Logo - springer
Slogan - springer

Technik | Verleihung des Wolfgang-Beitz-Preises

Verleihung des Wolfgang-Beitz-Preises

Dr.-Ing. Sven Matthiesen und Dipl.-Ing. Christoph Rambacher werden mit dem Wolfgang-Beitz-Preis ausgezeichnet



Anlässlich des 10. Todestages von Wolfgang Beitz fand am 4.3.2008 zum dritten Mal die Verleihung des Wolfgang Beitz-Preis durch die Wissenschaftliche Gesellschaft für Maschinenelemente, Konstruktionstechnik und Produktentwicklung e.V. (wgmk) und den Berliner Kreis – Wissenschaftliches Forum für Produktentwicklung e.V. statt. Organisiert und durchgeführt wurde die Veranstaltung vom Fachgebiet Konstruktionstechnik und Entwicklungsmethodik der TU-Berlin in Kooperation mit dem Präsidialamt der TU-Berlin.

Professor Beitz - Jahrzehntelang Herausgeber der Fachzeitschrift KONSTRUKTION und des DUBBEL Taschenbuch für den Maschinenbau  

Beitz Preis 2008
Die Verleihung geschieht im Andenken und im Sinne des 1998 verstorbenen Professor Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Wolfgang Beitz, der auf der Basis einer interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Industrie bahnbrechende Arbeiten in der methodischen Produktentwicklung geleistet hat. Die von ihm erbrachten wissenschaftlichen Leistungen und seine Aktivitäten stellen Grundlagen der fachlichen Zusammenarbeit in den wissenschaftlichen Vereinigungen wgmk und Berliner Kreis dar. Seine Arbeiten beeinflussen noch heute maßgeblich sowohl die akademische Fachwelt als auch die praktische Tätigkeit von Entwicklern und Konstrukteuren. Seine Beiträge zur Produktentwicklung sind u.a. durch die Gestaltung zahlreicher VDI-Richtlinien, durch seine jahrzehntelange Funktion als Herausgeber der Fachzeitschrift KONSTRUKTION und des DUBBEL – Taschenbuch für den Maschinenbau - allen Produktentwicklern bekannt. Professor Wolfgang Beitz lehrte von 1969 bis zu seinem Tode 1998 an der Technischen Universität Berlin im Fachgebiet Konstruktionstechnik, Bereich Maschinenbau. Neben über 180 Veröffentlichungen in technisch-wissenschaftlichen Fachzeitschriften schrieb er zusammen mit Prof. Dr. h.c. Dr.-Ing. E.h. Dr.-Ing. Gerhard Pahl "Konstruktionslehre. Methoden und Anwendung" und war Erstherausgeber des DUBBEL, beides Standardwerke für den Maschinenbau.

2003 erstmalig vergeben 

Der Beitz-Preis wurde 2003 erstmalig an Dr.-Ing. Stefan Lux aus Braunschweig verliehen für seine Dissertation „Entwicklung rechnerunterstützter Angebotssysteme mit generischen Methoden“. Im Jahr 2005 ging der Preis an Dr.-Ing. Dieter Emmrich aus Karlsruhe für seine Arbeit mit dem Thema „Entwicklung einer FEM-basierten Methode zur Gestaltung von Sicken für biegebeanspruchte Leitstützstrukturen im Konstruktionsprozess" und an Dr.-Ing. Bernd Bender von der TU Berlin. Er wurde sowohl für seine Dissertation „Erfolgreiche individuelle Vorgehensstrategien in den frühen Phasen der Produktentwicklung“ als auch für sein Bemühen, die Konstruktionsmethodik in der Lehre und in der Praxis bekannt zu machen.

Diesjähriges Gedenk-Kolloquium 

9783540497141_134x95
Auch dieses Jahr wurden im Rahmen des Gedenkkolloquiums zwei interessante Fachvorträge gehalten. Prof. em. Dr.-Ing. H. Seifert, TU Bochum, und Dr.-Ing. Matthias Stark, Fa. MAN AG, referierten über die Logik als Grundlage der ingenieurwissenschaftlichen Tätigkeit bzw. über die gelungene Umsetzung der Entwicklungsmethodik in der Industrie. Nach der feierlichen Laudatio hat Prof. Dr.-Ing. Bernd-R. Höhn von der TU München die diesjährigen Preise an Dipl.-Ing. Christoph Rambacher und Dr.-Ing. Sven Matthiesen überreicht. Darüber hinaus erhielten beide Preisträger einen von der Springer-Verlag GmbH angefertigten Sonderdruck des DUBBEL mit persönlicher Widmung.
Herr Rambacher befasst sich in seiner Arbeit der Messung der Verformung von Luftfedern, die aufgrund der Elastizität der Federungselemente als räumliche Verformung in allen sechs Freiheitsgraden vorgenommen werden muss. Besonders lobenswert ist dabei sein konsequent konstruktionsmethodisch Vorgehen; er entwickelte ein überzeugendes Messsystem, realisierte es auch selbst in bester Ingenieurtradition und evaluierte es anhand umfangreicher Messungen. Herr Rambacher hat seine Fähigkeiten an der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg bei Prof. Dr.-Ing. Frank Mantwill erworben und arbeitet zurzeit als Wissenschaftlicher Mitarbeiter ebendort im Institut für Konstruktions- und Fertigungstechnik.
Dr. Matthiesen wird ausgezeichnet für seine Untersuchungen des Zusammenhangs zwischen Funktion und Gestalt. Für dieses außerordentlich anspruchsvolle Thema der Konstruktionsmethodik entwickelte er ein geschlossenes Modell, mit dessen Hilfe sowohl bekannte Systeme analysiert werden können als auch die Synthese neuer technischer Systeme gezielt unterstützt wird. Dr. Matthiesen hat an der Universität Karlsruhe (TH) am Institut für Maschinenkonstruktionslehre und Kraftfahrzeugbau bei Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. Albert Albers promoviert. Derzeit ist er Entwicklungsleiter der HILTI AG Schaan in Liechtenstein.
Eine besondere Ehre sowohl für die Preisträger als auch für die circa einhundert weiteren Teilnehmer der feierlichen Veranstaltung war die Anwesenheit von Frau Beitz. Sie gab dem wissenschaftlichen Auditorium eine persönliche Note. (BK Newsletter)