„Zeigt her eure Narben!“ – Kämpfe im Team vermeiden

17. Gesundheitspflege-Kongress von Springer Pflege beginnt morgen in Hamburg | Eröffnungsvortrag von Palliativmediziner Prof. Gian Domenico Borasio zu interprofessioneller Zusammenarbeit im Gesundheitswesen | Multiperspektivität nicht als Hindernis, sondern als Chance sehen

Hamburg | Berlin 31. Oktober 2019 

Logo 17. Gesundheitspflege-Kongress © Springer Medizin Verlag

Überlappung bei beruflichen Kompetenzen, starre Hierarchien, persönliche Eitelkeiten – Grabenkämpfe zwischen den verschiedenen Berufsgruppen sind im Gesundheitswesen an der Tagesordnung. „So you worked in teams? Show me your scars!“: Unter diesem Titel wird Europas führender Palliativmediziner, Prof. Gian Domenico Borasio, den 17. Gesundheitspflege-Kongress in Hamburg mit einer Keynote eröffnen. Der Kongress wird wie jedes Jahr von Springer Pflege veranstaltet und dauert noch bis Samstag, den 2. November an.

Wie kann man Kämpfe und Narben („scars“) bei der interprofessionellen Zusammenarbeit vermeiden? Und inwiefern haben Palliative-Care-Teams einen Modellcharakter? „Auf jeder Palliativstation in Deutschland findet mindestens einmal pro Woche eine Teamsitzung statt, an der wirklich alle beteiligten Berufsgruppen – Ärzte, Pflegefachkräfte, Sozialarbeiter, Psychologen, Seelsorger, Physiotherapeuten und mehr – teilnehmen“, betont Borasio, der an der Universität Lausanne den Lehrstuhl für Palliativmedizin innehat. „Jede Berufsgruppe hat dabei eine andere Sicht auf den Patienten – und dieser Blick kann nur ein partieller sein.“ Wichtig sei es deshalb, die Multiperspektivität nicht als Hindernis, sondern als Chance zu sehen. „Nur so können wir einen wirklich facettenreichen Einblick in die Situation der Patienten und ihrer Familien gewinnen. Und mit ihnen anschließend die für sie wichtigen Punkte besprechen.“ Eine solche Zusammenarbeit ist in anderen medizinischen Bereichen nicht unbedingt üblich, wie beispielsweise eine Studie*) zeigt: Nur etwa 20 bis 40 Prozent der Pflegefachkräfte auf Intensivstationen wurden in Entscheidungen am Lebensende von den Ärzten einbezogen und weniger als 20 Prozent der Pflegenden waren zufrieden mit der Kommunikation. „Das ist ein Alarmzeichen – auch für die Qualität der Versorgung“, warnt Borasio.

Rund 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden zum 17. Gesundheitspflege-Kongress in Hamburg erwartet, der sich als „Pflegegipfel des Nordens“ etabliert hat. Neben Palliativmediziner Borasio eröffnen Cornelia Prüfer-Storcks, Hamburgs Senatorin für Gesundheit und Verbraucherschutz, sowie Franz Wagner, Präsident des Deutschen Pflegerats, mit ihren Grußworten den Kongress, der dieses Jahr vom BKK Dachverband unterstützt wird. Kooperationspartner sind traditionell die großen Kliniken aus der Region – das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, die Asklepios Kliniken Hamburg GmbH, die Helios-Kliniken/Region Nord – sowie die HAW Hamburg und der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK). Hauptsponsor ist auch in 2019 das forschende Pharmaunternehmen Bristol-Myers Squibb. 

*) Jox R et al., Journal of Critical Care 2010

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