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Heidelberg/München, 20. Juni 2007

Julius Springer Prize for Applied Physics 2007 ging an den „Revolutionär“ der Lichtmikroskopie

Im Rahmen eines internationalen Treffens der Photonikindustrie in München erhielt der Göttinger Wissenschaftler Prof. Dr. Stefan Hell den diesjährigen Julius Springer Prize for Applied Physics.

Hell-Springerpreis
Mit dieser Auszeichnung wird seine bahnbrechende Entdeckung gewürdigt, dass man in einem Fluoreszenzmikroskop Auflösungen weit unterhalb der Beugungsgrenze erreichen kann - und zwar mit herkömmlich fokussiertem Licht. Das von ihm erfundene STED (stimulated emission depletion) -Mikroskop, ist das erste optische Mikroskop, das unter Verwendung konventioneller Objektive Details weit unterhalb der halben Lichtwellenlänge auflösen kann. In den Lebenswissenschaften erschließt dieses Verfahren neue Horizonte, weil es in der Lage ist, das Innere von Zellen nichtinvasiv abzubilden. Mit der anerkannten Auszeichnung des Wissenschaftsverlags Springer, die in diesem Jahr zum zehnten Mal vergeben wird, ist ein Preisgeld in Höhe von 5.000 US$ verbunden. Den Preis nahm Hell im Anschluss an eine Plenarsitzung auf dem 18th International Congress on Photonics in Europe entgegen, bei dem sich die Spitzenforschung in der Photonik und herausragende Anwendungen in Industrie und Forschung präsentierten.
Stefan Hell forscht seit 1997 am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie Göttingen, wo er und seine Mitarbeiter auch die ersten grundlegenden Experimente zur Überwindung der Auflösungsgrenze durchgeführt haben. Seit den Arbeiten von Ernst Abbe von 1873 galt die halbe Lichtwellenlänge in jedem Lichtmikroskop, das fokussiertes sichtbares Licht verwendet, als eine praktisch nicht zu überwindenden Grenze. Bei dem STED-Mikroskop wird der ‚effektive Brennfleck der Fluoreszenzemission’ in der Fokalebene des Objektivs radikal verkleinert und ermöglicht dadurch die Aufnahme von Bildern auf der Nanoskala. Bisher wurden Auflösungen, die 10-12 fach höher als die Beugungsgrenze, erzielt. Prinzipiell kann ein STED-Mikroskop aber molekulare Auflösungen erreichen, weil der effektive Brennfleck aufgrund eines nahezu exponentiell verlaufenden optischen Zusammenhangs beliebig verkleinert werden kann.
Hell hat mit seiner wissenschaftlichen Pionierarbeit weltweit Aufmerksamkeit erregt und in zahlreichen Fachjournalen auf diesem Gebiet publiziert. Er ist wissenschaftliches Mitglied der Max-Planck-Gesellschaft, apl. Professor für Physik an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Honorarprofessor für Experimentalphysik an der Georg-August-Universität Göttingen und Mitglied der Göttinger Akademie der Wissenschaften. Zahlreiche Preise im In- und Ausland sind ihm für sein wissenschaftliches Schaffen zuteil geworden, unter anderen der Preis der International Commission for Optics (2000), der Carl Zeiss Forschungspreis (2002) sowie der Deutsche Zukunftspreis des Bundespräsidenten im vergangenen Jahr.
Der Julius Springer Prize for Applied Physics wird jährlich an Forscher vergeben, die einen herausragenden und innovativen Beitrag auf dem Gebiet der Angewandten Physik geleistet haben. Er wird seit 1998 von den Editors-in-Chief der Springer-Zeitschriften Applied Physics A – Materials Science & Processing und Applied Physics B – Lasers and Optics verliehen.
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