Jan Werner gewinnt Arnold Berliner Award 2018

Der deutsche Post-Doktorand erhält die Auszeichnung für seine Forschung zu den Ursprüngen der Endothermie

Heidelberg | London, 14. März 2018

Arnold Berliner Award © SpringerDer diesjährige Preisträger des Arnold Berliner Award ist Jan Werner von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Er erhält den Preis als Auszeichnung für seinen Concept & Synthesis-Artikel in der fachübergreifenden Springer-Zeitschrift The Science of Nature. In dem Artikel untersuchen Werner und seine Co-Autorin Eva Maria Griebeler die Ursprünge der Endothermie – die Art und Weise, wie Wirbeltiere unabhängig von ihrer Umwelt eine gleichbleibende Körpertemperatur behalten. Die Ergebnisse der Studie bilden den Ausgangspunkt für neue evolutions- und entwicklungsphysiologische Forschungsarbeiten in diesem faszinierenden Bereich.

Jan Werner © Andrea Englert/Jan WernerWie sich Endothermie bei Amniontieren – einer Gruppe von Wirbeltieren, zu der unter anderem Reptilien, Vögel und Säugetiere zählen – entwickelt hat, stellt weiterhin ein ungelöstes wissenschaftliches Problem dar. Werners Artikel beschreibt ein Modell, das eine Verbindung herstellt zwischen dem ursprünglichen Entwicklungsverlauf und einigen Eigenschaften, die noch heute bei endothermischen Lebewesen wie Vögeln und Säugetieren zu finden sind. Das Modell legt nahe, dass ein frühzeitiges Wachstumsende während der biologischen Entwicklung (Ontogenese) eines Amniontiers entscheidend für die Entstehung der Endothermie war.

Sven Thatje, Herausgeber von The Science of Nature, sagt: „Dr. Jan Werners Artikel ist von großer Bedeutung, da er einen Erklärungsansatz für die Evolution der Endothermie liefert. Der Artikel stellt dar, wie Aspekte der Entwicklung der Endothermie mit zahlreichen Eigenschaften konsistent sind, die auch heute bei endothermischen Vögeln und Säugetieren beobachtet werden können.“

Jan Werner schloss sein Biologie-Studium an der Universität Mainz ab, wo er anschließend mit einer Arbeit über die Fortpflanzung von Dinosauriern, insbesondere den Gigantismus der Sauropoden, promovierte. In seinem aktuellen Forschungsprojekt widmet er sich der Evolution der Endothermie, der Körpergröße und den Implikationen für die Entwicklung von Wirbeltieren.

„Als ich erfuhr, dass ich den Arnold Berliner Award gewonnen habe, war ich überrascht und fühlte mich sehr geehrt. Nachwuchswissenschaftler erhalten selten eine derartige Wertschätzung für ihre Arbeit. Diese Auszeichnung motiviert mich, meine Forschung weiterzuführen“, so Werner.

Der Arnold Berliner Award wurde 2013 in Anerkennung des Gründers des Journals ins Leben gerufen. Der Preis wird an den Hauptautor eines herausragenden wissenschaftlichen Beitrags verliehen, der im vergangenen Kalenderjahr in The Science of Nature veröffentlicht wurde. Auswahlkriterien für den Arnold Berliner Award sind Exzellenz, Originalität und vor allem Interdisziplinarität der Forschung, was Berliners ursprüngliche Motivation bei der Gründung des Journals im Jahr 1913 widerspiegelt. Berliner war für eine außergewöhnlich lange Zeit von 22 Jahren Herausgeber des Journals und gestaltete die damalige Wissenschaftslandschaft durch sein einflussreiches Engagement maßgeblich mit.

Das englische Peer-Review-Journal The Science of Nature widmet sich der schnellen Veröffentlichung und globalen Verbreitung von hochkarätiger Forschung, die von Interesse für Forscherinnen und Forscher innerhalb der Biowissenschaften ist. Auch Beiträge aus den Bereichen Chemie, Geologie und Physik, die sich mit für die Biowissenschaft relevanten Fragestellungen beschäftigen, können in der Zeitschrift publiziert werden. The Science of Nature zielt darauf ab, herausragende Forschung und den Austausch von Ideen in der Biowissenschaft und den angrenzenden Fachgebieten zu fördern.

Referenz: Werner, J. & Griebeler, E.M. Was endothermy in amniotes induced by an early stop in growth during ontogeny? Sci Nat (2017)104:90 DOI: 10.1007/s00114-017-1513-1

Weitere Informationen

Über das Journal The Science of Nature

Über den Arnold Berliner Award

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