Umdenken in der Pflege – Appell für ein neues Selbstverständnis

Politik, Management und professionell Pflegende diskutieren am Tag vor Eröffnung des Kongresses Pflege 2019 mutige Konzepte | Pflegebevollmächtigter schlägt Zuschläge für Arbeitgeber vor, die gute Arbeitsbedingungen bieten | Außergewöhnliche Arbeitsmodelle, neue Lösungsansätze durch die Kreativwerkstatt an den DRK-Kliniken

Berlin, 24. Januar 2019 

Politik und Pflegende diskutieren einen Tag vor Eröffnung des Kongress  © Britta Pedersen / Springer PflegeNeue Arbeitszeitmodelle, flache Hierarchien, Konferenzen der Auszubildenden, Tarifvertrag für die Pflege – einen Tag vor der Eröffnung des Kongresses Pflege diskutierten Pflegeexperten aus Gesundheitspolitik und Management sowie berufspolitische Aktivisten den überfälligen Wandel in der Pflege. Gleich zum Eingang der Pressekonferenz stellt der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung Andreas Westerfellhaus klar: „Ich werde mich dafür einsetzen, dass es nicht bei bloßen Absichtserklärungen bleibt. Was wir brauchen, sind neue Lösungen, auch wenn sie Gegenwind erzeugen oder unkonventionell erscheinen. Und wenn es klemmt, wird der Gesetzgeber nachhelfen und den Weg ebnen.“ Seine Vorschläge betreffen unter anderem: Prämien für Berufsrückkehrer und Teilzeitaufstocker, innovative Arbeitszeitmodelle wie zum Beispiel 80 Prozent arbeiten bei vollem Lohn, oder Zuschläge außerhalb der Pflegevergütung für Arbeitgeber, die gute Arbeitsbedingungen bieten. 

Oberin Doreen Fuhr, DRK-Schwesternschaft Berlin e.V., begreift die kürzlich von der Bundesregierung ins Leben gerufene Konzertierte Aktion nicht als alleiniges Gemeinschaftsprojekt der drei involvierten Fachministerien, nämlich Bundesgesundheits-, -familien- und -arbeitsministerium. Sondern ,konzertiert‘ schließe alle Akteure in der Gesundheitsversorgung ein: „Wir wollen als gleichberechtigte Partner wahrgenommen werden und nicht als Erfüllungsgehilfen“, so Fuhr. Pflege demokratisiert sich, Pflege emanzipiert sich – so lautet ihre Devise, an der sie tatkräftig mit ihrem Team arbeitet. Dabei möchte sie vor allem jungen Pflegenden Freiräume garantieren. „Das ist anstrengend. Aber Reibung erzeugt Wärme – nicht nur in der Physik. Und damit lassen sich erstarrte Strukturen und festgefahrene Prozesse umgestalten.“

In den Lukaskliniken Neuss führte Pflegedirektorin Andrea Albrecht vor drei Jahren als eine von vielen Maßnahmen einen Flexpool ein. Dort aufgenommene Pflegekräfte können den kompletten Ausfall in den Fachbereichen aller Stationen abdecken. Das Prinzip: ‚Du darfst arbeiten, wie du willst, ich als Arbeitgeber sage dir,wo.’ Das System hat sich etabliert. Albrecht resümiert: „Seit zwei Jahren rennen uns begeisterte Pflegekräfte die Tür ein. Warum machen sie das? Weil sie endlich so arbeiten können, wie sie wollen.“ 

Alexander Warnke, junger Pfleger bei den DRK-Kliniken Berlin und Gründer der Kreativwerkstatt, betonte: „Von Machthierarchien halten wir – die nachrückenden professionell Pflegenden – nichts, wir setzen auf vernetzte Verantwortung.“ Rein monetäre Faktoren werden seiner Meinung nach zum Scheitern des Systems führen, der echte Motivationsfaktor heiße: Sinnhaftigkeit des eigenen Tuns. Sein berufspolitisches Engagement zielt auf junge Pfleger ab: Walk of Care, Auszubildendenkonferenzen, Kurzfilme, Theaterstücke, Beteiligung an Fachkongressen sind nur einige Initiativen, mit denen er die öffentliche Diskussion anheizt. Außergewöhnliche Arbeitsmodelle, wie die von ihm gegründete Kreativwerkstatt, werden durch seinen Arbeitgeber erfolgreich angewandt.  
Pressemappe zum Download hier.

„Dass unser zweitägiger Kongress in diesem Jahr von gleich zwei Bundesministern eröffnet wird, zeigt den wachsenden Stellenwert der Pflege in Politik und Gesellschaft,“ so Falk H. Miekley, Director Professional Care, Springer Pflege. 

Dr. Franziska Giffey, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und Bundesminister für Arbeit und Soziales, Hubertus Heil eröffnen gemeinsam den morgigen Kongress. Der Kongress Pflege  zieht wie jedes Jahr rund 1.700 Teilnehmer an, darunter Pflegemanager, Pflegekräfte aus allen Versorgungsbereichen, Lehrende der Gesundheitsberufe, Vertreter der Berufspolitik und Juristen. Im Rahmen des Kongresses findet der 24. Pflege-Recht-Tag statt sowie die Preisverleihung des Pflegemanagement-Awards 2019
Das forschende Pharmaunternehmen Bristol-Myers Squibb ist Hauptsponsor des Kongresses. 
Mehr Informationen zum Kongress hier.

Kongressorganisation und Anmeldung: 
Andrea Tauchert | Springer Medizin Verlag | tel +49 30 82787-5510 | andrea.tauchert@springer.com 

Springer Pflege ist Anbieter qualitativ hochwertiger Fachinformationen und Services für alle Akteure im deutschsprachigen Gesundheitswesen von der professionellen Pflege bis hin zu pflegenden Angehörigen. Die Angebotspalette umfasst dabei verschiedenste Printprodukte, den Bereich Fort- und Weiterbildung, den Bereich Kongresse und Fachveranstaltungen, sowie umfangreiche Online-Services. Die Verlagsprodukte zeichnen sich durch exzellente Vernetzung zu Berufsverbänden, Herausgebern und Fachautoren aus. Springer Pflege ist Teil der Fachverlagsgruppe Springer Nature. 

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Weitere Informationen

Informationen zum Kongress Pflege im Januar 2019  www.gesundheitskongresse.de/berlin/2019   
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Übersicht aller Springer Gesundheitskongresse
www.gesundheitskongresse.de 

Akkreditierung

Journalisten können sich für den Kongress Pflege in Berlin akkreditieren: Uschi Kidane | Springer Nature | Communications | tel +49 6221 487 8166 | uschi.kidane@springer.com

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