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Berlin | Heidelberg | Wiesbaden, 17. Oktober 2013

SEPA: Wie Unternehmen Engpässe bei der Umstellung vermeiden

Welchen Herausforderungen sich Unternehmen stellen müssen und wie sich der einheitliche Zahlungsverkehr in Europa auf das Forderungsmanagement auswirkt, erläutert Rudolf H. Müller im Interview mit Springer für Professionals

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Ab dem 1. Februar 2014 verändert die Einführung der Single Euro Payments Area (SEPA) den bargeldlosen Zahlungsverkehr. Alle Euro-Überweisungen und -Lastschriften sind dann nach europaweit einheitlichen Verfahren vorzunehmen, auch innerhalb Deutschlands. Viele kleine und mittelständische Firmen sind darauf noch nicht oder noch unzureichend vorbereitet, wie Rudolf H. Müller im Interview mit Springer für Professionals warnt. Aber auch größeren Unternehmen könnten erhebliche Verluste drohen, weil ihre Geschäftspartner noch nicht auf SEPA vorbereitet sind und Rechnungen deshalb aufgrund temporärer Liquiditätsengpässe nicht pünktlich bezahlt werden. Ein effektives Forderungsmanagement könne dem entgegenwirken. Wie dieses als zentrale betriebliche Funktion ausgestaltet werden kann, erläutert der Springer Gabler-Autor in seinem gerade erschienenen Fachbuch "Erfolgreiches Forderungsmanagement".
Laut Müller sind Konzerne und große mittelständische Unternehmen mit hohem Export- und Lastschriftanteil in ihrem Zahlungsverkehr in der Regel strukturiert auf die SEPA-Umstellung vorbereitet. Problematischer sehe es bei kleinen mittelständischen und Kleinunternehmen aus, so der Unternehmensberater: "Da habe ich teilweise sogar die Erfahrung gemacht, dass zum Beispiel Handwerksbetriebe SEPA für sich bislang komplett ausgeblendet haben, weil sie unter dem Schlagwort Europa für sich entschieden haben: Ich habe keinen Export, also tangiert mich das nicht." Das überrasche ihn, weil Kreditinstitute bereits mit vielen Veranstaltungen und schriftlichen Informationen ihre Kundschaft auf die Umstellung aufmerksam gemacht hätten.
Alle Unternehmen müssten sich jetzt – und nicht irgendwann in den nächsten Monaten – strukturiert auf SEPA vorbereiten, so der Autor. Je höher die Lastschriftquote im Zahlungsverkehr eines Unternehmens sei, desto höher liege der Umstellungsaufwand. Lastschriftverfahren auf dem Papierweg oder mit selbst erstellter Software, die unter Umständen nicht alle notwendigen Feldlängen und Codes abbilden, würden künftig nicht mehr funktionieren. Gerade Kleinunternehmer hätten bisher auf diesem Wege ihren Zahlungsverkehr geregelt.
Für größere Unternehmen hingegen, die ihrerseits auf SEPA vorbereitet sind, gibt es für Müller vor allem Vorbereitungsbedarf im Forderungsmanagement. Im Zusammenhang mit Geschäftspartnern, die möglicherweise Liquiditätsengpässe bekommen, weil sie auf SEPA nicht vorbereitet sind, gelte es, "nun zu schauen, dass sie alle Beteiligten an einen Tisch bekommen". Nur so könnten Firmen Zahlungsverzögerungen und -ausfälle möglichst gering halten und die Liquidität des eigenen Unternehmens sicherstellen. Der Autor empfiehlt im Fall der Fälle eine differenzierte Vorgehensweise abhängig von der Bonität des Schuldners: "Regelmäßig pünktlich zahlende Kunden, die aufgrund der SEPA-Umstellung jetzt in Schwierigkeiten geraten, würde ich tendenziell ein bis zwei Monate kulanter behandeln. Bei den sogenannten Pappenheimern, die ihre Rechnungen häufig mit großen Verspätungen oder gar nicht zahlen und die den Forderungsmanagern in der Regel bekannt sind, würde ich mit weniger Rücksicht behandeln. Ich denke, auch hier tut der Lieferant sich einen Gefallen, wenn er im Vorfeld solche Kunden explizit anspricht. Dann müssten sowohl Lieferanten als auch Kunden nicht warten, bis das Kind in den Brunnen gefallen ist."
Was Unternehmen konkret im Vorfeld tun können, beschreibt Müller in seinem neuen Fachbuch "Erfolgreiches Forderungsmanagement". Der Autor gewährt dabei Einblick in seine langjährige Erfahrung mit etablierten Lösungsansätzen und unkonventionellen Alternativen. Die aktuellen Herausforderungen im Zahlungsverkehr durch die SEPA-Umstellung werden ebenfalls ausführlich behandelt. Praxistipps und Entscheidungshilfen sowie Checklisten, Musterschreiben und Zusatzmaterialien zum Herunterladen erleichtern die Umsetzung im Unternehmen.
Rudolf H. Müller ist nach Stationen u.a. bei KPMG selbständiger Unternehmensberater mit den Schwerpunkten Finanzen, Rechnungswesen, Controlling und Forderungsmanagement. Er führt Seminare durch und betreibt das Portal forderungsmanagement.com.

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