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Über Springer - Presse - Springer Select | Sport verbessert Gehirnfunktion bei HIV-infizierten Erwachsenen

Heidelberg / New York, 13. August 2013

Sport verbessert Gehirnfunktion bei HIV-infizierten Erwachsenen

Regelmäßiger Sport lindert häufig auftretende neurokognitive Beeinträchtigungen bei HIV-Patienten

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Regelmäßiger Sport fördert nicht nur die Gesundheit, sondern kann bei Menschen mit HIV die geistige Leistungsfähigkeit deutlich steigern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Dr. David J. Moore und seinen Kollegen von der University of California, San Diego (UCSD), die im Journal of NeuroVirology von Springer erscheint. Die Studie zeigte, dass HIV-infizierte Erwachsene, die Sport treiben, nur halb so häufig unter neurokognitiven Beeinträchtigungen leiden wie Patienten, die keinen Sport treiben. Auch funktioniert ihr Gedächtnis besser und sie können Informationen schneller verarbeiten als Patienten mit einem bewegungsarmen Lebensstil.
Ungeachtet der aktuellen Fortschritte im Bereich der antiretroviralen Behandlung ist die Beeinträchtigung der Gehirnfunktion für fast die Hälfte aller Menschen mit HIV Realität. Die Symptomatik reicht von gar keinen neurokognitiven Beeinträchtigungen bis hin zu ausgeprägten Defiziten, die die Bewältigung des Alltags erschweren, beispielsweise Probleme beim Führen der Finanzen, beim Autofahren und bei der regelmäßigen Einnahme von Medikamenten.
Der größte Vorteil, den Sport für das Gehirn hat, scheint die Reduzierung neurokognitiver Risikofaktoren zu sein, beispielsweise Bluthochdruck und sehr hohe Blutfettwerte. Das mit antiretroviralen Behandlungen zusammenhängende metabolische Syndrom wird ebenfalls mit erhöhten zerebrovaskulären Risikofaktoren in Verbindung gebracht, wie Diabetes, Bluthochdruck und Übergewicht.
Im Rahmen der Studie wurden 335 in einer Gemeinschaft lebende HIV-infizierte Personen gefragt, wie viel Sport sie während der letzten 72 Stunden getrieben hatten. Die Personen wurden in zwei Kategorien eingeordnet: Personen, die ausgeprägt sportlichen Aktivitäten nachgegangen waren (z.B. Aktivitäten, die den Herzschlag deutlich erhöhen) und Personen, die keinen Sport getrieben hatten. Bei den befragten Personen wurden sieben kognitive Bereiche getestet, die allgemein durch HIV beeinträchtigt werden, einschließlich Sprachkompetenz, Gedächtnis, Geschwindigkeit bei der Verarbeitung von Informationen, Lernen, Erinnerung, Ausführen von Aufgaben sowie motorische Funktionen.
Gegenüber bisherigen Forschungsergebnissen zur Verbindung zwischen Sport und Kognition bei HIV-infizierten Menschen zeigt die Studie, dass dieser Zusammenhang auch bei einer verschiedenartigen und großen Gruppe von Menschen gültig ist, die mit der Krankheit leben. Es wurden auch zusammenhängende Faktoren berücksichtigt, wie beispielsweise Demografie, HIV-Krankheitsmerkmale, Medikamenteneinnahme, bisherige und derzeitige Depressionen, geistiger Gesundheitszustand und körperliche Funktionsfähigkeit.
„Bei HIV-infizierten Menschen kann Sport als mögliche Änderung des Lebensstils neurokognitive Beeinträchtigungen reduzieren und potentiell verhindern“, sagt Dr. Moore. „Sportliche Aktivitäten zusammen mit weiteren Änderungen des Lebensstils wie beispielsweise Ausbildung, soziales Engagement, kognitive Stimulation sowie Ernährungsumstellungen können für Menschen mit HIV eine wertvolle Unterstützung sein.“
Quelle
Dufour, C.A. et al (2013). Physical exercise is associated with less neurocognitive impairment among HIV-infected adults, Journal of NeuroVirology DOI 10.1007/s13365-013-0184-8.
Der vollständige Artikel steht Journalisten auf Anfrage zur Verfügung.

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