Logo - springer
Slogan - springer

Medizin & Gesundheitsberufe - Physiotherapie | Physiotherapeutische Behandlungen in der Traumatologie

Physiotherapeutische Behandlungen in der Traumatologie

M. List

4., vollst. überarb. Aufl., 2004, 390 S. 391 illus., 37 in Farbe., Brosch.

ISBN: 3-540-04391-8

39,95€

Das Lehr- und Handbuch für Therapeuten ist reich bebildert und gut gegliedert durch Kästchen, entsprechende Aufgliederungen und Tabellen im Text. Es ist kurz gesagt, ein gutes Lehrbuch. In der 4. Auflage wird dem medizinischen Fortschritt in der Traumatologie Rechnung getragen. Vorgestellt wird neues Wissen über die Biomechanik, unter anderem die neu überarbeiteten Richtlinien zur Be- und Entlastung, als Folge technisch verbesserter Operationstechniken sowie ein erweitertes Übungsprogramm für Patienten, durch die verkürzte stationäre Behandlungszeiten kompensiert werden können.
Das Buch ist sehr systematisch aufgebaut. Für alle Körperteile sind Verletzungen und Behandlungskonzepte gegliedert dargestellt mit Ursachen, ärztlichen und physiotherapeutischen Maßnahmen im Überblick, Komplikationen, Befunderhebung, Behandlungsmöglichkeiten und Übungsbeispielen.
Praxisnah und differenziert werden die Behandlungsrichtlinien (Dosierungsstufen und Behandlungsmöglichkeiten) praxisorientiert abgeleitet von den ärztlichen Maßnahmen und Verordnungen, der Biomechanik und Symptomatik der verletzten Strukturen und einem verantwortlichen Umgang mit Schmerzsymptomen mit dem Ziel, dadurch bedingte Folgeschäden zu vermeiden. Das Buch ist geschrieben für Lernende in der Physiotherapieausbildung wie auch für praktizierende Physiotherapeuten und nicht zuletzt für Ärzte.
Aus: Therapie und Praxis

Theorie und Praxis für die Ausbildung  

Das Buch präsentiert sich als strukturiertes und didaktisch optimal aufgebautes Lehrbuch. Es eignet sich ebenso für das systematische Lehren und Lernen wie auch für das gezielte Nachschlagen bei einem speziellen Fall. Das Buch beginnt damit, wie Physiotherapeuten ihre Behandlungen planen. Außerdem gibt die Autorin Richtwerte zu Be- und Entlastungszeiten. Die folgenden Kapitel sind nach Körperabschnitten sowie Verletzungsarten unterteilt. Im ersten Kapitel finden sich ausführliche und übersichtliche Befundbögen. Durch zahlreiche Tabellen, Fotos, Zeichnungen und Röntgenbilder kann der Leser die verschiedenen Verletzungsformen und deren Behandlung schnell nachvollziehen. An ausgewählten - in der Praxis häufig auftretenden - Beispielen zeigt die Autorin, wie Therapeuten die Theorie in die Praxis übertragen können. Besonders für Schüler sind die in jedem Kapitel erscheinenden "Warnungen" und Schüleraufgaben hilfreich. Wichtiges ist zudem optisch hervorgehoben. Zum Nachschlagen bietet das Buch sowohl ein Inhaltsverzeichnis, als auch ein Sachverzeichnis. Ein kurzes Lexikon der Fachbegriffe rundet diesen Teil ab.

Fazit:  

Margit List hat hier ein gutes Lehrbuch geschrieben, welches ich mir während meiner Ausbildung gewünscht hätte. Struktur und fachliche Kompetenz des Inhalts machen das Lesen und Lernen einfach und interessant.
Martin Reckmann, Physiotherapeut und Physiotherapie-Dozent aus Osnabrück, Student der Gesundheitswissenschaften
Aus: http://www.thieme.de/physioonline/physiomedien/buchtipps/2005/02_05/list.html

Mit der Überarbeitung ihres Lehrbuches “Physiotherapeutische Behandlungen in der Traumatologie“ 

ist es der Autorin gelungen, ein seit 26 Jahren existierendes Standardwerk der deutschen physiotherapeutischen Literatur nach fünf Jahren erneut zu aktualisieren.

Was hat sich bewährt?  

Prinzipiell unverändert geblieben ist der Aufbau des Lehrbuches. Die Autorin bespricht die verschiedenen traumatologischen Krankheitsbilder, wobei sie überwiegend topographisch vorgeht. Auch die Struktur der einzelnen Kapitel ist gleich geblieben. Nach einer Beleuchtung der Krankheitsbilder aus der Sicht der Krankheitslehre und kurzen Exkursen in Anatomie und Biomechanik, werden Hinweise zur spezifischen Befunderhebung gegeben. Eine ausführliche Übungsauswahl folgt, wobei die PNF dominiert. Kontraindikationen werden erfreulicherweise besonders hervorgehoben.

Was hat sich durch die Überarbeitung verändert? 

Das Format des Buches ist im Vergleich zur vorherigen Auflage leicht vergrößert. Dadurch ist mehr Raum für Text und Abbildungen entstanden. Dieser Raum wird gut genutzt. Durchgängig werden verschiedene Schriftarten verwendet. Überschriften und wichtige Aussagen werden so hervorgehoben und können sich leicht einprägen.
Die äußere Gestaltung ist ansprechend. Fast 80 neue Abbildungen sind hinzugekommen und tragen zur Anschaulichkeit bei. Leider ist die Bildqualität nicht immer optimal.
Neu sind auch eine Erläuterung von Fachbegriffen am Anfang des Buches und ein kurzer Exkurs über Schmerztherapie. Die Richtwerte zur Be- und Entlastung wurden entsprechend neuer Osteosyntheseverfahren aktualisiert und in eine mehrseitige, sehr übersichtliche Tabelle gefasst.
Der Beitrag über die Physiotherapie in der Handchirurgie ist erweitert worden. Er bietet einen umfassenden Einblick in die Handtherapie. Diesem Kapitel wurde das Krankheitsbild der sympathischen Reflexdystrophie neu zugeordnet. Unter der heute üblichen Bezeichnung „Complex Regional Pain Syndrom“ wird es ausführlich besprochen. Das Übungsangebot für die Therapie der unteren Extremitäten wurde durch Maßnahmen im geschlossenen System ergänzt und entspricht dem aktuellen Standard. Fotos veranschaulichen die neuen Übungssituationen. Maßnahmen dieser Art würde ich mir auch für die Behandlung der oberen Extremität wünschen.
Ihre Literaturangaben hat Frau List deutlich gekürzt. Dafür tauchen neue Namen wie z.B. Schröder, Bizzini, Mensch oder Kaphingst auf. Vermisst habe ich allerdings die Werke „Angewandte Physiologie“ von Frans van den Berg mit seinem Autorenteam.

Fazit: 

Das Lehrbuch bleibt in meinen Augen sowohl für Auszubildende als auch für erfahrene Therapeuten weiterhin das beste traumatologische Nachschlagewerk der Physiotherapie. Das Preis-Leistungsverhältnis ist vollkommen angemessen. Ich werde es auch in Zukunft gerne als begleitendes Lehrbuch in meinen Chirurgieunterricht verwenden.
Claudia Klose, Günzburg
Aus: zur Sache Physiotherapie (NRW) 4/2004