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Engagement in der Freien Wohlfahrtspflege

Empirische Befunde aus der Terra incognita eines Spitzenverbandes

Authors: Backhaus-Maul, H., Speck, K., Hörnlein, M., Krohn, M.

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  • ​Umfassende empirische Studie
  • Zahlreiche Anregungen und Vorschläge zur (Weiter-) Entwicklung eines originären Aufgabenbereiches der Freien Wohlfahrtspflege
  • Legitimationswissen zur Begründung der steuerlichen und politischen Begünstigung der Freien Wohlfahrtspflege
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About this book

​In dieser empirischen Studie wird erstmals umfassend mit qualitativen und quantitativen Methoden das Engagement in der Freien Wohlfahrtspflege anhand eines exemplarisch ausgewählten Spitzenverbandes und seiner Landesverbände in Berlin, Nordrhein-Westfalen und Thüringen untersucht.

Im Mittelpunkt stehen Umfang und Ausprägungen, Vorstellungen und Deutungen sowie Steuerung und Förderung von Engagement.

About the authors

Holger Backhaus-Maul, Soziologe und Verwaltungswissenschaftler, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und Mitglied im Vorstand der Stiftung Aktive Bürgerschaft (Berlin).

Dr. Karsten Speck ist Professor für Forschungsmethoden der Erziehungs- und Bildungswissenschaften an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg.

Miriam Hörnlein, Erziehungswissenschaftlerin, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Maud Krohn, Erziehungswissenschaftlerin, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg.

Reviews

Aus den Rezensionen:

 

“... ein wichtiges und grundlegendes Buch für die Verantwortlichen in der Freien Wohlfahrtspflege sowie Führungs- und Leitungskräfte in sozialen Einrichtungen und Diensten." (in: Der Paritätische Hessen, paritaet-hessen.org, 18. November 2014)


Kommentare zur Studie

Prof. Dr. Sebastian Braun (Humboldt-Universität zu Berlin)

Traditionelle intermediäre Großorganisationen wie die Wohlfahrtsverbände spielen als struktureller Rahmen des bürgerschaftlichen Engagements in Deutschland eine maßgebliche Rolle: Einerseits präformieren sie für einen hohen Anteil der Engagierten die Gelegenheitsstrukturen für bürgerschaftliches Engagement. Andererseits entwickeln und erstellen sie auf der Basis der Zeit- und Wissensspenden der Engagierten und im Zusammenspiel mit hauptamtlichem Personal konkrete und lebensweltnahe Leistungen für Bürgerinnen und Bürger.

Zahlreiche traditionelle verbandliche Großorganisationen scheinen sich jedoch in den letzten Jahrzehnten unter dem Eindruck international zirkulierender „neoliberaler“ Steuerungsregime und damit verbundener New Public Management-Debatten zunehmend zu wandeln: von zivilgesellschaftlich fest verankerten, bedarfswirtschaftlich ausgerichteten „Solidargemeinschaften“ mit langfristigen Mitgliedschaften und einem belastbaren „Ehrenamt“ zu betriebswirtschaftlich geführten Dienstleistungsorganisationen auf (Quasi-)Märkten mit zielgruppenorientierten Angeboten für Kunden/innen und Konsumenten/innen.

Quasi im Einklang mit diesen Entwicklungen kommen vielen dieser intermediären Großorganisationen zunehmend ihre Mitglieder und damit auch ihre freiwillig und ehrenamtlich Engagierten abhanden. In dieser Argumentationsrichtung scheint das zivilgesellschaftliche Fundament zahlreicher intermediärer Organisationen sukzessive zu erodieren. In diesen Kontext lassen sich auch disparate Debatten der Engagementforschung über Möglichkeiten und Grenzen einer systematischen Gewinnung, Lenkung und Bindung von bürgerschaftlich Engagierten einordnen, die unter Begriffen wie „Freiwilligen-“, „Ehrenamts-“ und „Engagementmanagement“ oder auch „Personalarbeit“ in Nonprofit-Organisationen firmieren.

Das Forschungsprojekt rekonstruiert auch in den skizzierten Diskussionskontexten relevante verbandliche Sichtweisen auf empirischer Basis und gibt interessante Anstöße für die Weiterentwicklung dieser Diskussionen.

Prof. Dr. Rolf G. Heinze (Ruhr-Universität Bochum)

[…] Es ist „…nachvollziehbar, dass sich die großen Wohlfahrtsorganisationen zurzeit vergewissern, wo sie gerade mit Blick auf die von ihnen immer wieder betonte besondere Ressource des Engagements stehen. Gerade der Paritätische verkörpert aus eigener Organisationssicht das bürgerschaftliche Engagement im Besonderen. Und hier liefert die methodisch klug angelegte empirische Studie in verschiedenen Landesverbänden interessante Hinweise zum Status und zu Perspektiven des Engagements. Zunächst wird die These vom „Aussterben des Stammkunden“ relativiert und auf die nach wie vor vorhandenen verbandlichen Engagementformen verwiesen. Eine generelle Erosion des freiwilligen Engagements ist nicht zu verzeichnen; ohne die vielfältigen Tätigkeiten der Engagierten könnte der Paritätische viele Aufgaben gar nicht wahrnehmen. Neben der inhaltlichen Bedeutung ist deshalb auch der finanzielle Nutzen nicht zu unterschätzen (der auch in Stunden geschätzt wird). Diese Positionsbestimmung wird von den befragten Organisationen geteilt – insgesamt wird die Engagementsituation als stabil bezeichnet, wobei allerdings von einem Viertel jeweils ein Wachstum und ein Rückgang beobachtet wird. Parallel zu anderen empirischen Untersuchungen wird der Schwerpunkt der Tätigkeitsfelder der Engagierten bei der Organisation und Durchführung von Veranstaltungen und praktischen Arbeiten gesehen. Auffallend ist die große Bandbreite des Engagements (es gibt nicht „den“ Engagierten, vielmehr ist eine Vielfalt zu konstatieren). […]

Wenn auch die Hälfte der Wohlfahrtsorganisationen im Paritätischen mit der Engagementförderung zufrieden ist, weist die Studie auf offene Fragen bei der Gewinnung von Engagierten hin. Generell muss für die strategische Relevanz dieser Thematik in den Organisationen sensibilisiert und es sollten neue Wege (bspw. die Rekrutierung von Engagierten aus der eigenen Mitgliedschaft) erprobt werden, um das noch immer in Teilbereichen unausgeschöpfte Engagementpotential zu aktivieren. In manchen Organisationen gibt es noch Vetopositionen, die alles „beim Alten“ lassen wollen oder eine Strategie der Problemverschiebung präferieren. Eine Fortführung der „Weiter-so-Strategie“ ist aber nur begrenzt möglich, da sonst die Gefahr besteht, dass die Wohlfahrtsverbände ihren Ruf als Koordinationsort für freiwilliges soziales Engagement verlieren. Überlegenswert wäre nicht nur für den Paritätischen, hinsichtlich der Rekrutierung (des „Organizing“) und Organisationsbindung von Engagierten Evaluationsstudien durchführen zu lassen, um ein ähnlich differenziertes Bild in dieser Frage zu bekommen, wie es die vorliegende Studie geleistet hat. […]“

Prof. Dr. Thomas Klatetzki (Universität Siegen)

Erstens sollte festgestellt werden, ob die auf Selbstbeschreibungen basierende Typologie der Organisationen (bürgergesellschaftlich, funktionalistisch, gelassen-interaktiv, pragmatisch, Gremien) auch auf der operativen Ebene ihren Niederschlag findet. Konkret sollte es darum gehen festzustellen, ob - und wenn ja, welche - unterschiedlichen Managementpraktiken der Rekrutierung und Beschäftigung von Engagierten mit den Organisationstypen verbunden sind.

Zweitens sollte es darum gehen festzustellen, welcher Organisationstyp bzw. welche Managementpraxis zur Ausschöpfung von Engagementpotenzialen am besten geeignet ist. Dabei könnte sich zeigen, dass es nicht den „one best way“ gibt, sondern dass regionale Unterschiede unterschiedliche Organisationsstrategien verlangen.

Und drittens sollte etwas über die Engagierten als Quasi‐Mitglieder der Organisationen in Erfahrung gebracht werden: Welchen Sinn verbinden sie mit ihrer Arbeit? Wie erfahren und erleben sie die Organisation? Was (de-)motiviert ihr Engagement? Das so erhobene Sinnsystem und Selbstverständnis der Engagierten sollte dann (kritisch) in Beziehung gesetzt werden zur Selbstbeschreibung der Organisationen und deren Managementpraxen.

Prof. Dr. Annette Zimmer (Westfälische Wilhelms-Universität Münster)

Von rein aus Spenden und Mitgliedergebühren finanzierten kleinen Initiativen der Zivilgesellschaft haben die Wohlfahrtsverbände sich zu sehr komplexen, differenziert strukturierten und überwiegend professionalisierten Oganisationsholdings entwickelt. Keine einfache Voraussetzung für eine Intensivierung des freiwilligen Engagements. Wichtig ist, dass der DPWV und seine Mitgliederorganisationen Interessenvertretung und Advocay für das große Ganze als zentrale Aufgabe des Verbandes wie jeder Einzelorganisation des DPWV nicht aus den Augen verliert. Die Ausgangslage ist hier gerade beim DPWV gut. Es ist gute Tradition, dass sich der Verband oft und nachhaltig in Berlin und auf Landesebene als Mahner und Lobbyist profiliert. Aber – Advocay – ist nicht nur Sache des Verbandes:

Hier ist jede einzelne Mitgliederorganisation gefragt. Und die Freiwilligen sind hierbei die wichtigsten Botschafter und Botschafterinnen sowie Advokaten für die Anliegen, Interessen und Bedarfe unserer Zeit. Richtig eingesetzt, in ihrer Arbeit unterstützt und gewürdigt sind Freiwillige in den Einrichtungen wichtige Change Maker, die von außen kommend, den Finger am Puls der Zeit haben, auf Bedarfe der lokalen Gemeinschaft und einzelner Gruppen aufmerksam machen können, über viele wertvolle Kontakte verfügen und so die Organisation offen halten sowie befähigen für Wandel und Veränderung. Insofern sollte der DPWV seine gute Tradition beibehalten und vor allem nach innen wie nach außen, auf jeden Fall „Zivilgesellschaft wagen“. Hierbei sind Freiwillige als Lobbyisten im Dienste des Gemeinwohls die wichtigste Ressource.

Dr. Holger Krimmer (SV gemeinnützige Gesellschaft für Wissenschaftsstatistik mbH, Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft)

„Mit der Verbindung von Organisations- und Engagementperspektive stellt die neue Studie einen zeitgemäßen Beitrag für den aktuellen Zivilgesellschaftsdiskurs dar. Damit liefert sie einen wichtigen Anstoß für das bessere Verständnis qualitativ unterschiedlicher Engagementkulturen in einzelnen Politikfeldern, die ihrerseits wiederum unterschiedliche Maßnahmen und Rahmenbedingungen für die Engagementförderung erfordern.“

Tobias Kemnitzer (Geschäftsführer der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen e.V.)

Das bürgerschaftliche Engagement in Deutschland lässt sich nicht ohne die freie Wohlfahrtspflege verstehen, gleichzeitig ist diese in ihren Engagementstrukturen nahezu unerforscht. Eine paradoxe Situation. Nun wagt eine Studie einen ersten Aufschlag und liefert überraschende Ergebnisse, die weit über eine verbandsinterne Sicht hinausreichen. Es gibt genügend Menschen, die sich (noch mehr) engagieren würden. Allerdings braucht es den Mut, den Eigensinn der Engagierten zu fördern:  Also mehr Freiräume und weniger vermeintliche betriebswirtschaftliche Effizienz. Ein gelungener Anstoß zu einer längst überfälligen Debatte, die nicht nur die Bürgergesellschaft bewegen sollte.

Table of contents (13 chapters)

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Book Title
Engagement in der Freien Wohlfahrtspflege
Book Subtitle
Empirische Befunde aus der Terra incognita eines Spitzenverbandes
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Copyright
2015
Publisher
VS Verlag für Sozialwissenschaften
Copyright Holder
Springer Fachmedien Wiesbaden
eBook ISBN
978-3-658-06966-7
DOI
10.1007/978-3-658-06966-7
Softcover ISBN
978-3-658-06965-0
Edition Number
1
Number of Pages
X, 621
Number of Illustrations
102 b/w illustrations
Topics