Julius-Springer-Preis für Chirurgie verliehen

Originalarbeit über Zeit-Management bei akuten Blinddarmentzündungen erhält Julius-Springer-Preis für Chirurgie | 4-Stunden-Grenze gilt demnach als überholt

 

Berlin | Heidelberg, 19. April 2018

© Springer Medizin Verlag GmbHZur Förderung der wissenschaftlichen Forschung zeichnet die Springer Fachzeitschrift Der Chirurg jedes Jahr die beste Übersichts- oder Originalarbeit aus, die im Vorjahr veröffentlicht worden ist. In diesem Jahr nahm Dr. Jan Erik Slotta, die Auszeichnung am Abend des 18. April 2018 während des 135. Jahreskongresses der Deutschen Chirurgischen Gesellschaft (DGCH) in Berlin für seine Arbeit Management der akuten Appendizitis entgegen. 

In seiner Originalarbeit, die in Der Chirurg 6 | 2017 erschien, beschäftigt sich der Chirurg mit der Frage, wie viel Zeit von Einlieferung eines Patienten in ein Krankenhaus bis zu einer notwendigen Operation verstreichen darf, ohne dass es zu postoperativen Komplikationen kommt. Die akute Blinddarmentzündung macht 25 Prozent aller akuten Erkrankungen im Bauchraum aus. Die Vergangenheit zeigt, dass weitaus mehr Blinddarmentfernungen durchgeführt werden, als tatsächlich nötig. Ausgangsbasis für seine Studie an 655 Patienten war die bisher gängige historisch begründete Maxime, dass eine Operation bei akuter Appendizitis nicht aufgeschoben werden darf und innerhalb von vier Stunden erfolgen muss. Die Untersuchung von Slotta und seinem Team ergaben hingegen, dass innerhalb eines Zeitrahmens von bis zu 8 Stunden keine vermehrten postoperativen Schädigungen beim Patienten zu beobachten waren. Damit stellt das Ergebnis dieser Studie die bis dato hinlänglich verbreitete 4 Stunden-Maximal-Frist als überholt dar. Neben des zeitlichen Faktors hatte das Team auch Daten zu Anamnese, Diagnose und operativen Verfahren erhoben. 

In seiner Laudatio betonte Professor Dr. med. Dr. h. c. mult. Henning Dralle, Schriftleiter von Der Chirurg, die auffallend detaillierte Analyse samt umfassender und verständlicher Aufbereitung in der Springer-Zeitschrift. Mit seinem Beitrag schafften Slotta und seine Koautoren eine höchst aufschlussreiche Anleitung, die dem Krankenhausteam zukünftig beim Zeitmanagement pro und kontra Operation hilft, schloss Dralle seine Rede. 

Dr. Jan Erik Slotta ist Facharzt für Viszeralchirurgie und spezielle Viszeralchirurgie. Er arbeitet im Erzgebirgsklinikum Annaberg als Oberarzt.

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Bild: Verleihung des Julius-Springer-Preises für Chirurgie am 18.04.2018 in Berlin | v. l. n. r. Christiane Jurek (Managing Editor Der Chirurg), Dr. Jan Erik Slotta (Preisträger des Julius-Springer-Preises für Chirurgie 2018) und Professor Dr. med. Dr. h. c. mult. Henning Dralle (Schriftleiter Der Chirurg) | © Springer Medizin Verlag

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Interessierten kann der Volltext Management der akuten Appendizitis – Evidenz für eine zeitnahe chirurgische Therapie, erschienen in Der Chirurg 6 | 2017 zur Verfügung gestellt werden. 

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