Hebammen kommen an die Hochschule

Für alle Gesundheitsberufe: 7. Interprofessioneller Gesundheitskongress am 5. und 6. April 2019 in Dresden | Neu: Hebammen Spezial | Akademisierung des Hebammenberufs – der Countdown läuft 

Dresden | Berlin, 15. Januar 2019

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Alle angehenden Hebammen werden zukünftig studieren. Eine EU-Richtlinie sieht eine Akademisierung des Hebammenberufs bis 2020 vor. Deutschland ist der einzige EU-Mitgliedsstaat, in dem das noch nicht umgesetzt ist. „Mit einer Hochschulausbildung sollen die Hebammen dazu befähigt werden, die gestiegenen Anforderungen in der Geburtshilfe zu bewältigen und sich selber immer wieder auf den aktuellen Stand der Forschung zu bringen“, betont Dr. Gertrud M. Ayerle, Hebamme sowie studierte Hebammenwissenschaftlerin an der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Auf dem 7. Interprofessionellen Gesundheitskongress am 5. und 6. April 2019 in Dresden geht es in diesem Jahr auch um Aktuelles aus dem Hebammenwesen. Getreu dem Motto ‚Viele Professionen – ein Patient’ ergänzt das Modul für Hebammen die Veranstaltungen für Pflegefachkräfte, Ärzte, Medizinische Fachangestellte, Logopäden, Physiotherapeuten und im Notfall- und Rettungsbereich Tätige.
 
„Es gibt heute mehr Schwangere, die zum Beispiel chronisch krank sind oder aufgrund komplexer gesundheitlicher und psychosozialer Bedürfnisse intensiv durch Hebammen und Ärzte betreut werden müssen“, berichtet Ayerle, die in der Sektion Hochschulbildung der Deutschen Gesellschaft für Hebammenwissenschaft e.V. aktiv ist. „Zudem können durch neue Methoden der künstlichen Befruchtung Frauen schwanger werden, die es früher nicht konnten. Dadurch entstehen mögliche gesundheitliche Risiken für Mutter und Kind und damit zusätzliche Anforderungen an eine gute Versorgung.“ Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Erkenntnissen der Hebammenforschung, Frauenheilkunde, Geburtshilfe, Allgemeinmedizin und Pharmakologie soll dem Rechnung tragen. Es gibt zwar seit etwa zehn Jahren in einigen deutschen Städten Modell-Studiengänge für Hebammen, doch noch fehlt der gesetzliche Rahmen für eine regelhafte Ausbildung an der Hochschule. Die Zeit drängt: „Noch in diesem Jahr muss das Hebammengesetz überarbeitet und die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung angepasst werden“, sagt Ayerle. Mit dem Gesetz werden auch die Zugangsvoraussetzungen zur Ausbildung auf zwölf Jahre, also Abitur angehoben. „Bisher hatten Hebammen keine Weiterbildungschance und keine Karrieremöglichkeiten – letztlich eine systemische Diskriminierung von Frauen, denn Hebamme ist ein Frauenberuf.“ 

Auf dem 7. Interprofessionellen Gesundheitskongress wird es neben den Spezial-Modulen auch gemeinsame Veranstaltungen für alle Gesundheitsberufe geben: Wie kann man Grabenkämpfe im Team vermeiden? Wie kann der Weg zu einer gemeinsamen Visitenkultur aussehen? Welche Rolle spielt Spiritualität in der Gesundheitsversorgung? Schirmherrin des Kongresses ist die Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz, Barbara Klepsch. Erstmalig wird auf dem Kongress, zu dem etwa 800 Teilnehmer erwartet werden, der Innovationspreis für Interprofessionelle Projekte im Gesundheitswesen vergeben. Mehr Infos zum Kongress siehe untere "Weitere Informationen" oder folgen Sie #IntGeko2019.  

Kongressorganisation und Anmeldung: Andrea Tauchert | Springer Medizin Verlag GmbH | tel +49 30 82787-5510

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Informationen zum 7. Interprofessionellen Gesundheitskongress in Dresden, 5./6. April 2019
www.gesundheitskongresse.de/dresden/2019/  
Informationen zum Innovationspreis
www.gesundheitskongresse.de/dresden/2019/innovationspreis/
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