BREXIT – Eine Bilanz

Wie es zum Volksentscheid kommen konnte, wie das Ergebnis zu bewerten ist und welche Folgen sich ergeben könnten | Buchvorstellung und Podiumsdiskussion mit David McAllister am 11. März 2019 in Berlin + Buchpräsentation am 22. März 2019 auf der Leipziger Buchmesse

Berlin | Leipzig | Wiesbaden, 26. Februar 2019

© Springer

„Der Brexit bildet eine historische Zäsur, dessen Wurzeln siebzig Jahre zurückreichen – seine Folgen werden lange nachwirken.“ So lautet das Fazit von Rudolf G. Adam, der mit seinem bei Springer erscheinenden Sachbuch BREXIT – Eine Bilanz den ersten Ansatz vorlegt, den EU-Austritt des Vereinigten Königreichs umfassend als historisches Ereignis zu begreifen. Die Entscheidung Englands hat nach Meinung des ehemaligen Diplomaten an der Deutschen Botschaft in London die dort schwelende EU-Debatte nicht gelöscht, sondern erst richtig entfacht und das Land unversöhnlicher gespalten als je zuvor. Die Vorteile des Brexit blieben vage, seine ökonomischen Probleme hingegen seien konkret. Die EU ihrerseits stehe vor einer existentiellen Krise. Rudolf G. Adam zeigt in seinem Buch auf, wie es zum Volksentscheid kommen konnte, wie das Ergebnis zu bewerten ist und welche Folgen sich daraus ergeben könnten. Am 11. März 2019 stellt der Autor das Buch gemeinsam mit dem Abgeordneten der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament David McAllister der Öffentlichkeit vor. Anschließend findet eine von Jan Kallmorgen, Berlin Global Advisors, moderierte Podiumsdiskussion statt, zu der der Britische Botschafter, Sir Sebastian Wood (angefragt), erwartet wird. Die Veranstaltung findet von 17:00 bis 18:30 Uhr im Konferenzraum des Allianz-Forums in Berlin statt. Zudem präsentiert Rudolf G. Adam sein Buch am 22. März 2019 auf der Leipziger Buchmesse.

„Der Mythos der Unumkehrbarkeit und der Anspruch, das ‚manifest destiny‘ Europas zu verkörpern, sind dahin“, befürchtet Großbritannien-Kenner Rudolf G. Adam. Denn Europa verliere nicht ein Land, das ständig gegen EU-Vorschriften verstößt und über Bevormundung aus Brüssel klagt, kein Land mit hoher Arbeitslosigkeit, stagnierender Wirtschaft oder unzureichender Innovationskraft. Die EU verliere eines seiner wichtigen, leistungsfähigen und wirtschaftlich stärksten Mitglieder. „Bislang galt“, so Adam weiter, „dass Staaten, die der EU fern blieben, ihr in einer Weise verbunden waren, die einer Mitgliedschaft nahe kam: Norwegen und die Schweiz haben Teil am Binnenmarkt, an der Zollunion und am Schengen-Raum ohne Grenzkontrollen.“ Großbritannien wolle von alledem künftig nichts mehr wissen. Statt „mehr Europa“ gebe es damit am 30. März 2019 zum ersten Mal „weniger EU“. Die EU stehe vor existenziellen Zukunftsfragen. Auch für Großbritannien markiert der Brexit nach Meinung des Autors eine Identitätskrise und grundlegende Neuorientierung. Das Land lasse sich in diesem Prozess eher von emotionaler Abneigung als von rationalen Vorstellungen positiver Alternativen leiten. Während die Abkehr von der EU immer noch starken Rückhalt in der Bevölkerung habe, seien Parlament und Bevölkerung darüber zerstritten, was langfristig an die Stelle der EU-Mitgliedschaft treten soll. Und dieser Kampf sei noch lange nicht vorbei: „Er könnte in eine Phase überleiten, in der nicht nur der Zusammenhalt des Vereinigten Königreichs auf schwere Proben gestellt wird, sondern in der auch die Verständigung zwischen dem Inselreich und dem Kontinent von Vorurteilen, Animositäten, Ressentiments und Antipathie überwuchert wird.“ Der Brexit werfe damit nicht nur ökonomische und institutionelle Probleme auf. Er habe auch das Potenzial, Großbritannien und den Kontinent politisch-psychologisch auseinander oder sogar gegeneinander zu treiben.

Zusammenfassend habe der Brexit einen Prozess eingeleitet, der langwierig, schmerzhaft und streitbeladen sein wird, und seine Folgen seien schwer abzuschätzen. Beide Seiten stehen vor einer langen historischen Wegstrecke, die holprig zu werden droht, warnt der Autor und plädiert mit seinem Buch für gegenseitiges Verständnis: „Es ist wichtig, dass beide Seiten rechtzeitig Stoßdämpfer in die gegenseitigen Beziehungen einbauen.“ Wer künftige Ereignisse kalkulieren möchte, sollte die Strömungen und Klippen kennen, die in der Vergangenheit den Kurs Großbritanniens bestimmt haben: „Die Impulse, die zum Brexit geführt haben, entsprangen keineswegs einem Missverständnis oder einer temporären Laune – sie lassen sich über Jahrzehnte zurückverfolgen.“ Deshalb würden sie auch nicht schnell oder spurlos wieder verschwinden. Wie konnte es zum Volksentscheid kommen? War die Abstimmung unvermeidbar? Welche Faktoren waren für das Ergebnis verantwortlich? Wie ist es zu bewerten? Welche Ansätze verfolgt Theresa May mit ihrem Kabinett, um das Votum der Wähler umzusetzen? Die Antworten auf diese Fragen bilden die Grundlage für die Analysen, Diagnosen und Zukunftsperspektiven, die der Autor aufzeigt. Sein Buch beruht auf wissenschaftlicher Forschung sowie auf umfangreichen Recherchen, persönlichen Interviews und direkten Kontakten aus seiner Zeit als Diplomat.

Rudolf G. Adam gehörte fast vierzig Jahre dem Diplomatischen Dienst an. Auch außerhalb des Auswärtigen Amtes konnte er Erfahrungen sammeln: Neben Stationen in Singapur, Peking und Moskau war Adam als Redenschreiber für Bundespräsident von Weizsäcker tätig, Vizepräsident des Bundesnachrichtendienstes sowie Präsident der Bundesakademie für Sicherheitspolitik. Danach führte ihn der Weg zurück an die Botschaft Moskau. Er beschloss seine Laufbahn an der Botschaft London, die er zuletzt als Chargé d’Affairs leitete. Rudolf G. Adam ist heute Autor und Journalist. Seine Beiträge erscheinen regelmäßig im Cicero und in der Süddeutschen Zeitung. Er ist zudem Dozent in München, hält Vorträge und ist Senior Consultant bei Berlin Global Advisors.

Zu BREXIT – Eine Bilanz finden folgende Veranstaltungen statt:

Buchvorstellung und Podiumsdiskussion mit David McAllister in Berlin
Montag, 11. März 2019, 17:00-18:30 Uhr

im Allianz-Forum, Berliner Platz 6, 10117 Berlin
Informationen und Anmeldung für JournalistInnen unter 
matthias.hieber@bga.global 

Buchpräsentation „BREXIT – Historie, Status Quo und Konsequenzen“ auf der Leipziger Buchmesse
Freitag, 22. März 2019, 11:30-12:00 Uhr

auf der Leipziger Buchmesse, Forum Sach- und Fachbuch: Halle 3, Stand H300
Informationen und Anmeldung für JournalistInnen unter 
www.leipziger-buchmesse.de/Presse/Service-fuer-die-Presse/Akkreditierung


Rudolf G. Adam 
BREXIT – Eine Bilanz
2019, 383 S.
Softcover € 14,99 (D) | € 20,55 (A) | sFr 22.50 (CH)
ISBN 978-3-658-24589-4
Auch nur als eBook verfügbar

Bild: Coverabbildung des Buchs BREXIT – Eine Bilanz von Springer | © Springer

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