Der Rhythmus der Innovation

Was Manager und Unternehmen von Jazzmusikern und anderen Künstlern lernen können

Wiesbaden, 25. August 2015

© SpringerDie Kollektivimprovisation „Free Jazz“ des kürzlich verstorbenen US-Saxofonisten Ornette Coleman hat 1960 den bis dahin behäbigen Bebop grundlegend verändert – Jazz war plötzlich Improvisation ohne feste Partituren und Hierarchien. Auch Miles Davis revolutionierte in seinem Leben mindestens dreimal den Jazz. „Manager können von ihm lernen, wie man große Entwürfe gegen Widerstände zum Erfolg führt – gerade in Zeiten der digitalen Transformation“, zieht Roland Geschwill im Interview mit dem Wissensportal Springer für Professionals einen ungewöhnlichen Vergleich. Nach Ansicht des Experten können nur Künstler echtes kreatives Denken in Gang setzen. Design Thinking oder Agiles Management hingegen griffen zu kurz, um Ideen und Flexibilität zu generieren: „Das sind Methoden, die zur konkreten Problemlösung eingesetzt werden, nicht zur Persönlichkeitsbildung – Manager lernen von Künstlern mehr als in Scrum-Gruppen, und das auch noch nachhaltiger.“ In seinem Springer Gabler-Buch Der Rhythmus der Innovation erzählt Geschwill in einer Vielzahl von Geschichten, wie Kunst in all ihren Formen – von der Musik über das Theater bis zur Malerei – Kreativität und Innovationen in der Wirtschaft befördern kann.

„Früher genügte es, gute Produkte zu verkaufen und effizient zu produzieren, um erfolgreich zu sein – heute jagt eine Innovation die nächste und junge kleine Unternehmen verfolgen alte Platzhirsche oder lassen sie gleich links liegen“, lautet Roland Geschwills Erklärung auf die Frage, warum die traditionellen Managementmodelle am Ende sind. Die hohe Innovationsgeschwindigkeit stelle heute ganz neue Anforderungen an Manager. Diese müssten in der Lage sein, mit unübersichtlichen Situationen umzugehen, für überraschende Problemstellungen schnell Lösungen zu finden und Widersprüche zu überbrücken. Erfolg zu haben bedeute zu Beginn des 21. Jahrhunderts also, kreativ, innovativ und anders zu sein. Hier kommt für den Autor die Kunst ins Spiel: „Umbrüche wie die der digitalen Ökonomie brauchen große Entwürfe – die Kunst hat viele davon geliefert.“

Die Inspiration durch Künstler kann nach Meinung von Geschwill die unternehmerische Kreativität beflügeln. Denn sich mit Kunst auseinander zu setzen, bedeute, sich selbst entwickeln zu wollen und neue Kompetenzen aufzubauen. Wie einst im Jazz lösten sich nämlich heute in Unternehmen die Hierarchien auf: „Es gibt eine neue Generation von Managementschulen – das ‚Oben sticht unten‘ gilt nicht mehr, geführt wird auf Augenhöhe.“ Gefordert seien ein demokratisches Miteinander, Partizipation, Experimentierfreude und Intuition. Also die Art und Weise, wie Künstler vorgehen: „Pablo Picasso übermalte Bilder mehrmals, und wenn Sie ein Jazzstück spielen, spielen Sie das Stück mehrmals, aber immer anders – Kunst kennt wenig Routinen.“ Künstlerische Kreativität allerdings funktioniere anders als erwartet, denn echte Kreativität sei harte Arbeit und ohne Rückschläge nicht zu haben: „Das kennt jeder auch aus Projekten: Wenn Sie im Projekt arbeiten, können Sie von Künstlern den kreativen Umgang mit Krisen lernen.“

Positive Beispiele gebe es genug, so der Autor: „Reinhold Würth, Geschäftsführer vom weltgrößten Schraubenhersteller, besuchte malende Künstler in ihren Arbeitsstätten. Steve Jobs war mit vielen Musikern befreundet und mobilisierte sie für seine Produkte. Götz Werner sorgte dafür, dass seine Führungskräfte durch die Auseinandersetzung mit Kunstwerken neue Sichtweisen einnehmen konnten, und die Auszubildenden der dm-Märkte machen ihren Abschluss jedes Jahr mit Theateraufführungen.“ Das Potential aber sei noch lange nicht ausgeschöpft, so Geschwills Fazit: „Ziel sollte sein, Manager und Kreative mit dem Ziel der Innovationsförderung noch näher zusammenzubringen – das führt zu Wettbewerbsvorteilen.“

Dr. Roland Geschwill ist Mitgründer und Geschäftsführer der „Denkwerkstatt für Manager“, die über Expertise in der angloamerikanischen sowie der deutschen Managementkultur verfügt. Bereits seit 1986 berät der Diplom-Psychologe Führungskräfte. Zudem engagiert sich Geschwill ehrenamtlich als Vorstandssprecher des Fördervereins „Friends“ beim renommierten Festival „Enjoy Jazz“. 

Roland Geschwill
Der Rhythmus der Innovation
Was Manager und Unternehmen von Jazzern und anderen Künstlern lernen können
2015, 230 S.
Hardcover € 39,99 (D) | € 41,11 (A) | sFr 42.50 (CH)
ISBN 978-3-658-08455-4
Auch als eBook verfügbar

Bild: Coverabbildung des Buchs Der Rhythmus der Innovation von Springer Gabler | © Springer

Weitere Informationen

Springer für Professionals: Interview Nr. 1 mit Roland Geschwill

Springer für Professionals: Interview Nr. 2 mit Roland Geschwill

Springer für Professionals: Gastbeitrag von Roland Geschwill

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Was Manager von Künstlern lernen können

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