Logo - springer
Slogan - springer

Medizin & Gesundheitsberufe - Medizin News | So kommt Ebbe in der Speiseröhre

So kommt Ebbe in der Speiseröhre

Refluxbeschwerden sind häufig. Jeder fünfte Erwachsene leidet an der gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD). Zeigt diese sich therapieresistent, sollte zur Vermeidung therapeutischer Fehler stratifiziert vorgegangen werden.

Die wichtigsten Ziele der Therapie einer GERD sind neben der Symptomenkontrolle und der Heilung einer etwaig bestehenden Refluxösophagitis die langfristige Remissionserhaltung sowie die Prävention oder Therapie von Komplikationen. Dabei erfolgt die Standardbehandlung durch Allgemeinmaßnahmen und einen Protonenpumpeninhibitor (PPI).

Ursachen therapieresistenter Refluxbeschwerden 

Führt eine achtwöchige Therapie mit einer Standarddosierung eines PPI nicht zu einer adäquaten Kontrolle der Symptome, liegt eine therapieresistente GERD vor. Das Ursachenspektrum hierbei ist breit. Neben einer Fehldiagnose ist ein häufiger Grund der Therapieresistenz in der mangelnden Compliance der Patienten bei der Medikation zu suchen. Über die Hälfte der Patienten nimmt die verschriebenen PPIs falsch ein, was zu einer unzureichenden Säuresuppression führt. Trotz einer standarddosierten PPI-Medikation weisen viele Patienten einen persistierenden Säurereflux auf. Dem kann in der Regel mit einer Erhöhung der Dosis begegnet werden. In seltenen Fällen können jedoch pathophysiologische Ursachen wie eine PPI-Resistenz zugrunde liegen.Nach Ausschluss einer anderweitigen ösophagealen oder extraösophagealen Ursache sollte zunächst die säurehemmende Therapie optimiert werden.

Alternative und zusAlternative und zusätzliche Therapieoptionen  

Hält die Problematik weiter an, ist eine funktionelle Diagnostik angezeigt, die im optimalen Fall eine kombinierte pH-Metrie und Impendanzmessung beinhaltet.
Eine vorübergehende Relaxation des unteren Ösophagussphinkters durch Refluxblocker kommt als Therapieoption ebenso in Betracht, wie die Beeinflussung der Sensitivität der Speiseröhre durch die Gabe von trizyklischen Antidepressiva oder Serotoninwiederaufnahmehemmern. Die minimalinvasive chirurgische Rekonstruktion der gastroösophagealen Antirefluxbarriere ist einer medikamentösen Therapie überlegen und mittlerweile nebenwirkungsarm. Sie ist vor allem bei Patienten indiziert, die an einem „Volumenreflux“ leiden, bei denen also ein PPI zwar die sauren Valenzen reduziert, nicht aber im gleichen Maße das Volumen.
Die Entscheidung zur Operation setzt in jedem Fall eine definitive Diagnose und chirurgische Behandlungsindikation voraus. Streng kontraindiziert ist eine chirurgische Behandlung bei Patienten mit Magenentleerungsstörungen und beim Vorliegen psychischer Komorbiditäten.
Verfasser dieser Medizin News: Robert Woltmann

Quelle: 

11377
Labenz J, Feußner H (2009) Therapieresistente Refluxkrankheit. Gastroenterologe 5: 393–402

Weitere Themen in dieser Ausgabe: 

  • Papillentumoren - endoskopische und/oder chirurgische Therapie?
  • Moderne interdisziplinäre Therapie der nekrotisierenden Pankreatitis
  • Lebertransplantation bei primär sklerosierender Cholangitis und Colitis ulcerosa
  • Fistelnder und abszedierender Morbus Crohn
Dieses Heft zum Preis von EUR 32,00 bestellen:
(unverbindliche Preisempfehlung inkl. 7% dt. MwSt. zzgl. Versandkosten)