Das Krankenhaus – ein Risiko für alte Menschen

16. Gesundheitspflege-Kongress von Springer Pflege am 2. und 3. November 2018 in Hamburg | Verwirrtheit, Muskelabbau, Multimedikation: Alte Menschen sind vulnerabler | Problem Delir: Pflegebedürftigkeit vermeiden  

Hamburg | Berlin, 27. September 2018 

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Mit einem kleineren Problem ins Krankenhaus herein-, als Pflegefall wieder herauskommen: älteren und alten Patienten passiert das häufiger. „Vielen alten Menschen fällt es schwer, sich an die neue Umgebung anzupassen“, erläutert Prof. Uta Gaidys von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) in Hamburg. „Sie sind besonders vulnerabel, etwa weil sie unter chronischen Erkrankungen leiden, mehrere Medikamente einnehmen, Orientierungsprobleme oder Seh-, Hör- oder Sprachschwierigkeiten haben.“ Der ältere Patient im Akutkrankenhaus ist ein Schwerpunkt-Thema auf dem 16. Gesundheitspflege-Kongress, der am 2. und 3. November 2018 in Hamburg stattfindet. Veranstalter des Kongresses ist Springer Pflege – in Kooperation mit der HAW, dem Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) und großen Kliniken aus der Region.

Der Anteil älterer Patienten im Krankenhaus steigt, bereits über 60 Prozent sind im Rentenalter. Sie sind zum Beispiel besonders gefährdet, ein Delir zu entwickeln, also eine Verwirrtheit, die oft nicht nur vorübergehend ist. Etwa jeder zehnte bis fünfte der über 65-jährigen Patienten zeigt bereits bei Aufnahme in ein Krankenhaus Anzeichen eines Delirs. Weitere 10 bis 25 Prozent sind zu einem späteren Zeitpunkt betroffen. Doch ein Delirmanagement ist noch längst nicht in allen Kliniken umgesetzt. „Beim Delirmanagement sind gerade erfahrene Pflegende gefragt, um ein Delir festzustellen und während des Klinikaufenthalts Orientierung zu bieten“, betont Gaidys. Dafür fehlt es allerdings oft nicht nur an Personal, sondern auch an Abrechnungsmöglichkeiten für diese zeitintensive Tätigkeit. Die Pflegewissenschaftlerin weist jedoch darauf hin, dass an dieser Stelle der Pflegekomplexmaßnahmen-Score zum Zug kommen kann – ein Instrument, um hochkomplexe Pflegemaßnahmen über die Fallpauschalen vergüten zu können. „Das müssten Pflegekräfte allerdings stärker einfordern“, hebt Gaidys hervor. 

Ähnliches gelte zum Beispiel auch in den Bereichen Mobilisierung oder Essenreichen: „Originär pflegerische Aufgaben werden hier oftmals an die Physiotherapeuten beziehungsweise externe Firmen abgegeben“, so Gaidys. Auch die Überprüfung der Medikation verschwinde immer mehr aus dem pflegerischen Berufsalltag. „Doch gerade bei alten Menschen sind Pflegekräfte eine wichtige Kontrollinstanz, um Nebenwirkungen zu beobachten, Wirkungen von Tabletten zu erläutern und eine medikamentöse Fixierung etwa durch Benzodiazepine zu vermeiden.“ Die Pflegeprofessorin fordert die Krankenhäuser und insbesondere die Pflegekräfte dazu auf, die Komplexität patientennaher Aufgaben gerade in der Versorgung alter Patienten wahrzunehmen und sichtbar zu machen.

Der 16. Gesundheitspflegekongress bietet Lösungen für aktuelle Pflegeprobleme in Zeiten des Personalmangels und digitalen Wandels: Pflege-IT, Change-Management, gesunde Führung, neue Wege in der Praxisanleitung, Beratung pflegender Angehöriger oder Anti-Ärger-Strategien werden weitere Themen sein. Im Forum Pflegende Angehörige, das sich auch an professionelle Pflegefachkräfte richtet, wird die Umsetzung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs diskutiert. Hauptsponsor ist wie in den Vorjahren auch das forschende Pharmaunternehmen Bristol-Myers Squibb.

Den ersten Programmflyer zum Kongress finden Sie zum Download unter „Weitere Informationen“. Alle Informationen rund um den Kongress hier oder folgen Sie: #GeKo2018

Kongressorganisation und Anmeldung: Andrea Tauchert | Springer Medizin | tel +49 30 82787-5510 | andrea.tauchert@springer.com

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