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Über Springer - Presse - Springer Select | Die Meinung in den USA zum Klimawandel dreht sich wie eine Fahne im Wind

Heidelberg | New York, 5. Februar 2013

Die Meinung in den USA zum Klimawandel dreht sich wie eine Fahne im Wind

Langanhaltende ungewöhnliche Wetterphänomene prägen die Einstellung zum Klimawandel

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Langanhaltende Wetterlagen – insbesondere Temperaturschwankungen – kann unsere Meinung zum Klimawandel beeinflussen. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie von Simon Donner und Jeremy McDaniels von der University of British Columbia in Kanada. Ihre Studie zeigt, dass ein lang anhaltender Kälteeinbruch zu Skepsis gegenüber dem Klimawandel führt, wohingegen eine ausgeprägte Hitzeperiode die Sorge über den Klimawandel steigen lässt. Die Ergebnisse ihrer Studie erscheinen in der Online-Ausgabe der Springer-Fachzeitschrift Climatic Change.
Während der letzten 20 Jahre hat die öffentliche Meinung zum Klimawandel in den Vereinigten Staaten geschwankt. Man geht allerdings davon aus, dass die Meinung des Einzelnen von vielen Faktoren beeinflusst wird, darunter die persönlichen Werte, politische Einstellungen, das mediale Umfeld und persönliche Erfahrungen. Die Arbeit von Donner und McDaniels untersucht die Rolle des Wetters auf die Einstellungen zum Klimawandel. Hat das Wetter der letzten Monate Einfluss auf die öffentliche Meinung zum Klimawandel und auf die Bereitschaft Verhaltensweisen zu ändern und die Klimapolitik zu unterstützen?
Die Wissenschaftler verwendeten Daten von öffentlichen Meinungsumfragen in den USA aus den Jahren 1990-2010 und eine detaillierte Analyse der Meinungsbeiträge von wichtigen Zeitungen, einschließlich The New York Times, Washington Post, The Wall Street Journal und USA Today. Sie untersuchten die Beziehung zwischen nationalen Durchschnittstemperaturen und dem „Glauben an“ und der „Sorge über“ den Klimawandel aus den Meinungsumfragen sowie den Einstellungen zum Klimawandel, die in den Leitartikeln und Meinungsbeiträgen zum Ausdruck kamen.
Die Wissenschaftler fanden heraus, dass langanhaltende ungewöhnliche Wetterphänomene eine Ursache für die Meinungsunterschiede zum Klimawandel in den USA sein könnten. In Perioden, in denen die Durchschnittstemperaturen höher als normal waren, schienen die Amerikaner überzeugter und besorgter über den vom Menschen verursachten Klimawandel zu sein. Die Wissenschaftler kommen auch zu der Schlussfolgerung, dass schlagzeilenträchtige Wetternachrichten die Meinung des Einzelnen ohne feste Meinung zum Klimawandel stark beeinflussen. Darüber hinaus veröffentlichten die wichtigen Zeitungen in diesen Perioden eher mehr Meinungsbeiträge, die entweder den wissenschaftlichen Konsens zum Klimawandel, die Sorge über den Klimawandel oder Argumente für den Klimaschutz unterstützten.
Prof. Donner sagt: „Unsere Ergebnisse können beim Verständnis einiger wesentlicher Schwankungen und Unstimmigkeiten der öffentlichen Meinung in den USA zum Klimawandel helfen. Unsere Studie zeigt, wie stark der Einfluss des lokalen Wetters auf die Meinung der Menschen zur globalen Erwärmung sein kann. Wir haben leider auch festgestellt, dass ein kalter Winter genügt, um einige Menschen, einschließlich einiger Zeitungsherausgeber und Meinungsführer, am überwältigenden wissenschaftlichen Konsens zum Thema zweifeln zu lassen.“
Quelle:
Donner SD & McDaniels J (2013). The influence of national temperature fluctuations on opinions about climate change in the US since 1990. Climatic Change; DOI 10.1007/s10584-012-0690-3
Der Volltext-Artikel ist für Journalisten auf Anfrage verfügbar.

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