Mehr Entlastung für pflegende Angehörige

Pressekonferenz zum Kongress Pflege: Fokus auf den größten Pflegedienst im Lande - die pflegenden Angehörigen | Ministerduo Hubertus Heil und Franziska Giffey eröffnen Kongress | 2 Kongresstage, Politische Prominenz aus 3 Ministerien, 25 Jahre Kongress Pflege, 1.700 Teilnehmer 

Berlin, 23. Januar 2020  

Logo Kongress Pflege 2020 © Springer Medizin Verlag GmbHEtwa zwei Drittel der pflegebedürftigen Menschen werden von ihren Angehörigen oder anderen Bezugspersonen zu Hause gepflegt, Tendenz steigend. Für den pflegenden Menschen bedeutet dies eine oft unterschätzte Mehrfachbelastung, denn zur sich ausdehnenden Pflege müssen Arbeit und Familie unter einen Hut gebracht werden. Untersuchungen zeigen, dass sich rund 70 Prozent der pflegenden Angehörigen überlastet fühlen. „Je höher der Pflegeaufwand ist, desto eher droht, dass zu wenig Zeit bleibt, um auf die eigene Gesundheit zu achten oder den eigenen Bedürfnissen nachzugehen“, berichtet Andreas Westerfellhaus, der Bevollmächtige der Bundesregierung für Pflege. „Anerkennung, Informationen und Vernetzung fehlen häufig, da Angehörige in der Regel mit dem Pflegebedürftigen alleine im Haushalt sind.“ Anlässlich der Eröffnung des Kongress Pflege diskutierten heute Experten aus Politik, Krankenkasse und Patienteninitiative zukunftsfähige Formate, um die pflegenden Angehörigen über einfach zugängliche Angebote zu unterstützen. 

Elimar Brandt von der PflegeZukunfts-Initiative e.V. berichtet auf der Pressekonferenz von Pflegeguides in Unternehmen, wie sie sich in Hessen bereits bewährt haben. „Der Pflegeguide vermittelt den Kontakt zum Vorgesetzten“, so Brandt. „Über ihn können sich Angehörige mit dem Arbeitgeber über zum Beispiel veränderte Arbeitszeiten und Zeitkontingente verständigen. Der Pflegeguide nimmt Befürchtungen, kann raten und unterstützen.“ Ein weiterer innovativer Vorschlag: Neben Kitas müsse es ‚Setas‘ (Seniorentagesstätten) als nationales, niederschwelliges Angebot geben. „Morgens vor Dienstbeginn den zu Pflegenden zur Seta bringen und nach Dienstschluss wieder abholen zu können, würde eine enorme Entlastung bedeuten.“ 

Von Seiten der Regierung bestehe ein breites, kombinierbares Spektrum an Unterstützungsleistungen, teilt der Pflegebevollmächtigte Andreas Westerfellhaus mit. Statistiken zeigen jedoch, dass diese häufig nicht von den pflegenden Angehörigen in Anspruch genommen werden. Neben einer erhöhten Sichtbarkeit arbeite die Regierung an weitaus flexibleren Pflege- und Entlastungsbudgets für Pflegebedürftige und deren Angehörige. Er werde kurzfristig einen entsprechenden Vorschlag für ein Pflegebudget und ein Entlastungsbudget einbringen. Ziel sei ein optimierter Mix aus verschiedenen Unterstützungsleistungen, über die der Bedürftige gemeinsam mit seinem Angehörigen entscheidet und individuell Art, Umfang und Zeitraum festlegen kann.

Hans-Joachim Fritzen, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der AOK Nordost, und langjähriger Chef der Pflegekasse weiß: „Die Gruppe der pflegenden Angehörigen ist extrem unterschiedlich: Junge Menschen – teils noch Schüler –, Ehepartner, Eltern, ältere Menschen und auch Menschen aus unterschiedlichsten Kulturen. Deswegen hat die AOK einen neuen Zugangsweg mit einem Onlinekurs und einem informativen Buch Pflegen zu Hause herausgebracht, das die pflegenden Angehörigen in ihrem Alltag unterstützen soll.“ Die Publikation von Springer Pflege ist ein Print- und Online-Angebot – länderspezifisch für verschiedene AOKs aufbereitet – und  lotst durch den Pflegedschungel. Es bündelt zudem Wissen und gibt praktische Tipps bei sämtlichen pflegerischen Aufgaben.

Über den Angebots- und Bürokratie-Dschungel klagt auch eine echte Pflege-Expertin: Eindrucksvoll berichtet Marie-Luise Müller, die Ehrenpräsidentin des Deutschen Pflegerats e.V., von ihrem neuen Alltag als pflegende Angehörige: „Als Organisatorin und Casemanagerin verbringe ich unendlich viel Zeit. Die Einarbeitung fällt sogar mir als Kennerin des Sozialgesetzbuch-Systems schwer.“ 
Vollständige Pressemappe hier

Der am morgigen Freitag in Berlin startende Jubiläumskongress Pflege kann gleich mit drei Ministerien aufwarten: das Ministerduo Dr. Franziska Giffey und Hubertus Heil werden als Eröffnungsredner erwartet, genauso wie der Staatssekretär Andreas Westerfellhaus. Über zwei Tage haben 1.700 Kongressteilnehmer die Möglichkeit, sich vielen Weiterbildungsthemen zu stellen. Experten aus Politik, Pflegewissenschaft und Juristen werden erwartet, professionell Pflegende aus stationären und ambulanten Einrichtungen. Kongressprogramm hier. Kurzfristige Anmeldungen sind möglich.
Kongressorganisation und Anmeldung: Andrea Tauchert | Springer Medizin Verlag GmbH | tel +49 30 82787-5510.

Springer Pflege ist Anbieter qualitativ hochwertiger Fachinformationen und Services für alle Akteure der Pflege im deutschsprachigen Gesundheitswesen – von der professionellen Pflege bis hin zu pflegenden Angehörigen. Die Angebotspalette umfasst dabei verschiedenste Printprodukte, den Bereich Fort- und Weiterbildung, den Bereich Kongresse und Fachveranstaltungen, sowie umfangreiche Online-Services. Die Verlagsprodukte zeichnen sich durch exzellente Vernetzung zu Berufsverbänden, Herausgebern und Fachautoren aus. Springer Pflege ist ein Bereich des Springer Medizin Verlags und ist damit Teil der Fachverlagsgruppe Springer Nature.

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Informationen zum Kongress Pflege am 24. und 25. Januar 2020 in Berlin  
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Kongressprogramm und weitere Downloads 
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