flexibel und schnell zu reagieren – im besten Fall vorausschauend zu agieren.“ Was das Management eines Wirtschaftsunternehmens dabei von der Formel 1 lernen kann, erläutert der Experte im Interview mit dem Wissensportal Springer für Professionals. Im Rennsport würden alle Parameter von Fahrer, Motor, Fahrzeug, Gegner und Wetter am Kommandostand hinsichtlich Chancen, Risiken und Alternativen gemeinsam bewertet. Mit Dynamic Decision Management (DDM) stellt Gerber gemeinsam mit Hanjo Arms, Mathias Wiecher und dem Formel 1-Experten Christian Danner im gerade bei Springer erschienenen Fachbuch Leveraging Flexibility eine Methode vor, die diese integrierte Vorgehensweise auf Entscheidungssituationen in Unternehmen überträgt.

In der Formel 1 konkurrieren die Teams permanent am Limit des Machbaren, so Christian Danner, der in den 1980er Jahren selbst am Renngeschehen teilnahm: „Die Teams, denen es am besten gelingt, aus einer Vielzahl von Elementen wie Motor, Aerodynamik und Reifen den optimalen Mix zu finden, haben Erfolg.“ Neben technischen Faktoren seien Regelwerk, Wetter, Fahrer und Rennereignisse Unwägbarkeiten, mit denen die Teams reaktionsschnell umgehen müssten. Ähnlich verhält es sich in Unternehmen, zieht Jochen Gerber den Vergleich zur Geschäftswelt, die nicht weniger herausfordernd sei: „Rennteams wie auch Unternehmer müssen flexibel auf ein volatiles Umfeld und unsichere Parameter reagieren. Beide müssen Entscheidungen schnell treffen.“ Durch den wachsenden Entscheidungs- und Veränderungsdruck müsse sich jeder Manager fragen, was es für sein Unternehmen bedeutet, wenn neue Technologien später reif werden, Marktentwicklungen oder Synergien sich schwer absehen lassen oder vom Gesetzgeber Preisobergrenzen festgelegt werden. Die schnelle Dynamik in der Wirtschaft führe zudem dazu, dass Anteilseigner, Eigentümer und Investoren umfassender über die Chancen und Risiken der Unternehmensstrategien informiert werden möchten. Für Gerber ist daher klar: „Manager müssen wie Rennstrategen in der Formel 1 die Abhängigkeiten und Risiken frühzeitig erkennen und abschätzen.“

Helfen kann dabei die DDM-Methode, so der Springer-Autor weiter. Sie ermögliche die pragmatische Bewertung von Unsicherheiten und Handlungsoptionen. Der wesentliche Vorteil: „Für wichtige Zukunftsentscheidungen werden nicht mehr nur wenige Szenarien wie üblicherweise Best Case, Expected Case und Worst Case bewertet, sondern alle denkbaren Konstellationen und Handlungswege ermittelt und deren Wahrscheinlichkeiten berechnet.“ Das Ziel dabei sei es, Unsicherheiten sowie Flexibilität zu kalkulieren und damit das Risiko von falschen Entscheidungen zu senken: „Flexibilität bedeutet ‚Spielraum‘ zu haben, und Flexibilität hat einen Wert. Wer seine Optionen kennt, entscheidet treffsicher.“ Eine effektive und erfolgreiche Implementierung von DDM aber erfordert den Mut, bisherige Denk- und Handlungsweisen zu verändern, warnt Gerber: „Das bedeutet zum Beispiel statt in Szenarien in Optionen zu denken sowie mit Wahrscheinlichkeiten zu arbeiten und diese auch kommunizieren.“ Viele Unternehmen gingen schrittweise vor, indem sie DDM in Form eines Pilotprojektes anwenden oder mit der Methode bisherige Entscheidungen als ‚Backup‘-Variante bewerten. Dies ermögliche, in der Unternehmensführung eine offene Kommunikation über bestehende Risiken und strategische Optionen zu beginnen.

Jochen Gerber ist Gründer der Unternehmensberatung G5-Partners in Frankfurt. Zuvor war er über 20 Jahre in Führungspositionen der Energiewirtschaft und von Beratungsunternehmen tätig.

Hanjo Arms ist Partner und Vice President bei A.T. Kearney in Berlin. In seiner Verantwortung für den Bereich Corporate Finance in Zentraleuropa betreut er seit 14 Jahren Klienten branchenübergreifend in Fragenstellungen der Strategie, Unternehmens- und Investitionsbewertung sowie bei Transaktionen. Zudem ist er Mitglied der europäischen Utilities Practice.

Mathias Wiecher ist Principal bei A.T. Kearny in Newy York. Seine Schwerpunktthemen sind strategische Unternehmensentwicklung und M&A.

Christian Danner nahm in den 1980er Jahren an 36 Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft teil, in den 1990er Jahren startete er in der DTM. Heute ist Danner Fahrsicherheitsexperte bei auto, motor und sport sowie Co-Kommentator und Formel 1-Experte bei RTL.

Jochen Gerber | Hanjo Arms | Mathias Wiecher | Christian Danner
Leveraging Flexibility
Win the Race with Dynamic Decision Management

2014, 150 p., 20 illus. in color
Hardcover € 53,49 (D) | € 54,99 (A) | sFr 67,00 (CH)
ISBN 978-3-642-54361-6
Auch als eBook verfügbar

Bild: Coverabbildung des neuen Fachbuchs Leveraging Flexibility von Springer Gabler | © Springer

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