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Über Springer - Presse - Springer Select | Verdrängt der Mensch die Tiere?

Heidelberg / New York, 19. Juni 2013

Verdrängt der Mensch die Tiere?

Bevölkerungswachstum bedroht das Überleben von Säugetier- und Vogelarten

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Aufgrund der zunehmenden Bevölkerungsdichte der Menschen sind Säugetier- und Vogelarten von der Ausrottung bedroht. Das ist das Ergebnis einer Studie von Jeffrey McKee und seinen Kollegen von der Ohio State University in den USA. Es ist die erste Arbeit, die zeigt, dass das exponentielle Wachstum der menschlichen Bevölkerung anhaltend andere Arten bedroht. Mit anderen Worten: Es gibt anscheinend keinen Schwellenwert, über dem sich die zunehmend negativen Auswirkungen des Bevölkerungswachstums weniger stark auswirken würden. Die Ergebnisse der Studie erscheinen online in der Springer-Fachzeitschrift Human Ecology.
Schon seit langem geht man davon aus, dass die Anzahl der bedrohten Arten heutzutage mit der Größe, Dichte und dem Wachstum der menschlichen Bevölkerung in Zusammenhang steht. McKee und sein Team haben sich zum Ziel gesetzt, die kausale Verbindung zwischen der menschlichen Bevölkerungsdichte und den Bedrohungen für Säugetiere und Vogelarten zu beweisen. Diese Verbindung soll nicht nur für die heutige Situation bestimmt werden, sondern auch im Hinblick auf das zukünftige Bevölkerungswachstum untersucht werden.
Um Ihre Hypothese zu validieren und Vorhersagen über die zukünftigen Auswirkungen des Bevölkerungswachstums auf bedrohte Tierarten zu treffen, prüften die Wissenschaftler Daten der US-amerikanischen Statistikbehörde (US Census Bureau) aus den Jahren 2000 und 2010 sowie Daten über die vorhergesagten Bevölkerungsgrößen für die Jahre 2020 und 2050 für 114 Länder. Gleichzeitig sammelten sie Daten über bedrohte Säugetier- und Vogelarten, die in der internationalen Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN* aufgeführt sind.
Die Wissenschaftler fanden heraus, dass Änderungen der menschlichen Bevölkerungsdichte messbare Auswirkungen auf die Veränderung der Anzahl bedrohter Arten pro Land haben. Ein durchschnittliches Land mit einer wachsenden Bevölkerung muss damit rechnen, dass die Anzahl bedrohter Säugetiere und Vögel um 3,3 Prozent innerhalb des nächsten Jahrzehnts zunimmt – bis 2050 beträgt die Zunahme 10,8 Prozent – allein auf der Basis der wachsenden Bevölkerung.
Die Forscher fanden keinen ersichtlichen Schwelleneffekt, der die weiteren Risiken für die Artenvielfalt reduziert. Das legt nahe, dass zukünftige Bemühungen um den Erhalt der biologischen Vielfalt die menschliche Bevölkerungsdichte von Anfang an berücksichtigen sollten. Die Maßnahmen könnten auf Länder konzentriert werden, in denen die menschliche Bevölkerung abnimmt. Solche Gebiete könnten Ziel sein für die Wiedergewinnung unberührter Natur und die Wiederansiedlung anderer einheimischer Arten, die bedroht bleiben.
Die Autoren kommen zu der Schlussfolgerung: „Ohne Zweifel tragen viele verschiedene Faktoren dazu bei, dass die Verfügbarkeit von Ressourcen zurückgeht, die Säugetiere und Vögel für ihr Überleben als lebensfähige Arten brauchen. Unsere Ergebnisse zeigen, dass die menschliche Bevölkerungsdichte einer der Hauptfaktoren ist, durch den Säugetiere und Vögel vom Aussterben bedroht sind.“
* Die IUCN Red List of Threatened Species™ ist ein umfassender, objektiver globaler Ansatz zur Bewertung des Erhaltungszustands von Pflanzen- und Tierarten.
Quelle
McKee J et al (2013). Human Population Density and Growth Validated as Extinction Threats to Mammal and Bird Species. Human Ecology; DOI 10.1007/s10745-013-9586-8
Der Volltext-Artikel ist für Journalisten auf Anfrage verfügbar.

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