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Über Springer - Presse - Springer Select | Wer gelernt hat Situationen zu akzeptieren, wird im späteren Leben zufriedener sein

Heidelberg / New York, 11. Juli 2013

Wer gelernt hat Situationen zu akzeptieren, wird im späteren Leben zufriedener sein

Akzeptieren, was unabänderlich ist, ist der Schlüssel zur Zufriedenheit im Alter

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Wenn sich ältere Menschen in Pflege begeben und somit ihre gewohnte Umgebung und Unabhängigkeit aufgeben, müssen sie sich anpassen und akzeptieren, was nicht zu ändern ist. Nur so können sie glücklich bleiben. Eine neue Studie von Jaclyn Broadbent, Shikkiah de Quadros-Wander und Jane McGillivray von der Deakin University in Australien zeigt, dass es für die Zufriedenheit im späteren Leben wichtig ist, Unabänderliches akzeptieren zu können. Doch genauso wichtig ist es, das Gefühl zu behalten, Situationen kontrollieren zu können. Die Ergebnisse der Studie erscheinen online in der Springer-Fachzeitschrift Journal of Happiness Studies.
Zufriedenheit im Alter ist eng daran geknüpft, in dieser Zeit weiterhin Kontrolle ausüben zu können. Das Gefühl von Kontrolle besteht aus zwei Komponenten. Die primäre Kontrolle besteht darin, Änderungen in der Umgebung herbeiführen zu können, um die eigenen Wünsche und Bedürfnisse zu erfüllen. Dies trifft auf ältere Menschen zu, die noch eigenständig und selbstbestimmt in ihrem sozialen Umfeld leben. Die sekundäre Kontrolle beschreibt die Fähigkeit, uns selbst kognitiv zu beeinflussen, um sich an die Umgebung anzupassen. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn ältere Menschen ihre gewohnte Umgebung verlassen müssen und sich in Pflege oder Betreuung begeben. Tatsächlich kann die sekundäre Kontrolle einen primären Kontrollverlust abfedern, wenn wir gelernt haben, Dinge zu akzeptieren, die sich nicht mehr ändern lassen.
Broadbent, de Quadros-Wander und McGillivray untersuchten die graduellen Unterschiede im Hinblick auf Zufriedenheit und das Empfinden von Kontrolle. Sie werteten die Angaben von 101 älteren Menschen aus, die außerhalb ihres häuslichen Umfelds betreut und gepflegt wurden, sowie die von weiteren 101 Personen, die in ihrem sozialen Umfeld lebten. Die Wissenschaftler verglichen auch, ob die beiden Arten von Kontrolle eine Aussage über den Grad der Zufriedenheit im späteren Leben ermöglichen. Die Autoren betrachteten acht Schlüsselbereiche der Zufriedenheit: Lebensstandard, Gesundheit, Erfolge im Leben, persönliche Beziehungen, Sicherheit, soziale Vernetzung, Zukunftssicherheit sowie Spiritualität und Religion.
Ihre Analyseergebnisse zeigten, dass die einzigartige Beziehung zwischen primärer Kontrolle und Zufriedenheit im Leben bei den älteren Menschen, die in ihrem sozialen Umfeld leben, im Vergleich immer stärker ausgeprägt war als bei denjenigen, die in Einrichtungen betreut wurden. Dementsprechend war die sekundäre Kontrolle für die Zufriedenheit in der Gruppe der betreuten Personen größer. Daher ist ein starkes Gefühl der Kontrolle wahrscheinlich für ältere Menschen, die in ihrem häuslichen Umfeld leben, wichtiger als für diejenigen, die in Betreuungseinrichtungen leben. Für das Wohlbefinden von Heimbewohnern hat das Akzeptieren von Situationen wahrscheinlich eine größere Bedeutung als für Ältere, die noch in ihrem sozialen Umfeld leben.
Die Autoren kommen zu der Schlussfolgerung: „Für das Wohlbefinden älterer Menschen ist bei der Anpassung sowohl ein Gefühl der Kontrolle als auch der aktiven Akzeptanz gegenüber unabänderlichen Dingen notwendig. Das primäre und sekundäre Gefühl von Kontrolle kann je nach Situation des älteren Menschen Aufschluss über dessen Zufriedenheitslevel geben. In Situationen mit Kontrollverlust ist Akzeptanz der vorrangige Faktor.“
Quelle
Broadbent J, de Quadros-Wander S, & McGillivray J (2013). Perceived Control's Influence on Well-being in Residential Care vs. Community Dwelling Older Adults. Journal of Happiness Studies; DOI 10.1007/s10902-013-9452-9
Der Volltext-Artikel ist für Journalisten auf Anfrage verfügbar.

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