Genereller Dissens bei der Generalistik: Verpasst Deutschland den internationalen Anschluss in der Pflegeausbildung?

Springer Pflege lädt gesamte Pflegebranche zum zweitägigen Fachaustausch ein | Eröffnungs-Pressekonferenz fokussiert Zukunftsschancen der Generalistik | Größter Kongress für das mittlere Management in der Pflege öffnet am 20. und 21. Januar 2017 seine Pforten in Berlin

Berlin, 19. Januar 2017

© Springer

Mit besonderer Spannung werden die beiden Kongresstage des alljährlichen Branchentreffs Kongress Pflege 2017‘erwartet. Als ein führender Fachverlag in der Gesundheitskommunikation stößt der Springer Medizin Verlag mit seiner nun einjährigen Marke Springer Pflege wichtige Diskussionen an. So fokussierte die Eröffnungs-Pressekonferenz, die alljährlich am Vortag vor Kongressbeginn stattfindet, in diesem Jahr das polarisierende Thema Generalistik. Noch im Frühjahr 2016 propagierte der Regierungsaufruf  „Generalistik jetzt!“ die vereinheitlichte Pflegeausbildung. Anstelle von erwarteten Weichenstellungen und Gesetzesverabschiedungen steckt das Thema jetzt in einer Sackgasse. Die Regierungsparteien sind sich über die möglichen Szenarien der Ausbildungsreform uneins. Was wird nun aus der Reform, die die Antwort auf den Pflegenotstand sein sollte? Experten aus Politik, Lehre und Pflege diskutierten auf der heutigen Pressekonferenz, ob und wie die Generalistik noch zu retten ist.  

„Ärgerlich ist, dass die Befürworter der dreijährigen generalistischen Pflegeausbildung zu keinerlei Kompromissen oder Zugeständnissen bereit sind, obwohl ihr Modell sich bisher in keiner Weise in der Praxis bewährt hat“, erklärte Erwin Rüddel. Der Berichterstatter Pflegepolitik der CDU/CSU-Bundestagsfraktion fuhr fort: „Derzeit haben viele Praktiker die Sorge, dass die Inhalte der Krankenpflege – bedingt durch EU-Vorgaben – die Ausbildung dominieren würden und die Besonderheiten der Kinderkrankenpflege und der Altenpflege zu kurz kommen.“ Während in der Krankenpflege überwiegend Abiturienten und Realschüler einen Abschluss machen, gibt es in der Altenpflege ein wesentlich breiteres Spektrum an Bildungsabschlüssen und sehr viele Quereinsteiger, so Rüddel weiter. „Aktuell brummt die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen in der Altenpflege förmlich. Dieser Trend darf nicht gebremst werden.“

„Das bisherige System ist ungerecht und zu starr, weil es eine zu geringe Anerkennung und gleichzeitig zu wenige Aufstiegsmöglichkeiten bietet“, kritisierte Christine Vogler, stellvertretende Vorsitzende des Bundesverbandes Lehrende Gesundheits- und Sozialberufe BLGS e.V. Die Leiterin der Pflegeschulen Wannsee e.V. fordert vielmehr eine gemeinsame Grundausbildung mit anschließenden Weiterbildungsmöglichkeiten. „Die angeblich zu erwartenden herbeigeredeten Qualitätsmängel beruhen auf einem fundamentalen Missverständnis“, stellte Vogler fest. „Es geht bei der Schaffung eines neuen Pflegeberufs nicht darum, die jetzigen Inhalte der drei Ausbildungsgänge irgendwie zu vereinheitlichen. Vielmehr wird ein neues Pflegeberufsbild geschaffen, das die Versorgungsschwerpunkte der Menschen in den Bereichen der stationären und ambulanten Versorgung in allen Lebensaltersstufen abbildet.“ 

Vor „irreparablen Schädigungen einer ganzen Berufsgruppe und einer damit ein-hergehenden gravierenden Verschlechterung der Versorgung“ bei Scheitern der Reform warnte der Präsident der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz, Dr. Markus Mai. Die Pflegeausbildung dürfe den Anschluss an internationale Standards nicht verlieren: „Kein anderes europäisches Land leistet sich eine dreigeteilte Pflegeausbildung. Zudem ist die deutsche Altenpflegeausbildung international nicht als Fachausbildung anerkannt. Darüber hinaus wird in keinem Land Europas ein Heilberuf schon in der Primärqualifikation auf unterschiedliche Altersgruppen hin spezialisiert.“

Für die morgige Kongresseröffnung mit Manuela Schwesig bleibt es spannend, was die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend den über 1.700 anwesenden Gästen während ihrer Eröffnungsrede in Aussicht stellt. Die Regierungsparteien stehen unter Druck. Weichenstellungen heute können entscheidend für den Ausgang der Wahlen im Herbst sein.

Der ‚Kongress Pflege’ gilt seit Jahren als der Pflichttermin im Fortbildungskalender für das Pflegemanagement und die optimale Plattform für Fachfortbildung mit Schwerpunktthemen aus den Bereichen Recht, Management, Bildung, Praxis und Personal. Neben einem Modul für Personalleitungen steht auch wieder eine zweitägige Juristische Fachveranstaltung im Rahmen des 22. Pflege-Recht-Tages auf dem Programm, die 2017 erstmals auch für Nicht-Juristen zugänglich sein wird. Ergänzt wird das umfangreiche Programm von einer Expertenrunde für Pflegende Angehörige. Neben der Verleihung des 6. Pflegemanagement-Awards, gibt es für 2017 eine Premiere zu vermelden: Vincentz Network veranstaltet  im Rahmen des Kongresses erstmals das ‚Forum Altenpflege'. 
Hauptsponsor des Kongresses ist die Paul Hartmann AG. 
Elektronische Pressemappe zum Download hier. Mehr zum Kongress Pflege unter "Weitere Informationen".

Kongressorganisation und Anmeldung: Andrea Tauchert | Springer Medizin | tel +49 30 82787-5510 | andrea.tauchert@springer.com

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