Baudrillards Konsumgesellschaft erstmals in deutscher Sprache

Klassiker der Konsumsoziologie La société de consommation von Jean Baudrillard nach fast 45 Jahren bei Springer VS erschienen | Buchpräsentation am 01. Dezember 2014 im Literaturhaus Berlin

Wiesbaden | Berlin, 18. November 2014

© SpringerDas zweistellige Wirtschaftswachstum der Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg und die stetige Verbesserung der Lebensverhältnisse sind Vergangenheit. Und doch ist uns eine Hinterlassenschaft aus dieser Zeit geblieben: die Konsumgesellschaft. Nur wenige haben nach Meinung von Kai-Uwe Hellmann und Dominik Schrage die gesellschaftliche Bedeutung dieser Begleiterscheinung des Wirtschaftswunders so früh vorausgeahnt wie Jean Baudrillard 1970 in seinem Buch La société de consommation. Nach fast 45 Jahren haben die beiden Herausgeber diesen Klassiker der Konsumsoziologie jetzt ins Deutsche übersetzt. Am 01. Dezember 2014 stellen sie das bei Springer VS erschienene Buch Die Konsumgesellschaft der Öffentlichkeit vor. Nach kurzen Statements der Lektorin Cori Mackrodt und der Übersetzerin Annette Foegen zur Entstehungsgeschichte der Übersetzung folgen Impulsvorträge zu Teilaspekten von Baudrillards Konsumgesellschaft von den Herausgebern sowie Ausführungen zum Design des Buchlayouts von Gunther Gebhardt vom Satzbüro text plus form. Anschließend diskutieren die Podiumsteilnehmer mit dem Publikum über die nach wie vor ungebrochene Aktualität des Werkes. Die Veranstaltung findet ab 18:30 Uhr im Literaturhaus Berlin statt.

„Als ich bei Baudrillard vom ‚Wachstum‘ und seinem ‚Teufelskreis‘ las und mich zwischendurch der Aktualität zuwenden wollte, stieß ich auf eine Schlagzeile in der Presse: Croissance nulle en France (Nullwachstum in Frankreich)“. So schildert Annette Foegen ihren Wunsch, dieses Buch zu übersetzen. Immerhin vor bald einem halben Jahrhundert schon habe Baudrillard gewusst: „Wachstum wird zum Fetisch, dem in Zeiten der Globalisierung weltweit gehuldigt wird.“ Für Foegen ist dies erstaunlich: „Wie konnte er wissen, dass dieses Wachstum geradezu ein parteiübergreifendes ökonomisches Apriori darstellen würde, dem zu widersprechen einem Tabubruch gleich käme – wie immer unnütz oder gar schädlich die zu seinem Zwecke produzierten Güter sein mögen?“ Und nicht nur in diesem Punkt war Baudrillard visionär, so die Kai-Uwe Hellmann und Dominik Schrage. Vielmehr sei das, was damals gerade erst im Entstehen war, heute allgegenwärtig: „Jeder Bürger ist vor allem auch Konsumbürger, Konsum wird allen zuteil, und die Zugehörigkeit zur Gesellschaft wird nicht zuletzt und möglicherweise sogar primär durch den Konsum erfahren.“

Für die Herausgeber handelt es sich bei dem bisher in Deutschland wenig beachteten Werk um einen „großen Wurf“: „Baudrillard präsentiert eine originelle Theorie der Konsumgesellschaft, die Semiotik, Wertformanalyse und Ethnologie verbindet und sowohl im damaligen wie auch im aktuellen Feld der Konsumforschung ihresgleichen sucht.“ Keine der früheren Abhandlungen habe eine systematische Theorie des Konsums aufgeboten und diesen Komplex als weitgehend autonom bewertet. Insofern handele es sich nicht nur um einen Klassiker der Konsumsoziologie: „Vielmehr ist es der Klassiker schlechthin, soweit es um die erste sozialwissenschaftliche Anerkennung des Konsums als ein Phänomen geht, das unsere Gesellschaft insgesamt durchdringt und umtreibt, und dabei nicht mehr bloß ein Anhängsel der Produktion darstellt, sondern ein selbständiges System mit gesellschaftsweiter Geltung.“

La société de consommation erschien 1970 auf Französisch. 1988 wurde das Werk teilweise und 1998 vollständig in englischer Sprache veröffentlicht. Die deutsche Übersetzung ist jetzt in der Buchreihe Konsumsoziologie und Massenkultur erschienen. In dieser Reihe erscheinen Monografien und Sammelbände, die sich dem in der deutschen Soziologie bislang vernachlässigten Forschungsgebiet der Konsumsoziologie widmen.

Jean Baudrillard (1929–2007) war ein französischer Soziologe, Philosoph und Medientheoretiker sowie Dozent an der Université Paris Dauphine und der European Graduate School. Zu seinen international rezipierten Hauptwerken gehören Der symbolische Tausch und der Tod und Das perfekte Verbrechen. Neben seinen soziologischen, philosophischen und medientheoretischen Arbeiten widmete er sich der Fotografie.

Jean Baudrillard
Die Konsumgesellschaft
Ihre Mythen, ihre Strukturen

2015, 299 S.
Softcover € 24,99 (D) | € 25,69 (A) | sFr 31,50 (CH)
ISBN 978-3-658-00540-5
Auch als eBook verfügbar

Bild: Coverabbildung des neuen Buchs Die Konsumgesellschaft von Springer VS | © Springer

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Die Buchpräsentation findet am 01. Dezember 2014 ab 18:30 Uhr im Literaturhaus Berlin statt (Fasanenstraße 23, 10719 Berlin).

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