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Medizin & Gesundheitsberufe - Physiotherapie | Schmerzen verstehen

Schmerzen verstehen

D.S. Butler, L.G. Moseley



2004. Korr. Nachdruck, 2006,

130 S. 202 illus., 101 in Farbe., Geb.

ISBN: 3-540-21211-6

€ 34,95

Schmerzen differenzieren. 

Die Autoren dieses Buches arbeiten als Dozenten für Schmerzwissenschaft und -forschung in Australien. Ihr Schwerpunkt ist die Integration von Erkenntnissen in die Ausbildung von Physiotherapeuten und in die Unterweisung von Patienten. Was sich zunächst kompliziert anhört, wird verblüffend verständlich beschrieben. Mit veralteten Missverständnissen, Mythen und Ängsten in puncto Schmerz räumen die Autoren auf, in dem sie aktuellen Wissensstand der Schmerzphysiologie vermitteln. Beispielsweise lernte ich im dritten Kapitel die zustände von Geweben, mit denen ich als Physiotherapeutin täglich zu tun habe, neu kennen. Die verschiedenen Stadien von Entzündung nach Verletzungen erzeugen eine bestimmte Sorte Schmerz, die man vor allem vom chronischen Schmerz differenzieren muss. Dieses Buch hilft also, Schmerzen richtig zu interpretieren
Ich bin begeistert und freue mich über dieses zwar teure, aber übersichtliche Werk. Am Ende jedes Kapitels findet sich eine Zusammenfassung, die auch dem schnellen Leser ein Aha-Erlebnis schenkt. Mit über 100 Abbildungen, zum größten Teil vom australischen Künstler Suntaya gezeichnet, werden wissenschaftliche Inhalte zum visuellen Augenschmaus, weil sie auch manchmal witzig-frech daherkommen.

Fazit 

Dieses Buch gehört in jede physiotherapeutische Abteilung und Praxis und ist ein Muss für alle Patienten und deren Angehörige, die sich mit Schmerzen, gleich welcher Ursache, plagen müssen.
Sabine Mehne, Physiotherapeutin aus Darmstadt
Aus: Physiopraxis 2/2006

Viel Wissen Viel Wissen über Schmerzen 

Schmerzen sind etwas sehr Reales. Und sie sind etwas sehr Individuelles, denn sie werden im Gehirn abhängig von vielen Einflußgrößen erzeugt. Dadurch steht ihre Stärke, etwa im Rücken, oft in keinem Verhältnis zum Ausmaß der Gewebeschädigung, zum Beispiel von Bandscheiben oder Nerven.
Schmerzen unterliegen der Bedeutung, die man ihnen zuschreibt, und damit auch von Alter, Geschlecht und Kultur. Ängstlichkeit und das Gefühl der Bedrohung tragen ebenso dazu bei wie andere Menschen: Kinder, die sich weh getan haben, sehen als erstes zu ihren Eltern hin, Personen mit fürsorglichem Ehepartner beschreiben stärkere Schmerzen als jene mit gleichgültigem Partner.
Doch die anfangs ausgezeichnete, wenn auch unangenehme Reaktion, die bei Gefahren schützt und alarmiert, kann ins Gegenteil umschlagen, Aktivität und Lebensfreude drastisch einschränken. Dies geschieht, wenn bei anhaltenden Schmerzen spezielle Neuronen immer leichter erregt werden und das Gehirn die "Schmerzmelodie" zunehmend besser spielt.
Eine Hilfe zum Ausstieg aus diesem Teufelskreis bieten die beiden australischen Autoren Butler und Moseley, und zwar in erster Linie durch Aufklärung und Verständnis, getreu ihrem Motto "Wissen ist ein sehr wirksames Mittel gegen Schmerz". Untermalt von den humorvollen Cartoons des australischen Künstlers Sunyata erläutern sie Entstehung, Wahrnehmung und Verarbeitung von Schmerzen nach den neuesten Erkenntnissen der Schmerzforschung.
Außerdem stellen sie modernes Schmerzmanagment vor, das eine Rückkehr ins normale Leben erleichtert. Freilich richtet sich das Buch nicht nur an die Patienten selbst, sondern auch an Ärzte und Therapeuten, damit sie ihr Wissen in Gesprächsstrategien und Behandlungskonzepte einbauen können. (ars)

Copyright © 1997-2006 by Ärzte Zeitung 

AUS: http://www.aerztezeitung.de/docs/2005/05/11/085a0903.asp?cat= 25.07.2006