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Über Springer - Presse - Springer Select | Spielsucht – eine Sache des Alters

Heidelberg / New York , 14. März 2013

Spielsucht – eine Sache des Alters

Neue Studie belegt: Frühes Eingreifen ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen Behandlung der Spielsucht

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Um pathologisches Spielen erfolgreich behandeln zu können, muss man so früh wie möglich eingreifen – so das Ergebnis einer neuen Studie von Susana Jiménez-Murcia von der Hospital Universitari de Bellvitge in Spanien und ihren Kollegen. Sie fanden heraus, dass sich das Alter des Patienten auf die Schwere der psychopathologischen und klinischen Aspekte der Spielsucht auswirkt. Die Studie erscheint online in der Springer-Fachzeitschrift Journal of Gambling Studies.
Unkontrolliertes Spielen rund um die Uhr ist heutzutage unkompliziert, vor allem dank des Internets. Man hat Zugang zu klassischen und modernen Spielen, vom Spielautomat und Lotterien bis hin zu Poker, Roulette und Videospielen. Pathologisches Spielen ist unter Jugendlichen weitaus verbreiteter als unter Erwachsenen. Es liegt auf der Hand, dass ein derartiges Spielverhalten häufig mit psychologischen Problemen einhergeht, wie etwa Depressionen, Drogenmissbrauch, schlechten Schulleistungen und Kriminalität.
Die Autoren machten in Spanien eine Untersuchung, um herauszufinden, inwieweit sich das Alter der Betroffenen auf die klinischen Folgen des pathologischen Spielens auswirkt. Dazu füllten 2.309 Patienten, die sich wegen ihrer Spielsucht behandeln lassen wollten, eine Reihe von Fragebögen aus. Ziel war es, pathologisches Spielen zu diagnostizieren und die Symptome zu identifizieren. Die Wissenschaftler bewerteten auch die Persönlichkeit der Patienten und erfassten die klinischen Folgen, wie beispielsweise bestehende physische und psychiatrische Störungen, das Vorhandensein von Selbstmordgedanken und entsprechenden Verhaltensweisen sowie die Zahl vorangegangener Behandlungen.
Wie erwartet, hatten die jüngsten Patienten eine kürzere ‚Spielerkarriere‘ hinter sich als Patienten mittleren und höheren Alters. In der Gruppe der Jüngsten gab es auch weniger spielbedingte Gesundheitsprobleme und die Verschuldung war geringer. Durchschnittlich hatte die Spielsucht in der Gruppe der Jüngsten deutlich früher begonnen als bei den Betroffenen der beiden älteren Gruppen. Das deutet darauf hin, dass jüngere Spieler heutzutage früher mit dem Spielen anfangen. Allem Anschein nach waren die Frauen generell später beim Spielen eingestiegen als die Männer.
„Unsere Ergebnisse machen deutlich, dass es einen Zusammenhang zwischen Alter und pathologischem Spielverhalten gibt: je älter der Patient, desto größer sind die Probleme, die mit dem Spielen einhergehen. Ein Eingreifen während der ersten Anzeichen des komplexen Problems einer Spielsucht ist unabdingbar für eine erfolgreiche Behandlung“, erklären die Autoren.
Quelle
Granero R, Jiménez-Murcia S et al (2013). Is Pathological Gambling Moderated By Age? Journal of Gambling Studies; DOI 10.1007/s10899-013-9369-6
Der vollständige Artikel steht Journalisten auf Anfrage zur Verfügung.

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