Logo - springer
Slogan - springer

Medizin & Gesundheitsberufe - Ergotherapie | Handlungsfähigkeit in der Ergotherapie

Handlungsfähigkeit in der Ergotherapie

M. Blaser Csontos

2004, 190 S. 4 illus., Brosch.

ISBN: 3-540-42320-6

19,95€

Reihe: Ergotherapie - Reflexion und Analyse  

Die sorgfältig und arbeitsfreundlich edierte Reihe Ergotherapie Reflexion und Analyse soll helfen, die „Schere“ zwischen Theorie und Praxis zu schließen. Die Reihe ist so etwas wie ein „Silberstreif“, und dieses Buch macht den Streifen breiter schon fast zu einem Morgenrot. Es handelt sich um ein ganz praktisches und zugleich wissenschaftliches Buch.
Einige Beispiele: Es wird die Erfassung der Handlungsfähigkeit von Patienten aufgezeigt, es werden überschaubare Instrumente an die Hand gegeben und langjährige Erfahrungen damit verdeutlicht. Blaser führt in die Handlungstheorie von Cranach ein, dabei neue Inhalte mit den geläufigeren Inhalten verknüpfend. Im Kapitel 5 „Mittel und Tätigkeitsanalyse“ werden bodenständige Inhalte wie ADL, handwerklich/gestalterische/bildnerische Mittel und z.B. eine Analyse des Kernbegriffs „feed back“ wie eine reiche Ernte ausgebreitet. Neu und damit ein „Lernkapitel“ sind die Inhalte des 8. Kap., Forschung und Qualitätssicherung, verbunden mit dem Praxisbezug das forschend erarbeitete Behandlungskonzept zu Depressionen von Witschi (bereits früher veröffentlicht, aber bislang schwer zugänglich). Kritisch ist die Mehrzahl der Behandlungskonzepte zum Bereich Psychiatrie (Kap. 7) zu lesen.
Studenten und junge Kollegen werden dankbar sein für die damit zu gewinnende Sicherheit aber aus krankheitsbezogenen Behandlungskonzepten sind nur selten Lernprozesse und Problemlösungsstrategien abzuleiten. Das Kapitel 9 zeigt genau das auf, wie mühsam und langwierig der Prozess der „Integration von theoretischem Wissen und praktischen Handeln“ ist, was ebenso für das gut lesbare Kapitel zu psychoanalytischen Sichtweisen gilt. Die Autoren holen die LeserInnen mit klaren Sätzen ab, muten ihnen aber auch zu, Kompliziertes neu zu denken, Querverweisen nachzugehen, neugierig zu sein. Dieses Buch weckt die Lust an Kopf und Handarbeit. Eine Buchempfehlung an alle lebenslang Lernenden und an die Kollegen, die wie ich den Erfassungsbogen zur Handlungsfähigkeit neugierig an sich selbst erfahren und ihren Klienten zugänglich machen wollen.
Ulrike Siepelmeyer-Müller, Ergotherapeutin
Aus: Ergotherapie und Rehabilitation 3/2005