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Über Springer - Presse - Springer Select | Paarungsverhalten des Grauen Baumfrosches: Der Anblick macht’s!

Heidelberg | New York, 19. November 2012

Paarungsverhalten des Grauen Baumfrosches: Der Anblick macht’s!

Neue Studie zur Rolle des Sehens bei Paarungsritualen von Fröschen

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Baumfroschmännchen wollen „sehen, was zu kriegen ist“, wenn es um die Partnersuche geht. Dies ist das Resultat einer neuen Studie von Dr. Michael Reichert von der University of Wisconsin-Milwaukee in den Vereinigten Staaten. Als einer der ersten beschäftigt er sich mit der Rolle des Sehens beim Paarungsverhalten männlicher nachtaktiver Froschlurche (Frösche oder Kröten). Seine Arbeit erscheint online im Springer-Journal Behavioral Ecology and Sociobiology.
Allgemein zeigen Tiere eine ganze Reihe von Paarungsritualen und abhängig von der Wahrscheinlichkeit der Paarung passen sie ihr Verhalten an. So wird z. B. das Verhalten paarungsbereiter Männchen auffälliger, wenn aufnahmebereite Weibchen in der Nähe sind. Auch männliche Froschlurche zeigen einzigartige Verhaltensweisen, wenn Weibchen in unmittelbarer Nähe sind; dazu gehören auch die Paarungsrufe.
Reicherts Arbeit geht der Frage nach, welche Auswirkungen der Anblick eines Weibchens auf die Paarungsrufe des Grauen Baumfrosches, Hyla versicolor, hat. Frösche reagieren äußerst sensibel auf Bewegung, daher ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass visuelle Reize die Paarungsrufe der Frösche beeinflussen.
Aus Teichen in Boone County, Missouri, wurden männliche und weibliche Frösche gefangen. Die Männchen wurden in zwei Gruppen eingeteilt: Eine Gruppe konnte die Weibchen in unmittelbarer Nähe sehen, die andere war durch eine undurchsichtige Wand von den Weibchen getrennt. Reichert untersuchte die Paarungsrufe beider Gruppen; sowohl die Anzahl der Rufe, als auch ihre Dauer.
Er stellte fest, dass die Männchen äußerst sensibel auf den Anblick der Weibchen reagierten und sie ihre Attraktivität durch veränderte Paarungsrufe zu steigern versuchten. Beim Anblick eines sich nähernden Weibchens riefen sie deutlich häufiger und länger.
Reichert hierzu: „In der geräuschvollen Umgebung des Froschkonzerts können die Männchen ein Weibchen nur aus geringer Entfernung locken. So entwickeln die Tiere eine Strategie, ihre Umgebung nach weiblichen Reizen abzusuchen; nur wenn Weibchen anwesend sind, geben sie ihr Bestes und maximieren dadurch die Wahrscheinlichkeit, einen Partner anzulocken.“
Quelle:
Reichert MS (2012). Visual cues elicit courtship signals in a nocturnal anuran. Behavioral Ecology and Sociobiology; DOI 10.1007/s00265-012-1446-9
Der vollständige Text steht Journalisten auf Anfrage zur Verfügung.

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