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Über Springer - Presse - Springer Select | Umweltexperten empfehlen Fracking ohne umweltgefährliche Stoffe

Heidelberg | New York, 3. Juni 2014

Umweltexperten empfehlen Fracking ohne umweltgefährliche Stoffe

Fracking sollte nur außerhalb von Wasserschutzgebieten und unter Beteiligung der Öffentlichkeit durchgeführt werden

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Erdgas aus unkonventionellen Lagerstätten wird mit Hilfe von „hydraulic fracturing“ (Fracking) gewonnen. Die Anwendung dieser Technik ist allerdings nicht frei von Kritik und gegenwärtig weltweit Gegenstand öffentlicher Debatten. Ein Forschungsteam, bestehend aus Mitarbeitern des IWW Zentrum Wasser und der ahu AG Wasser Boden Geomatik, untersuchte die mit Fracking verbundenen Risiken – hauptsächlich für die Gewässer und die Menschen – für das Umweltbundesamt (UBA) und das Umweltministerium Nordrhein-Westfalen. Die Ergebnisse ihrer Studie wurden im Springer Open-Access-Journal Environmental Sciences Europe veröffentlicht.
In ihrem Artikel beschreiben die Autoren anschaulich und systematisch die unter- und oberirdischen Gefährdungspotenziale der Frackfluide und des Flowbacks sowie die möglichen Transportpfade im Untergrund. Darüber hinaus geben sie eine Reihe genereller und detaillierter Empfehlungen.
Zu ihren Ratschlägen gehören u.a. ein schrittweises weiteres Vorgehen, die Verwendung nicht umweltgefährlicher Frackfluide, die umweltgerechte Entsorgung des Flowbacks und der Ausschluss von Wasserschutzgebieten für Fracking. Als fundamental wichtig erachten sie zudem eine transparente Informationspolitik und die Beteiligung der Öffentlichkeit bei allen Aktivitäten zur Untersuchung und Gewinnung von Gas aus unkonventionellen Lagerstätten. Die Autoren fordern in diesem Zusammenhang „eine allgemeine UVP-Pflicht für Fracking-Vorhaben einzuführen. Gegenstand der UVP-Pflicht sollten grundsätzlich die Errichtung und der Betrieb eines Bohrplatzes sein, an dem gefrackt oder Flowback verpresst wird.“
Alles in allem kommen sie zu dem Ergebnis, dass es derzeit noch an Wissen und Informationen für eine profunde Risikoanalyse und für eine systematische Überwachung der potenziellen Risiken von Fracking in Deutschland mangelt.
Quelle: Bergmann, A., Weber F-A., Meiners H.G., Müller F. (2014). Potential Water-Related Environmental Risks of Hydraulic Fracturing Employed in Exploration and Exploitation of Unconventional Natural Gas Reservoirs in Germany, Environmental Sciences Europe DOI 10.1186/2190-4715-26-10

Kontakt: 

Saskia Rohmer | Springer | Corporate Communications tel +49 6221 4878414 | saskia.rohmer@springer.com