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Medizin & Gesundheitsberufe - Medizin News | Atemlos? Ruhig Blut beim Pneumothorax

Atemlos? Ruhig Blut beim Pneumothorax

Ein Pneumothorax ist potentiell lebensbedrohlich. Da sich die verschiedenen Formen in Morbidität und Letalität unterscheiden, sind Definition und Klassifikation des Pneumothorax entscheidend für die zügige Diagnose und rasche Therapieeinleitung.

Im hektischen Klinikalltag ist die Unterscheidung des heterogenen Krankheitsbildes Pneumothorax oft nicht konsequent genug. Unterschieden werden primärer, sekundärer, iatrogener und traumatischer Pneumothorax, der offene Pneumothorax mit Verbindung des Pleuraraums nach außen und der geschlossene mit einer offenen Verbindung der Pleura zur Lunge.
Der traumatische Pneumothorax ist häufig ein offener und wird meist durch Rippenbrüche verursacht. Lungengefährdende Eingriffe wie transbronchiale Biopsien, aber auch ein Barotrauma unter Beatmung können einen iatrogenen Pneumothrorax verursachen. Daher sollte nach solchen Maßnahmen immer eine Thoraxröntgenaufnahme erfolgen.
Beim lebensgefährlichen Spannungspneumothorax steigt aufgrund eines Ventilmechanismus, durch den Luft von innen oder außen in die Brusthöhle eindringt, der intrathorakale Druck auf der verletzten Seite, wodurch das Mediastinum verdrängt wird. Die Komprimierung der gesunden Lunge und der Hohlvenen drosselt den venösen Rückstrom zum Herzen. Das Schlagvolumen nimmt bedrohlich ab. Der Spannungspneumothorax ist daher eine wichtige Differenzialdiagnose des unklaren Kreislaufschocks.

Thoraxdrainage ist entscheidende Notfallmaßnahme  

Hypersonore Klopfgeräusche auf der betroffenen Seite, abgeschwächte Atemgeräusche und palpierbare Weichteilemphyseme treten bei der klinischen Untersuchung als typische Symptome auf. Abgesichert wird die Diagnose durch eine Expirationsaufnahme im Stehen. Die initiale Therapie jedes symptomatischen Pneumothorax ist die sofortige Entlastung durch Einlage einer Thoraxdrainage. In absoluten Notfällen kann eine Pleurapunktion indiziert sein und Leben retten. Weitere wichtige Therapiemaßnahmen beim Pneumothorax sind außerdem eine Nadel- oder Katheteraspiration, die chemische Pleurodese oder chirurgische Interventionen. Bei einem partiellen, ohne Vorerkrankungen auftretenden Pneumothorax ist eine einfache Beobachtung unter engmaschiger ärztlicher Kontrolle vertretbar.
Verfasser dieses Themas der Woche: Robert Woltmann

Quelle: 

10405
Herth FJF (2008) Pneumothorax. Der Pneumologe 5: 239-246

Weitere Themen in dieser Ausgabe: 

  • Diagnostik der Pleuraerkrankungen
  • Management des parapneumonischen Ergusses und des Pleuraempyems
  • Kortisoninduzierte Osteoporose
  • Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung
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