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Über Springer - Presse - Springer Select | Adipositas-OPs schützen Übergewichtige vor Krebs

Heidelberg | New York, 4. Juni 2014

Adipositas-OPs schützen Übergewichtige vor Krebs

Die bariatrische Chirurgie verhilft nicht nur zu Gewichtsverlust, sondern senkt auch das Krebsrisiko Übergewichtiger

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Adipositas-OPs können möglicherweise mehr, als krankhaft Übergewichtigen zu Gewichtsverlust zu verhelfen. Sie reduzieren auch das Krebsrisiko auf das von Normalgewichtigen. Dies ist das Ergebnis der ersten umfassenden Untersuchung zu relevanten Studien über Übergewicht, Krebsraten und einer als bariatrische Chirurgie bezeichneten Adipositas-OP. Die Untersuchung, die im Springer-Journal Obesity Surgery erscheint, entstand unter Leitung von Daniela Casagrande von der Universidade Federal do Rio Grande do Sul in Brasilien.
Bei der bariatrischen Chirurgie wird ein Teil des Magens auf die Größe eines kleinen Beutels verkleinert, der unmittelbar mit dem Dünndarm verbunden wird. Der Rest des Magens und der obere Teil des Dünndarms werden umgangen. Auf diese Weise wird ein langfristiger Gewichtsverlust sichergestellt und das frühzeitige Sterberisiko durch krankhaftes Übergewicht reduziert. Die Krebsrate Übergewichtiger liegt bei 2,12 Fällen pro 1.000 Personenjahre*. In vorangegangenen Studien wurde bereits ein Zusammenhang zwischen bariatrischer Chirurgie und reduziertem Krebsrisiko bei Übergewichtigen vermutet. In ihrer Untersuchung gingen Casagrande und ihre Kollegen dem nun auf den Grund. Sie verglichen und kombinierten die Ergebnisse 13 relevanter Studien zum Thema Krebserkrankung bei Adipositas-OP-Patienten, darunter kontrollierte und unkontrollierte Studien mit relevanten Informationen zu 54.257 Teilnehmern.
Die systematische Untersuchung machte deutlich, dass die bariatrische Chirurgie bei krankhaft Übergewichtigen mit einer reduzierten Krebsrate einhergeht. Die Wissenschaftler stellten fest, dass bis zu 23 Jahren nach der OP eine Krebserkrankung nur in 1,06 Fällen pro 1.000 Personenjahre auftrat. Dies ist deutlich besser als die Rate für Übergewichtige weltweit. Der Effekt der bariatrischen Chirurgie zeigte sich bezeichnenderweise bei kontrollierten wie auch unkontrollierten Studien. Vier kontrollierte Studien ergaben einen Zusammenhang zwischen der OP und einem reduzierten Krebsrisiko.
Noch ist nicht klar, ob die reduzierte Krebsrate nach bariatrischer Chirurgie mit den bei einem Gewichtsverlust einhergehenden metabolischen Veränderungen zusammenhängt oder ob der niedrigere Body-Mass-Index (BMI) nach der OP zu einer früheren Diagnose und somit zu verbesserten Krebsbehandlungsergebnissen bei den Patienten führt. Laut Casagrande ist es schwierig, die unmittelbaren Auswirkungen der OP und die zahlreichen damit verbundenen Veränderungen bei den Patienten zu trennen. Wer sich einer OP dieses Ausmaßes unterzieht, lebt bewusster, meint sie, und damit steigt auch die Chance einer früheren Krebsdiagnose .
„Bariatrische Chirurgie geht bei krankhaft Übergewichtigen mit einem reduzierten Krebsrisiko einher,“ sagt Casagrande. Sie warnt jedoch vor voreiligen Schlussfolgerungen, da die Studien sehr unterschiedlich angelegt waren. Im Hinblick auf die in den Studien zur Verfügung stehenden Daten habe es Einschränkungen gegeben und die mit Krebserkrankungen verbundenen Variablen müssten auch in künftigen Untersuchungen zum Thema bariatrische Chirurgie berücksichtigt werden.
*Personenjahre: das Produkt der Anzahl der Jahre mal der Zahl der in einer Bevölkerung von bestimmten Umständen betroffenen Personen
Quelle: Casagrande, D.S. (2014). Incidence of Cancer Following Bariatric Surgery: Systematic Review and Meta-analysis, Obesity Surgery DOI 10.1007/S11695-014-1276-0

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