Dilemma Demenz – ungelöste Mammutaufgabe in deutschen Krankenhäusern

Kaum etablierte Konzepte vorhanden trotz akutem Handlungsbedarf | Vertreter aller Gesundheitsberufe diskutieren beim 5. Interprofessionellen Gesundheitskongress, der heute in Dresden beginnt 

Dresden | Berlin, 28. April 2017  

© SpringerMehr als 8 Millionen ältere Menschen werden in Deutschland jährlich stationär behandelt. Sie kommen mit Knochenbrüchen, Lungenentzündungen oder Harnwegsinfektionen in ein Krankenhaus, bedürfen aber häufig viel mehr als der üblichen Behandlung, denn fast jeder fünfte Patient über 65 Jahren leidet an Demenz. Insgesamt weisen 40 Prozent aller über 65-jährigen Patienten in Allgemeinkrankenhäusern kognitive Beeinträchtigungen auf. Krankenhäuser setzen hingegen für professionell Pflegende auf optimierte Arbeitsprozesse, diese verschärfen die Problematik allerdings, denn demente Menschen brauchen vielmehr eine behutsamere und verlangsamte Versorgung. Die Situation ist in allen Krankenhäusern Deutschlands alarmierend – und die Gesundheitspolitik ist gefordert, rasch zu handeln. Das Dilemma Demenz ist ein Schwerpunktthema auf dem 5. Interprofessionellen Gesundheitskongress in Dresden, zu dem Springer Medizin und Springer Pflege heute und morgen gemeinsam einladen. 

„Es sind kaum Konzepte zur Versorgung von Menschen mit Demenz umgesetzt“, stellt Michael Junge, Vorsitzender des Sächsischen Pflegerates fest. „Insbesondere Sachsen ist in dieser Hinsicht ein Entwicklungsland.“ Die Situation spitzt sich weiter zu, weil Sachsen neben Sachsen-Anhalt und Thüringen zu den Bundesländern mit dem höchsten Altersdurchschnitt gehört. „Von Managementseite bedarf es konstruktiver Konzepte, die die spezifischen Bedürfnisse von Menschen mit Demenz berücksichtigen“, fordert Junge. Dabei bedeutet die Versorgung von Menschen mit Demenz in Kliniken, Heimen oder ambulanten Pflegediensten immer eine hohe Personalintensität, die nur durch intelligente Refinanzierungen bereitgestellt werden kann.

Dringend bedarf es einer Lösung für alle Gesundheitsberufe, die die Zuständigkeiten zwischen den Berufen neu regelt und die den besonderen Herausforderungen bei der Versorgung von Demenzerkrankten gerecht wird. „Dies ist nur als gemeinsame interprofessionelle Aufgabe zu bewältigen“, betont Junge. „Das heißt unter Umständen auch, dass die Koordination weniger durch Mediziner und mehr durch Pflegende erfolgt.“ Gleichzeitig muss auch Krankenhausarchitektur neu gedacht werden. „Die Architektur sollte eine leichte Orientierung auch für Menschen mit geistigen Einschränkungen ermöglichen und die medizinische und pflegerische Versorgung deutlich mehr unterstützen als heute“, fordert der Pflegeexperte.

Neben umfassenden Versorgungskonzepten für Demenzkranke widmet sich der diesjährige Kongress Themen wie der besseren Kommunikation zwischen den Berufsgruppen und Optimierungen im Prozessmanagement. Aber auch Fachthemen aus Onkologie, Diabetes und Kompressionstherapie stehen im Fokus. Spezielle Angebote für einzelne Berufsgruppen wie „Notfall Spezial“ oder „Pflege Spezial“ bietet der Kongress ebenso wie eine pflegepolitische Podiumsdiskussion mit Blick auf die Bundestagswahlen im September. Außerdem findet wie jedes Jahr das HeilberufeSCIENCE-Symposium statt sowie der Schülertag, eine Veranstaltung von Auszubildenden für Auszubildende. 

In diesem Jahr sind erneut rund 800 Teilnehmer vor Ort: Für Mediziner, Pflegekräfte, Therapeuten, Gesundheitswissenschaftler und alle im Notfall- und Rettungsbereich Tätigen sind die Tore im Internationalen Congress Center Dresden am 28. und 29. April geöffnet. Spontane Anmeldungen sind noch möglich. Hauptsponsor des Kongresses ist die Firma Bristol-Myers Squibb. 

Das Programm sowie mehr Informationen rund um den Kongress finden Sie unter ‚Weitere Informationen‘ oder folgen Sie: #‎IntGeKo2017.

Kongressorganisation und Anmeldung: Andrea Tauchert | Springer Medizin Verlag GmbH | tel +49 30 82787-5510

Springer Medizin (www.springermedizin.de) ist Anbieter qualitativ hochwertiger Fachinformationen und Services für alle Akteure im deutschsprachigen Gesundheitswesen. Die Produktpalette umfasst Zeitschriften, Zeitungen, Bücher sowie umfangreiche digitale Angebote für alle Arztgruppen, Zahnärzte, Pharmazeuten und Entscheider in der Gesundheitspolitik. Die Verlagsprodukte zeichnen sich durch exzellente Vernetzung zu wissenschaftlichen Fachgesellschaften, Berufsverbänden, Herausgebern und Fachautoren aus. Springer Medizin ist Teil der Fachverlagsgruppe Springer Nature.

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Weitere Informationen

Zum 5. Interprofessionellen Gesundheitskongress am 28. und 29. April 2017 in Dresden

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tel +49 30 82787-5510 | andrea.tauchert@springer.com

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