Die Vermessung des Menschen

Grundlagen zum Thema Lifelogging und digitale Selbstvermessung | Vorstellung von Anwendungen im Gesundheitsmanagement und Auswirkungen auf unsere Gesellschaft

Wiesbaden, 05. Juli 2016

© Springer© SpringerZahlreiche Fitness-Apps zeichnen die sportlichen Aktivitäten ihrer Nutzer auf und spornen sie zu Höchstleistungen an. Soziale Netzwerke fördern den Trend, Kontakte über diverse Aktivitäten und Aufenthaltsorte auf dem Laufenden zu halten. Die elektronische Gesundheitsakte ist im Kommen und das Gesundheitswesen mitten im Prozess der Digitalisierung. Kurz gesagt: Die digitale Selbstvermessung und Protokollierung des eigenen Lebens, auch bezeichnet als Lifelogging, liegt voll im Trend. Welche Chancen und mögliche sinnvolle Anwendungen ergeben sich daraus? Und welches sind die Schattenseiten? Aufschluss geben hier zwei neue Publikationen aus dem Springer-Programm: eHealth, herausgegeben von Volker P. Andelfinger und Till Hänisch, erschienen bei Springer Gabler, und Lifelogging, herausgegeben von Stefan Selke, erschienen bei Springer VS.

„Technische Hilfsmittel wie Smartphones bieten unglaubliche Einsatzmöglichkeiten im Gesundheitswesen“, sagt Andelfinger. Hier setzt eHealth an und liefert einen Überblick über aktuelle Trends und Entwicklungen im Gesundheitssektor. Von elektronischen Patientenakten, dem Einsatz mobiler medizinischer Anwendungen, Sensorik bis hin zu medizinischen Geräten - die Beiträge informieren über den Stand der Dinge und zeigen anhand von Best-Practice-Beispielen, dass die Basis für weitere Entwicklungen gelegt ist. Die Autoren skizzieren technisch-organisatorische Voraussetzungen für Sicherheit und Privacy und kommentieren: „In gesellschaftlicher und politischer Hinsicht muss noch einiges an Überzeugungsarbeit geleistet werden, bevor diese Visionen tatsächlich umgesetzt werden können“, so Hänisch. „Hier wollen wir mit eHealth einen Beitrag leisten und außerdem demonstrieren, wie eine erfolgreiche Geschäftsmodellentwicklung im Gesundheitssektor aussehen kann.“ Die zugleich wissenschaftlich orientierten und praxisbezogenen Beiträge stammen von Dozenten und rund 40 Studierenden der DHBW Heidenheim sowie international profilierten Branchenkennern.

Lifelogging nähert sich dem Trend zum digitalisierten Menschen aus einer anderen Richtung. Was sind die Schattenseiten und die Auswirkungen für unser Leben und das ‚Mensch-Sein‘ an sich? Neben dem gesellschaftlichen Phänomen, das aus der Einführung innovativer, aber auch werteverändernder Technologien resultiert, beleuchten die Beiträge den damit verbundenen gesellschaftlichen und kulturellen Wandel. „Es existieren Begriffe wie Sleep-, Mood-, Work- und sogar Sexlogging, Think- und Deathlogging“, sagt Stefan Selke. „Der Trend des Lifelogging hat sich längst im privaten Bereich etabliert. Neben der Betonung des technisch Machbaren muss daher dringend auch ein differenzierter Blick auf resultierende gesellschaftliche Veränderungen geworfen werden.“ Hieraus ergeben sich zahlreiche Fragestellungen: Ist der vermessene Mensch auch gleichzeitig der verbesserte Mensch? Welchen Preis zahlen wir für die neue Selbstprotokollierung? Wie nehmen Menschen in Zukunft ihre individuelle und die soziale Wirklichkeit wahr? Auf diese Fragen versucht Lifelogging Antworten zu finden. Theoretische Grundlagen und Fallstudien zum Thema runden den Einblick in die gesellschaftliche, soziale und kulturelle Dimension der digitalen Selbstvermessung ab.

Volker P. Andelfinger ist Unternehmensberater und befasst sich vorrangig mit Trend- und Zukunftsforschung, modernen Technologie-, Produkt- und Dienstleistungs-Innovationen. Er ist Dozent an der DHBW - Dualen Hochschule Baden-Württemberg - Heidenheim und Karlsruhe sowie an der FH Zweibrücken/BA des Saarlandes und der Züricher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW). Der Physiker Prof. Till Hänisch lehrt Wirtschaftsinformatik an der DHBW Heidenheim. Seine Schwerpunkte in Forschung und Lehre sind Internet-Technologien, Softwareentwicklung und flexible Datenmodelle. Prof. Dr. Stefan Selke lehrt ‚Gesellschaftlichen Wandel‘ an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Furtwangen (HFU). Er beschäftig sich mit vielfältigen Aspekten des sozialen, technischen und medialen Wandelns unter einer primär humanistischen Perspektive. Gegenwärtig ist er Inhaber der Forschungsprofessur ‚Transformative und Öffentliche Wissenschaft’.


Bild: Coverabbildungen  | © Springer

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