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Medizin & Gesundheitsberufe - Medizin News | G-DRG-System 2009 – Spezialfälle schwer kalkulierbar

G-DRG-System 2009 – Spezialfälle schwer kalkulierbar

Die Ausarbeitung des G-DRG-Systems zur Version 2009 ist abgeschlossen. Der Anspruch der InEK, aufwendige Fallkonstellationen genauer darzustellen, prägt die Weiterentwicklung. Ist das System aus Sicht der Orthopädie und Unfallchirurgie nun ausgereift?

Nach Angaben des Instituts für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) lassen sich in Kalkulationsstichproben 75% der Patienten mit den 200 fallzahlstärksten DRGs („diagnosis-related groups“) abbilden. Hierzu zählen auch alle Behandlungsformen der Standardendoprothetik. Diese DRGs ermöglichen eine weitgehend sach- und leistungsgerechte Abbildung der Behandlungskosten. Wie verhält es sich mit den verbleibenden Fällen? Sie verteilen sich auf sage und schreibe 992 weitere DRGs. Darin spiegelt sich der Anspruch des InEK wieder, auch sehr spezielle Fallkonstellationen abzubilden. 55 neu gebildete DRGs haben zur Konsequenz, dass oft nur sehr wenige Patienten in eine der Gruppen fallen. Die Kalkulation der Pauschalen kann aufgrund der kleinen Patientenzahlen erheblich schwanken. Gerade Kliniken mit Maximalversorgung werden in ihrer Planungssicherheit beeinträchtigt. Zudem bewirkt die wachsende Komplexität, dass Ärzte das System kaum noch durchschauen.

Ungedeckte Kosten bei der Behandlung Schwerverletzter  

Im Zuge der Systemaktualisierung 2009 wurden die für Schwerverletzte relevanten DRGs nicht wesentlich verändert. Sind diese Fälle also ausreichend gut abgebildet? Die Frage lässt sich nicht bejahen. Es besteht weiterhin eine erhebliche Kostenunterdeckung bei der Behandlung Schwerverletzter. Das G-DRG-System berücksichtigt wichtige Entwicklungen in der Versorgung nur ungenügend. Traumanetzwerke fördern die möglichst frühe Behandlung Schwerverletzter in Traumazentren. Mit den Patienten akkumulieren dort auch die ungedeckten Kosten. Die uneinheitliche Definition des Polytraumas aus klinischer und ökonomischer Sicht bewirkt, dass eine erhebliche Zahl an Schwerverletzten nicht in die entsprechenden DRGs eingruppiert wird. Umgekehrt erhalten Patienten auf DRG-Ebene den Status „Schwerverletzter“, ohne die medizinischen Kriterien zu erfüllen. Daher müssen die DRG-Definitionen für Schwerverletzte weiter geschärft werden.
Verfasser dieses Themas der Woche: Ansgar Schlichting

Quelle:  

00113
Franz D, Windolf J, Siebert CH, Roeder N (2008) Orthopädie und Unfallchirurgie im G-DRG-System 2009. Der Unfallchirurg 112(1): DOI: s00113-008-1530-9

Weitere Themen in dieser Ausgabe: 

  • Externe Supportiva zur Förderung der Frakturheilung
  • D-navigierte Fersenbeinosteosynthese
  • Decollementverletzungen
  • Persistierende Dysphagie und mechanische Glottisparese
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