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Über Springer - Presse - Springer Select | Hummeln fliegen auf Kontrastfarben

Heidelberg / New York, 21. Februar 2013

Hummeln fliegen auf Kontrastfarben

Hummeln fliegen bei der Suche nach Nektar lieber auf Blumen vor kontrastreichem Hintergrund als auf gestreifte Blumen

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Blumenfarben vor einem kontrastreichen Hintergrund sind für nektarsammelnde Hummeln wichtiger als Muster farbiger Blattadern auf hellen Blüten. Dies ist das Ergebnis einer neuen wissenschaftlichen Untersuchung von Heather Whitney von der Universität Cambridge in Großbritannien und ihren Kollegen. Ihre Untersuchung, inwieweit Pigmentmuster auf den Blütenblättern das Verhalten von Hummeln beeinflussen, weisen darauf hin, dass farbige Blattadern Hinweise auf die Stelle geben, an der sich der Nektar befindet. Nicht bewiesen ist jedoch, dass Hummeln eine angeborene Vorliebe für gestreifte Blumen haben. Die Forschungsergebnisse sind in der Online-Ausgabe der Springer-Fachzeitschrift Naturwissenschaften - The Science of Nature erschienen.
Nur wenige Blumen sind tatsächlich einfarbig. Viel häufiger gibt es Blumen mit Farbmustern oder mehrfarbigen Blütenblättern. Diese Muster werden als maßgeblich für die Bestäubung angesehen. Hummeln können gemusterte von einfarbigen Blumen unterscheiden und werden manchmal von ihnen angezogen. Diese Muster können dazu führen, dass Hummeln den belohnenden Nektar schneller in einer Blume finden.
Adrige Muster - oder Farblinien auf Blumenblättern - sind häufig bei Antirrhinum-Blumen, allgemein unter dem Namen Löwenmäulchen bekannt. Die Autoren untersuchten, inwieweit diese farbigen Adern das Sammelverhalten der Hummel beeinflussen. Sie setzten Hummeln, die bisher noch keine Blumen gesehen hatten, geäderten, elfenbeinfarbenen und roten Arten von Löwenmäulchen aus. Sie untersuchten, ob die Hummeln zwischen elfenbeinfarbenen und geäderten Blumen unterscheiden konnten und welche Blumenart sie bei der Nektarsuche bevorzugten.
Aus der Perspektive der Hummeln reflektieren rote Blumen wenig Licht, wohingegen rote Adern auf elfenbeinfarbenen Blumen die Farbe der Blume leicht verändern. Der elfenbeinfarbene Grundton hatte allerdings den größten Effekt, da er vor dem braunen Hintergrund einen größeren Kontrast bildete als die roten Blumen. Hummeln unterschieden erfolgreich zwischen elfenbeinfarbenen und geäderten Blumen, aber zeigten für keine der beiden eine Präferenz. Demgegenüber waren elfenbeinfarbene und geäderte Blumen deutlich beliebter als rote Blumen.
Die Autoren kommen zu der Schlussfolgerung: „Geäderte Muster kommen in der Natur wahrscheinlich häufiger vor, weil sie hilfreiche Hinweise auf die Stelle geben können, an der sich der Nektar befindet, vor allem, wenn dadurch auch die Blume besser gesehen werden kann. Allerdings scheint der Farbkontrast einer Blume vor ihrem Hintergrund eine besonders große Anziehungskraft auf die Hummel zu haben.“
Quelle
Whitney HM et al (2013). The influence of pigmentation patterning on bumblebee foraging from flowers of Antirrhinum majus. Naturwissenschaften – The Science of Nature; DOI 10.1007/s00114-013-1020-y
Der Volltext-Artikel ist für Journalisten auf Anfrage verfügbar.

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