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Über Springer - Presse - Springer Select | Geteiltes Leid ist halbes Leid

Heidelberg / New York, 10. Oktober 2012

Geteiltes Leid ist halbes Leid

Studie zeigt den Einfluss positiver Beziehungen auf die psychische Gesundheit von Schülerinnen

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Schikane – diese Erfahrung ist vor allem für Schülerinnen, die weder von Erwachsenen noch von Gleichaltrigen sozial unterstützt werden, besonders schädlich für die psychische Gesundheit. Dies zeigt eine neue Studie von Dr. Martin Guhn und seinen Kollegen von der University of British Columbia in Kanada. Im Gegensatz dazu scheint soziale Unterstützung durch Erwachsene und/oder Gleichaltrige die negativen Folgen von Schikane, Ängstlichkeit und Depression zu reduzieren. Die Ergebnisse der Studie erscheinen in der Online-Ausgabe der Springer-Fachzeitschrift Journal of Happiness Studies.
Guhn und seine Kollegen untersuchten, ob die Kombination aus viel Schikane und wenig Unterstützung durch Erwachsene oder Gleichaltrige einen multiplikativen negativen Einfluss auf das Wohlbefinden von Kindern hat.
Insgesamt nahmen 3.026 zehnjährige Schulkinder von 72 Schulen in Vancouver, Kanada, an der Studie teil. Sie beantworteten Fragebögen, die ihre Zufriedenheit mit dem Leben, ihr Selbstwertgefühl und das Maß ihrer Ängste und Depressionen bewerteten. Die Autoren untersuchten, ob sich die Bewertungen dieser Faktoren in Abhängigkeit von der Qualität der Beziehungen der Kinder zu Erwachsenen und Gleichaltrigen änderten und wie oft die Kinder sich als Opfer fühlten.
Insgesamt berichteten Mädchen häufiger über positive Beziehungen zu Erwachsenen und Gleichaltrigen, größere Zufriedenheit mit ihrem Leben und ein größeres Selbstwertgefühl; aber auch über mehr Angstzustände. Keine Unterschiede gab es zwischen Jungen und Mädchen beim angegebenen Maß von Schikane und Depressionen. Allerdings fühlte sich eines von sieben Mädchen und einer von sechs Jungen mehrmals pro Woche als Opfer verbaler und sozialer Schikanen. Dies trat häufiger als körperliche Schikanen auf; Berichte über Schikanen im Online-Umfeld (Cyber-Bullying) waren recht selten.
Die Autoren fanden auch heraus, dass positive Beziehungen mit Erwachsenen und Gleichaltrigen in engem Zusammenhang mit Lebenszufriedenheit und Selbstwertgefühl standen, dagegen waren Schikanen eng mit depressiven Symptomen und Ängstlichkeit verknüpft. Darüber hinaus standen bei Mädchen Schikanen besonders dann in engem Zusammenhang mit niedriger Lebenszufriedenheit, geringem Selbstwertgefühl und häufigeren depressiven, wenn auch über geringe soziale Unterstützung durch Erwachsene und Gleichaltrige berichtet wurde.
Die Autoren kommen zu der Schlussfolgerung: „Nach unseren Ergebnissen muss das Wohlbefinden von Kindern in Schule und Gemeinschaft gefördert werden. Die Fähigkeit zum Aufbau von Beziehungen kann so verbessert und Schikanen können reduziert werden. Mit anderen Worten: Kinder brauchen mehr Zuwendung als die bloße Abwesenheit von Risikofaktoren, um eine gute physische Gesundheit und ein gutes Wohlbefinden zu entwickeln.“
Quelle
Guhn M et al (2012). A population study of victimization, relationships, and well-being in middle childhood. Journal of Happiness Studies; DOI 10.1007/s10902-012-9393-8
Der Volltext-Artikel ist für Journalisten auf Anfrage verfügbar.

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