Weil Europa sich ändern muss

Wolfgang Schäuble, Robert Menasse, Gesine Schwan und Hauke Brunkhorst diskutieren zum Krisenphänomen Europa | Dritter Band in Interview-Buchreihe bei Springer VS erschienen

Wiesbaden, 26. November 2014

© Springer„Die Demokratie, die wir heute haben, ist die nationale Demokratie. Wir haben nie gelernt, was wirkliche Partizipation ist“. Mit diesen Worten plädiert Robert Menasse im Interview mit Oliver Liedtke im gerade erschienenen Buch Weil Europa sich ändern muss für die Auflösung der europäischen Nationalstaaten. Die Zukunft sieht der österreichische Schriftsteller in gestärkten Regionen und einer schlanken Verwaltung in Brüssel. Für Wolfgang Schäuble ist Europa vor allem ein wichtiges Globalisierungsprojekt: „Nur ein vereintes Europa wird in der heutigen und vor allem in der künftigen Welt die uns wichtigen und prägenden Werte einbringen können“, schreibt der Bundesfinanzminister im Vorwort. Neben Menasse und Schäuble diskutieren die Politikwissenschaftlerin Gesine Schwan und der Soziologe Hauke Brunkhorst im dritten Band der Interview-Buchreihe von Springer VS, wie sich das Demokratiedefizit der EU überwinden lässt und Europa ökonomisch gegenüber anderen Weltregionen bestehen kann. In der Buchreihe nehmen Experten aus Wissenschaft und Praxis Stellung zu aktuellen Krisendiskursen und geben damit neue Impulse für Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft.

„Unstrittig ist, dass die Kritik am Projekt eines gemeinsamen Europas gewachsen ist“, sagt Jan Treibel, der als Lektor bei Springer VS die neue Interviewreihe verantwortet. Die Krise des Euro sei mit dem Aufstieg von eurokritischen und rechtspopulistischen Parteien zusammengefallen. Die Folge: Statt europäischer Solidarität sprechen Beobachter in Zeiten der Krise von Renationalisierung und fragen sich, wo die nationalen Grenzen Europas liegen sollten. Aber nicht nur Europa wird als Krisenphänomen aktuell in der Öffentlichkeit diskutiert, so Treibel weiter: „Demokratie ist ebenfalls ein Thema, das wir in der Reihe behandeln, denn die Gruppe der Nichtwähler wird von Wahl zu Wahl größer.“ Das Vertrauen der Bürger in ihre Politiker und Parteien bewege sich in Richtung Nullpunkt, während neue Formen von Bürgerprotest wie die weltweite Occupy-Bewegung sich zunehmend etablieren. Ein weiterer Interviewband beschäftige sich mit der Kritik am Kapitalismus, die spätestens mit der Finanz- und Wirtschaftskrise eine Renaissance erfahren habe.

„Mit Demokratie, Europa und Kapitalismus wurden die in den letzten Jahren umstrittensten Krisendiskurse identifiziert“, fasst Andreas Beierwaltes, Director Sozialwissenschaften bei Springer, zusammen. Die drei Bände stellten eine innovative Art da, wie sich die Autoren des bestehenden Wissenschaftsprogramms zu aktuellen und polarisierenden Grundfragen der Gesellschaft äußern können: „Es geht in der neuen Buchreihe nicht nur um das Referieren von elaborierten Forschungsergebnissen, sondern auch darum, Meinungen, Standpunkte und Lösungsoptionen fundiert, diskursiv und meinungsstark zu transportieren.“ Um auch Zielgruppen über die sozialwissenschaftliche Community hinaus anzusprechen, habe man daher das Format des Interviews gewählt. Den von Journalisten geführten Gesprächen gehen kurze Einführungen voraus, die den jeweiligen Krisendiskurs nachzeichnen und die unterschiedlichen Argumente umreißen. Auf etwa 100 bis 140 Seiten kommen anschließend je drei Experten aus Wissenschaft und Praxis mit zum Teil kontroversen Positionen kurzweilig zu Wort.

Im ersten Band Weil Kapitalismus sich ändern muss äußern sich die Sozialwissenschaftlern Hartmut Rosa und Stephan Lessenich, die Währungsexpertin Margrit Kennedy und der ehemalige Bundesminister der Finanzen und CSU-Vorsitzende Theo Waigel. Eingeleitet werden die Interviews mit einem Kommentar von Kapitalismuskritiker Elmar Altvater. Im zweiten Band Weil Demokratie sich ändern muss diskutieren der Historiker Paul Nolte, die Menschenrechtsaktivistin Helen Darbishire und der Rechtsphilosoph Christoph Möllers – nach einem Vorwort des Politikwissenschaftlers Peter Graf Kielmansegg.

Springer VS (Hrsg.)
Weil Europa sich ändern muss
Im Gespräch mit Gesine Schwan, Robert Menasse, Hauke Brunkhorst

2015, 118 S.
Softcover € 29,99 (D) | € 30,83 (A) | sFr 37.50 (CH)
ISBN 978-3-658-01391-2
Auch als eBook verfügbar

Bild: Coverabbildungen der Interview-Buchreihe von Springer VS | © Springer

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Informationen zum Buch Weil Europa sich ändern muss

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Vorwort Weil Demokratie sich ändern muss

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