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Über Springer - Presse - Springer Select | Überlebende von Prostatakrebs: Mit Chigong gegen Erschöpfung

Heidelberg / New York, 30. Oktober 2013

Überlebende von Prostatakrebs: Mit Chigong gegen Erschöpfung

Pilotstudie zeigt, dass Chigong-Übungen bei älteren Patienten das Wohlbefinden fördern

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Die Bewegungs- und Meditationsform Chigong aktiviert Körper und Geist und kann Überlebenden von Prostatakrebs dabei helfen, ihre Erschöpfung zu bekämpfen. Dies sind die Forschungsergebnisse einer Studie von Dr. Anita Y. Kinney und Dr. Rebecca Campo, die an dem Huntsman Cancer Institute der University of Utah durchgeführt wurde. Sie erscheint online in der Springer-Fachzeitschrift Journal of Cancer Survivorship.
Eine Krebserkrankung und ihre Behandlung führen häufig zu schwerer Müdigkeit bei den Patienten –insbesondere bei Überlebenden von Prostatakrebs, die eine Androgendeprivationstherapie (ADT) erhalten. Das subjektive Gefühl physischer, emotionaler oder kognitiver Erschöpfung kann über Monate oder Jahre nach der Behandlung andauern. Diese Menschen erfahren im Alltag starke Einschränkungen und Belastungen und ihre Lebensqualität leidet erheblich.
Krebspatienten wird oft zu körperlicher Betätigung geraten, um die krebsbedingte Müdigkeit und die Belastungserscheinungen ohne Medikamente zu bekämpfen. Die Autorinnen Anita Y. Kinney und Rebecca Campo starteten daher eine Studie, in der sie herausfinden wollten, ob die körperlich-geistige Aktivierung durch Chigong älteren Krebsüberlebenden weiterhelfen könnte. Die Chigong-Bewegungen sind sehr langsam und kaum anstrengend. Chigong kann sogar sitzend ausgeführt werden. Dabei werden langsame, fließende Bewegungen mit einer bewussten tiefen Atmung und meditativen Übungen kombiniert.
40 Patienten mit stark ausgeprägten Erschöpfungssymptomen nahmen zwölf Wochen lang an einer randomisierten kontrollierten Studie teil. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer in der Gruppe betrug 72 Jahre. Die Hälfte der Gruppe absolvierte Chigong-Übungen, die andere Hälfte Dehnübungen.
Die Chigong-Übungen schienen bei den Teilnehmern beliebter zu sein, da durchschnittlich mehr Teilnehmer anwesend waren als bei den Dehnübungen. Viel wichtiger allerdings: Die Teilnehmer der Chigong-Gruppe berichteten im Vergleich zur Dehnübungs-Gruppe über eine deutliche Abnahme ihrer Müdigkeit und ihrer Belastung.
„Chigong könnte eine effektive nichtpharmakologische Maßnahme bei älteren Überlebenden von Prostatakrebs sein, um deren Erschöpfung und Belastung zu reduzieren“, sagt Dr. Campo. Ergänzend fügt sie hinzu, dass weitere Versuche erforderlich seien, um diese Vorteile bei älteren Überlebenden von Prostatakrebs und Patienten unterschiedlicher kultureller Herkunft zu bestätigen.
Quelle:
Campo, R.A., Kinney, A.Y. et al (2013). Levels of fatigue and distress in senior prostate cancer survivors enrolled in a 12-week randomized controlled trial of Qigong, Journal of Cancer Survivorship, DOI 10.1007/s11764-013-0315-5
Der Volltext-Artikel ist für Journalisten auf Anfrage verfügbar.

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