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Über Springer - Presse - Springer Select | Gas aus Schiefergestein trägt zur globalen Erwärmung bei

New York / Heidelberg, 12. April 2011

Gas aus Schiefergestein trägt zur globalen Erwärmung bei

Neue Studie zeigt, dass Shale Gas keine umweltfreundliche Lösung ist

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Die Förderung von Gas aus Schiefergestein (Shale Gas) hinterlässt einen größeren Treibhausgas-Fußabdruck in Form von Methangasemissionen als die Förderung von ganz gewöhnlichem Erdgas, Öl und Kohle in einem Zeitraum von 20 Jahren. Gemäß Robert Howarth und seinen Kollegen von der Cornell University in New York stellt dies die Logik der Verwendung von Shale Gas als klimafreundliche Alternative zu fossilen Brennstoffen in Frage. Ihre Arbeit (1) ist in der Online-Ausgabe der Springer-Fachzeitschrift Climatic Change Letters (2) erschienen.
Shale Gas* ist in den Vereinigten Staaten während der letzten Jahrzehnte eine immer wichtigere Gasquelle geworden. Howarth und sein Team bewerteten den Treibhausgas-Fußabdruck dieses Gases im Hinblick auf die Entstehung von Methanemissionen bei der Förderung. Dabei wird ein Verfahren angewandt, mit dem Gas durch eine hochvolumige hydraulische Rissbildung („hydraulic fracturing“) aus den Schieferformationen gewonnen wird. Sie analysierten die aktuellsten Daten, insbesondere das EPA-Dokument der Öl- und Gasindustrie (EPA 2010) mit technischen Hintergründen zu Treibhausgasemissionen sowie den Bericht über die Verluste von Erdgas in den Bundesstaaten vom General Accountability Office (GAO 2010).
Ihre Berechnungen ergaben, dass während des Lebenszyklus einer durchschnittlichen Shale Gas-Quelle zwischen vier bis acht Prozent der gesamten Fördermenge als Methan in die Atmosphäre abgegeben werden. Ursachen sind die routinemäßige Entlüftung sowie Leckagen der Ausrüstung. Darüber hinaus entweicht Methan durch wieder austretendes Rückfluid während des Aufbohrens über die Risse im Schiefergestein. Die Methanemissionen bei der Routineproduktion und die nachgeschalteten Methanemissionen sind hoch und durchaus vergleichbar mit der Förderung von Erdgas.
Methan ist im Vergleich zu Kohlendioxid ein deutlich aggressiveres Treibhausgas, allerdings besitzt es eine zehnfach kürzere Verweilzeit in der Atmosphäre. Dadurch nehmen seine Auswirkungen auf die globale Erwärmung deutlich schneller ab. Methan dominiert den Treibhausgas-Fußabdruck von Shale Gas in einem Zeitraum von 20 Jahren und hat einen dreimal größeren Einfluss auf die Klimaerwärmung als die direkten Kohlendioxidemissionen. In diesem Zeitraum ist der Fußabdruck von Shale Gas mindestens 20 Prozent größer als für Kohle - wahrscheinlich sogar doppelt so groß.
Robert Howarth schlussfolgert: „Der beträchtliche Treibhausgas-Fußabdruck von Shale Gas untergräbt die Argumentation, diese Energiequelle könne zur Überbrückung in den nächsten Jahrzehnten zum Abbau der globalen Erderwärmung genutzt werden. Die Planung einer Zukunft mit alternativen Energien setzt voraus, dass der vollständige Fußabdruck berücksichtigt wird, um zu sehen, wie er sich in der globalen Klimaerwärmung niederschlägt.“
*Shale Gas wird in einem hochvolumigen hydraulischen Rissbildungsprozess (hydraulic fracking) gewonnen. Große Wassermengen werden unter Druck in das Schiefergestein gepresst, damit dieses reißt und aufbricht, um den Gasfluss zu verstärken. Eine beträchtliche Menge des Wassers kehrt innerhalb der ersten Tage oder Wochen nach der Einspritzung als Rückfluss an die Oberfläche zurück und führt dabei große Mengen Methan mit sich.
Quellenangabe
(1) Howarth RW et al (2011). Methane and greenhouse-gas footprint of natural gas from shale formations. Climatic Change Letters. DOI 10.1007/s10584-011-0061-5
(2) Climatic Change Letters ist ein zusätzlicher Teil der Zeitschrift Climatic Change.
Der Volltext-Artikel ist für Journalisten auf Anfrage verfügbar.
Kontakt: Hanna Sigmann, Springer, tel +49-6221-487-8414; hanna.sigmann@springer.com

Weitere Informationen zu Climatic Change: 

Abstract zur Studie: