Vom Neandertaler zum modernen Netzwerker

Eine verständliche Übersicht über die Entwicklungsgeschichte des modernen Menschen: Vom sozialen Gehirn und der Entstehung des Menschlichen | Springer Sachbuch nominiert für die Shortlist zum besten Wissenschaftsbuch des Jahres 2016

© SpringerHeidelberg, 28. Januar 2016. Heutzutage leben wir wie selbstverständlich in sozialen Netzwerken und haben umfangreiche Kunst und Kultur erschaffen. Doch wann genau wurde der Mensch eigentlich so kultiviert und unterschied sich zunehmend von anderen Säugetieren? Musste er erst sesshaft werden, um Architektur und Kultur zu erfinden? Diesen und anderen Fragen gehen die Autoren in dem Sachbuch Evolution, Denken, Kultur sehr gewissenhaft nach. Mit Hilfe der Archäologie spannen sie einen Bogen über die Geschichte unseres Gehirns und zeigen, wie wir uns vom Urzeitmenschen zum digitalen Netzwerker entwickelt haben. Der Verlag Buchkultur und das österreichische Wissenschaftsministerium haben das Buch zum Wissenschaftsbuch des Jahres im Bereich Naturwissenschaft und Technik nominiert.

Die Entstehung des sozialen Gehirns ist ein Kernstück des Buches – und ein entscheidender Erfolgsfaktor in der Geschichte des Menschen. „Seit zwei Millionen Jahre begünstigte die Entwicklung bei der Gattung Homo ein immer größeres Gehirn. Der Wandel war eine allmähliche Antwort auf die Erfordernisse der Evolution“, so die Autoren des Buches. Das größere Gehirn erlaubte es dem Menschen, sich kulturell und technologisch weiter zu entfalten. Mit der Entstehung der Landwirtschaft – einem Meilenstein in der Geschichte der Menschheit – wuchsen die Gemeinschaften stetig und sehr schnell an. Damit kamen immer mehr die sozialen Fähigkeiten des Gehirns zum Tragen und entwickelten sich weiter. Mit steigender Bevölkerungsdichte musste der Mensch neue Mittel und Wege finden, sich in großen Gruppen und Netzwerken zu behaupten und durchzusetzen. Soziale Signale zu erkennen und zu interpretieren wie auch zu senden, wurde zu einer zunehmend wichtigen Fähigkeit des Gehirns. So lernte der Mensch, sich erfolgreich in Allianzen und sozialen Netzwerken zu integrieren – eine wichtige Komponente auch der Zivilisations- und Kulturentwicklung in den letzten 11.000 Jahren.

Die Autoren haben das Buch auf der Basis eines mehrjährigen interdisziplinären Forschungsprojektes geschrieben und dessen Ergebnisse hier erstmals für ein breites Publikum aufbereitet. Darin fließen Erkenntnisse aus so verschiedenen Fachgebieten wie Paläoanthropologie, Archäologie, Evolutionsbiologie, Psychologie und Soziologie ein, und die Themen reichen von der Wanderung der Urzeitmenschen auf andere Kontinente bis hin zu sozialen Netzwerken im Internet.


Robin Dunbar ist Leiter der Arbeitsgruppe für soziale und evolutionäre Neurowissenschaft an der Universität Oxford. Er veröffentlichte neben anderen Werken das 2004 erschienene Buch Grooming, Gossip and the Evolution of Language, das weltweit Aufmerksamkeit fand.

Clive Gamble ist Professor für Archäologie an der Universität Southampton. Er beschäftigt sich mit unseren ältesten Vorfahren und insbesondere mit dem zeitlichen Ablauf der weltweiten Besiedelung. Neben anderen Werken veröffentlichte er Archaeology: The Basics.

John Gowlett ist Professor für Archäologie an der Universität Liverpool. Seine Spezialgebiete sind evolutionäre Archäologie und Anthropologie; insbesondere befasst er sich mit den Voraussetzungen und dem Ursprung der Begriffsbildungsfähigkeit der Menschen. Er schrieb unter anderem die Publikation Ascent to Civilization.

Die drei Autoren leiteten gemeinsam das große Forschungsprojekt „Lucy to Language – The Archaeology of the Social Brain“, dessen Erkenntnisse den Grundstein dieses Buches bilden.

Clive Gamble | John Gowlett | Robin Dunbar 

Evolution, Denken, Kultur
Das soziale Gehirn und die Entstehung des Menschlichen
2016, 390 S. 57 Abb.
Hardcover € 24,99 (D) | € 25,69 (A) | sFr 26.50 (CH)
ISBN 978-3-662-46767-1
Auch als eBook verfügbar   

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