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Sparkassenpräsident kämpft für Regionalprinzip

Georg Fahrenschon kritisiert im Interview mit dem Bankmagazin die Attacken der Monopolkommission und aus Brüssel gegen die Sparkassen

Wiesbaden, 25. August 2014

© SpringerDie Sparkassen kämpfen aktuell an mehreren Fronten. So machen die Regulierungsvorschriften, die vor allem auf Aktienbanken ausgerichtet ist, den Regionalinstituten das Leben schwer. Zusätzlich überprüft die Monopolkommission momentan das Regionalprinzip. „Der Marktführer wird immer angegriffen“, bleibt Georg Fahrenschon, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DGSV) im Interview mit dem Bankmagazin gelassen. Einerseits handele es sich um Herausforderungen, die der Markt für jedes Kreditinstitut bereit halte, sowie um regulatorische Auflagen, die jeder erfüllen müsse. Andererseits gebe es auch Entwicklungen, die sich für den ehemaligen bayerischen Staatsminister für Finanzen nach der Krise als „Treppenwitz“ lesen. So befinde sich die Monopolkommission nicht im Einklang mit den Erwartungen der Bevölkerung, wenn sie die regionale Ausrichtung in Frage stelle: „Mit diesem Fokus auf breite Bevölkerungsschichten und einem nachhaltigen wirtschaftlichen Geschäftsmodell haben die Sparkassen während der Finanzkrise das Finanzsystem massiv stabilisiert.“

Deshalb hält Fahrenschon die Sichtweise der Monopolkommission für politisch falsch. „Die Bundesrepublik Deutschland ist föderal gegliedert. Das Grundgesetz garantiert den Menschen in der Region Selbstverwaltung“, betont der Sparkassenpräsident. Die Sparkassen als kommunale Kreditinstitute seien eine wichtige Ausprägung dieser Selbstverwaltung. Wer sie vor diesem Hintergrund dazu bringen möchte, jenseits des Gebiets ihres Trägers tätig zu werden, versuche gleichzeitig, die Bürger in ihren demokratischen Handlungsmöglichkeiten einzuschränken. Darüber hinaus sei ein Angriff auf die regionale Ausrichtung der Institute wirtschaftlich schädlich: „Konzentration auf eine Region vermindert Risiken und führt zu einem nachhaltigen regionalen Wirtschaftskreislauf. Wer nicht weglaufen kann, muss sich vor Ort für attraktive Regionen einsetzen.“

Nach Ansicht von Fahrenschon hebeln auch die Regulierungsideen die in einer Marktwirtschaft notwendige Eigenverantwortung aus: „Die Bankenunion ist heute eine Chiffre für das Brüsseler Prinzip ‚One size fits all‘.“ Ungleiches werde zu Unrecht gleich behandelt, Kleine sollten für Große, Stabile für Risikoreiche haften. Dies liege vor allem auch daran, dass die Behörden und Einheiten der EU-Kommission nach Jahren eines reinen Deregulierungs- und Kapitalmarktansatzes jetzt die neuen politischen Vorgaben für eine angemessene Re-Regulierung mit den alten Methoden und dem gleichen Personal umzusetzen versuchten. Der Sparkassenpräsident hingegen fordert eine klare Orientierung der Vorschriften am Geschäftsmodell und an der Risikoneigung. Demzufolge müsse zwischen international tätigen, kapitalmarktabhängigen Investmentbanken und klassischen, stabilen sowie regionalen Kundenbanken differenziert werden: „Für beide brauchen wir unterschiedliche Regeln. Die einen dürfen nicht für die anderen haften.“

Bild: Coverabbildung der Ausgabe 09-2014 vom Bankmagazin | © Springer

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Karen Ehrhardt | Springer | Corporate Communications

tel +49 611 7878 394 | karen.ehrhardt@springer.com

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