30.04.15

Wer nicht digitalisiert, hat keine Zukunft

Im Wettbewerb um den mobilen Kunden brauchen Unternehmen neue Strategien und Geschäftsmodelle

Heidelberg | Wiesbaden, 30. April 2015

A_9783662437810.jpg © Springer„Wer nicht digitalisiert, hat keine Zukunft“, warnt Claudia Linnhoff-Popien im Interview mit dem Wissensportal Springer für Professionals. Diese Aussage sei zwar provokant, aber wahr: „Der Verkauf von Produkten und Dienstleistungen hat den klassischen Point of Sale verlassen – ob in der Automobil-Industrie, bei Reisen und Verkehr, in Städten oder der Finanzwirtschaft, überall entstehen neuartige Ökosysteme, werden digitale Plattformen eingesetzt, Daten generiert und in Echtzeit analysiert.“ Die Aufgaben in Zeiten von Big Data sind nach Ansicht der Expertin vielfältig. Wie Unternehmen im Wettbewerb um den mobilen Kunden neue Strategien und Geschäftsmodelle entwickeln können und welche Chancen und Risiken digitale Plattformen als neue Formate der Kundenansprache mit sich bringen, zeigt Linnhoff-Popien gemeinsam mit Michael Zaddach und Andreas Grahl im Springer Vieweg-Buch Marktplätze im Umbruch.

„Aus einem Zeiger einer analogen Uhr mit einer bestimmten Position wird bei der digitalen Uhr eine Zahl mit beliebig vielen Nachkommastellen – diese Zahl kann ich speichern, verarbeiten und verteilen“, bringt Claudia Linnhoff-Popien den einfachen, aber wesentlichen Vorteil der Digitalisierung auf den Punkt. Verfahren der Fehlererkennung und -korrektur sorgten dann dafür, dass beim Kopieren oder Übertragen keine Qualitätsverluste der Information entstehen. Durch diesen technologisch bedingten Umbruch entstünden heute überall neue Marktplätze: „Diese wunderschönen Eigenschaften lassen sich nicht nur auf Zahlen anwenden, sondern auch auf Texte, Bilder, Töne, Filme sowie Prozesse und ganze Branchen.“ Schneller und kostengünstiger abgewickelte digitale Betriebsabläufe steigerten die Effizienz und sicherten damit eine größere Wirtschaftlichkeit. Die Industrie steht nach Ansicht der Autorin aber erst am Anfang dieser digitalen Transformation: „Völlig neue Geschäftsmodelle entstehen und neue Player treten am Markt auf – die Industrie ist mitten in der digitalen Revolution, deren Ergebnis eine globale und internationale Vernetzung in allen Bereichen sein wird.“

Die Änderungen für Unternehmen sind groß, fährt Linnhoff-Popien fort. Neue mobile Zugangsmöglichkeiten zum Kunden erfordern neue Abläufe und Geschäftsmodelle. Das betrifft sowohl den Erstkontakt als auch Kaufimpulse und Produktauswahl sowie Kaufprozess und After Sales Service. Transaktionsbezogene Erlöse basierend auf erfolgsorientierten Abrechnungsmethoden sind eine wichtige neue Umsatzquelle. Darüber hinaus hat der Kunde heute die Möglichkeit, seine Meinung und sein Wissen als User Generated Content zu publizieren, was Chance wie Risiko zugleich ist: „Er selbst entfaltet eine Marktwirkung, kann Vertrauen bilden oder zerstören – er wird positiv wie negativ zum Markenbotschafter im Netz.“ Umgekehrt müsse das Vertrauen des Kunden zum Händler und der Schutz der sensiblen Kundendaten höchstes Gut bleiben und damit viel in Datenschutz und -sicherheit investiert werden. Insgesamt erfordert eine erfolgreiche Digitalisierungsstrategie mehrere Grundvoraussetzungen, fasst Linnhoff-Popien zusammen. So löse weder eine ausschließliche Fokussierung auf die Netzinfrastruktur Probleme noch eine neue Software und Algorithmik. Denn jede Software laufe nur mit der passenden Hardware. Und das Wichtigste: „All dies geht nur mit der Bereitschaft der Unternehmen, sich auf Neues einzulassen.“

Professor Dr. Claudia Linnhoff-Popien ist Inhaberin des Lehrstuhls Mobile und Verteilte Systeme an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Zudem ist sie Vorstandsmitglied des Instituts für Informatik, Projektleiterin des Leitprojekts „Das Mobile Internet der Zukunft“ des Freistaates Bayern, Mitglied des Forschungsausschusses des Münchner Kreises und Mitgründerin der ALOQA GmbH, die 2010 mit weit über einer Million Nutzern an Motorola Mobility verkauft wurde – einer der größten Exits in der Startup-Geschichte Deutscher Hochschulen.

Michael Zaddach ist Senior Vice President und Leiter des Servicebereichs IT bei der Flughafen München GmbH. In seinen Verantwortungsbereich fallen die Bereiche Systementwicklung, Systembetrieb sowie Telekommunikation und Netze.

Dr. Andreas Grahl verantwortet strategische Konzernprojekte im Rahmen des Digital Programms der Allianz SE zur Entwicklung von innovativen, mobilen Versicherungsservices.

Claudia Linnhoff-Popien | Michael Zaddach | Andreas Grahl (Hrsg.)
Marktplätze im Umbruch
Digitale Strategien für Services im Mobilen Internet
2015, 759 S.
Softcover € 79,99 (D) | € 82,23 (A) | sFr 100.00 (CH)
ISBN 978-3-662-43781-0
Auch als eBook verfügbar

Bild: Coverabbildung des neuen Buchs Marktplätze im Umbruch von Springer Vieweg | © Springer

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Springer für Professionals: Interview mit Claudia Linnhoff-Popien

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