Julius-Springer-Preis für Ophthalmologie 2016 verliehen

Aus der Springer-Fachzeitschrift Der Ophthalmologe wurde die beste Originalarbeit mit dem ‚Julius-Springer-Preis für Ophthalmologie‘ ausgezeichnet | Preisträgerin ist Friederike Schaub für ihren herausragenden Fachbeitrag von internationaler Bedeutung
 

Berlin | Heidelberg, 04. Oktober 2016

© springerAuch in diesem Jahr zeichnet die Springer Fachzeitschrift Der Ophthalmologe die beste eingereichte Originalarbeit aus, die im Zeitraum von September 2015 bis September 2016 in der Der Ophthalmologe erschienen ist. Der diesjährige prämierte Beitrag ist eine in-vitro-Studie, die sich mit der innovativen Modifikation einer in der Augenmedizin bewährten Operationstechnik  bei einer Hornhautendothelererkrankung beschäftigt. Die Auszeichnung mit dem 9. Julius-Springer-Preis für Ophthalmologie und das Preisgeld in Höhe von Euro 2.500 Euro nahm die Augenexpertin Dr. Friederike Schaub Anfang Oktober im Rahmen des Kongresses der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft in Berlin entgegen.

„Friederike Schaub hat in ihrem Beitrag „Einfluss von 20 % Schwefelhexafluorid (SF6) auf humane korneale Endothelzellen“ die zugrunde gelegte Fragestellung systematisch und methodisch äußerst akkurat und anspruchsvoll bearbeitet“, lobte Professor Dr. med Frank G. Holz Jurymitglied und Schriftleiter von Der Ophthalmologe den Beitrag. Während seiner Laudatio betonte er für die gesamte Jury, dass die prämierte Ausarbeitung von hoher klinischer Relevanz sei. Die Ergebnisse  seien aufgrund der steigenden Häufigkeit der lamellären Keratoplastik von hoher klinischer Relevanz. Schaubs Beitrag wird deswegen sicherlich nicht nur national, sondern auch international viel Beachtung finden.

Die erste perforierende Keratoplastik als etablierte Operationsmethode liegt mehr als 100 Jahre zurück. Seither wurden so viele Hornhauterkrankungen am Auge behandelt. Wesentliche Fortschritte erzielte die Medizin seither, so dass weitaus hornhautschonender operiert werden kann. Charakteristisch für dieses etablierte Verfahren ist, dass während des Eingriffs die Vorderkammer mit Luft gefüllt wird, um das Transplantat anzulegen. Als mögliche postoperative Komplikation kann eine mangelnde Transplantatadhärenz auftreten, die eine erneute Lufteingabe in die Vorderkammer erforderlich macht. Zur Verbesserung der Transplantatadhärenz und zur Verminderung der Notwendigkeit erneuter Lufteingaben im postoperativen Verlauf, kann intraoperativ als Alternative zur Raumluft ein Gasgemisch, z.B. Schwefelhexafluorid verdünnt mit Raumluft (SF6 20%), eingesetzt werden. In dieser in-vitro-Studie untersuchten Frau Dr. Schaub und Koautoren nun mögliche toxische Effekte von SF6 20% auf das humane korneale Endothel.

In ihren Untersuchungen fanden die Experten keine signifikanten Unterschiede bei der Verwendung von SF6 20% im Vergleich zu Raumluft hinsichtlich der untersuchten Parameter. Sie schlossen daraus, dass SF6 bei der posterioren lamellären Keratoplastik eine intraoperative Alternative zu Raumluft darstellen kann. Dabei betonen die Autoren jedoch, dass weitere klinische Studien nötig  seien, um mögliche Langzeitfolgen in vivo beurteilen zu können.

Friederike Schaub studierte an der Universität zu Köln Humanmedizin, wo sie im November 2013 im Bereich der Hals-Nasen-und Ohrenheilkunde promovierte. Seit September 2012 ist sie am Zentrum für Augenheilkunde an der Universität zu Köln als Assistenzärztin tätig und arbeitet seitdem an der Hornhautbank mit.

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Interessierten Journalisten kann der Volltext „Einfluss von 20 % Schwefelhexafluorid (SF6) auf humane korneale Endothelzellen. Eine In-vitro-Studie“, erschienen in Der Ophthalmologe (01/2016) 113: S.52-57 zur Verfügung gestellt werden.

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Uschi Kidane | Springer Nature  | Communications | tel +49 6221 487 8166 | uschi.kidane@springer.com