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Über Springer - Presse - Springer Select | Elektronische Zigaretten sind attraktiver als Nikotin-Inhalatoren

Heidelberg / New York, 3. Juni 2014

Elektronische Zigaretten sind attraktiver als Nikotin-Inhalatoren

Eine Pilotstudie untersucht, warum E-Zigaretten so populär sind, obwohl man nichts über ihre Risiken weiß

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Warum sind E-Zigaretten bei Menschen, die mit dem Rauchen aufhören wollen, so beliebt – obwohl man kaum etwas über deren Sicherheitsrisiken oder über ihre Wirksamkeit weiß? Die Antwort liegt in der Art und Weise, wie sie vermarktet werden: E-Zigaretten gelten einfach als „cooler“ als Nikotin-Inhalatoren. Zu diesem Schluss kommt Michael Steinberg, der Leiter einer Pilotstudie über Wahrnehmung und Nutzung dieser Ersatz-Glimmstengel. Steinberg forscht an der Rutgers Robert Wood Johnson Medical School in den USA. Die Forschungsergebnisse erscheinen online in der Springer-Fachzeitschrift Journal of General Internal Medicine.
Nikotin-Inhalatoren geben Nikotindampf ab, der eingeatmet und über die Zellen der Mundschleimhaut absorbiert wird. Studienergebnisse haben gezeigt, dass diese Inhalatoren keine Sicherheitsrisiken bergen und Rauchern bei der Entwöhnung helfen können. Obwohl sie seit 1997 von der US-amerikanischen Arzneimittelzulassungsbehörde Food and Drug Administration (FDA) zugelassen sind, werden diese pharmazeutischen Produkte kaum genutzt. Andererseits sind elektronische Zigaretten, kurz E-Zigaretten, sehr beliebt. Dabei liegen kaum Daten über bestehende Sicherheitsrisiken oder Vorteile vor, denn diese Art von Zigarettenersatz wurde bisher noch nicht von den Behörden bewertet. In den E-Zigaretten wird eine nikotinhaltige Flüssigkeit erhitzt und anschließend inhaliert. Dabei entsteht sichtbarer Dampf, der inhaliert und ausgeblasen werden kann.
Das Team um Steinberg führte eine CrossOver-Studie durch, bei der 38 aktive Raucher aus New Jersey jeweils für drei Tage die E-Zigarette und den Nikotin-Inhalator ausprobierten. Nach den Tests bewerteten die Teilnehmer die E-Zigarette als annehmbarer und cooler. Beim Versuch, mit dem Rauchen aufzuhören, wurde sie als hilfreicher und effektiver empfunden. Im Vergleich zum Inhalator sorgte die elektronische Zigarette auch für eine überdurchschnittliche Befriedigung und physische Belohnung. Sie wurde von den Teilnehmern sogar als gleichwertig zu den herkömmlichen Zigaretten aus Tabak bewertet.
76 Prozent der Teilnehmer konnten sich demnach tatsächlich vorstellen, eine E-Zigarette als Unterstützung bei der Rauchentwöhnung einzusetzen. Während der dreitägigen Testphase mit der E-Zigarette rauchten 18 Prozent (7 von 38 Teilnehmern) überhaupt keine Tabakzigaretten. Aus der Inhalator-Testgruppe konnten hingegen nur 10 Prozent (4 Teilnehmer) der Versuchung widerstehen.
Hinzu kommt, dass offenbar mehr Menschen E-Zigaretten kennen, und diese daher auch eher wahrnehmen, als Nikotin-Inhalatoren. Das Team um Steinberg geht davon aus, dass dies auf die bessere Vermarktung in Fernsehen und Internet sowie auf Facebook und Twitter zurückgeht. Im Vergleich zur E-Zigarette wird der Inhalator nur wenig beworben.
„Elektronische Zigaretten nehmen eine wichtige Position unter den Nikotin-abgebenden Zigarettenersätzen ein, da sie bei den Nutzern sehr akzeptiert sind und man ihnen viele Vorteile attestiert. Allerdings liegen noch nicht genügend Daten vor, um ihre Wirksamkeit bewerten zu können, oder einzuschätzen ob es gesundheitliche Bedenken gibt“, betont Steinberg. Seiner Ansicht nach sollten Ärzte als Vertrauenspersonen über diese Probleme informiert sein, damit sie gezielt gesundheitlich beraten und ihren Patienten adäquate Informationen über die Vor- und Nachteile liefern können. „Ärzte können für Patienten eine wichtige Informationsquelle zu E-Zigaretten sein. Damit können sie auch steuern, wie diese Produkte in der Öffentlichkeit wahrgenommen und wie sie verwendet werden.“
Quelle:
Steinberg, M.B. et al (2014). E-Cigarette Versus Nicotine Inhaler: Comparing the Perceptions and Experiences of Inhaled Nicotine Devices, Journal of General Internal Medicine. DOI 10.1007/s11606-014-2889-7.

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