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Medizin & Gesundheitsberufe - Ergotherapie | Konzeptionelle Modelle für die ergotherapeutische Praxis

Konzeptionelle Modelle für die ergotherapeutische Praxis

C. Jerosch-Herold, U. Marotzki, B.M. Hack,P. Weber

2., überarb. Aufl., 2004, 196 S.17 in Farbe., Brosch.

ISBN: 3-540-40120-2

34,95€

Reihe: Ergotherapie - Reflexion und Analyse 

Als 1999 mit der 1. Auflage der deutschen Ergotherapie ein Buch mit den aktuellen Theorien der angelsächsischen Berufspraxis vorgelegt wurde, war von den Herausgebern damit auch die Hoffnung verbunden, zu neuen und fruchtbaren Auseinandersetzungen in der Ergotherapie anzuregen. Jetzt, fünf Jahre später, ist diese Veröffentlichung aus der Ergotherapieausbildung und den inzwischen entstandenen Studiengängen nicht mehr wegzudenken. Eine Analyse der Zitierhäufigkeit würde es vermutlich mit weitem Abstand auf den ersten Platz führen. Die nun erschienene zweite Auflage ist in wesentlichen Teilen inhaltlich unverändert.
Nach einer Einführung von Hagedorn werden das „Model of Human Occupation“ (MOHO) von Gerry Kielhofner, das „Model of Personal Adaption through Occupation“ von Reed und Sanderson, das „Modell of the Profession and Adaptive Skills“ von Mosey und das „Canadian Model of Occupational Performance“ einschließlich dem dazugehörigen Beurteilungsinstrument (COPM) vorgestellt. Die Darstellung der Modelle folgt dabei im Wesentlichen einem gemeinsamen Leitfaden, konkrete Beispiele illustrieren anschaulich die Anwendung.
Ergänzend nimmt die zweite Auflage aktuelle Entwicklungen z.B. der Ergotherapie in Deutschland (Kapitel 1) auf, aktualisiert die Begrifflichkeiten des Modells der menschlichen Betätigung (MOHO) (Kapitel 4) und bezieht Stellung zu den aktuellen Diskussionen um Moseys Beiträge zur Theoriebildung. In einem neu hinzugefügten Kapitel 8 gehen Dehnhardt et al auf die Verbreitung des Kanadischen Modells in Deutschland ein, beleuchten die aktuellen Veröffentlichungen hier zu Lande und formulieren den Forschungs und Diskussionsbedarf für die Zukunft.
Die deutlichen redaktionellen Verbesserungen der zweiten Auflage liegen vor allem in dem erheblich veränderten Layout. Der zweispaltige Satz, die Zweifarbigkeit, insbesondere die blau hinterlegten Merksätze und Zusammenfassungen, vereinfachen dem Leser die Arbeit mit dem Buch erheblich.
Für eine dritte Auflage bleibt anzuregen, sich näher mit den konzeptionellen Veränderungen des „Model of Human Occupation“ zu befassen und auch zu prüfen, ob andere inzwischen diskutierte Modelle (z.B. das „Occupational Performance Model“ aus Australien) vielleicht aufgenommen werden sollten.
Es ist zu wünschen, dass die verdienstvolle Reihe fortgesetzt wird und die Veröffentlichungen den intra- und interdisziplinären Diskurs weiterhin so beleben und befördern wie bisher.
Joachim Rottenecker, Ergotherapeut und Schulleiter
Aus: Ergotherapie und Rehabilitation 7/2005